ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.7.2019

Gedanken zum Monatsspruch November

von Pfarrerin Susanne Peters-Streu

"Gott baut ein Haus, das lebt aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen eins das lebendig ist" – so besingen wir in den Familiengottesdiensten und im Kindergottesdienst die Gemeinde.

Gott baut aus uns, den Menschen hier am Ort in Lichterfelde, den Jungen und den Alten, den Kranken und Gesunden, den Nichtskönnern und den Alleskönnern seine Gemeinde. Das ist doch ein Wunder und zum Wundern. Wir gemeinsam ein Ort, wo Gott wohnen will, wo er lebendig ist mitten unter uns, er will unser Gott sein und wir sein Volk. Wir sind der lebendige Tempel Gottes.

Der Apostel Paulus schreibt diesen Satz in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth. Korinth, eine Hafenstadt in Griechenland, 80 km westlich von Athen mit pulsierendem Leben, multikulturell und multireligiös. Spannungsvolles Leben zwischen Reich und Arm, Menschen von den verschiedenen Enden der Erde trafen sich hier. Es gab viele Tempel in der Hafenstadt. Die verschiedensten Götter wurden verehrt an Orten, die den Menschen durch die Bauten heilig waren. Paulus ist voll Engagement für die Gute Nachricht, das Evangelium, will die Gemeinde beieinander und bei Christus halten, mit Eifer beschreibt er seinen leidvollen Weg, seine Sorgen um die Gemeinde, um sie dann mit diesem Wort zu ermutigen: Wir sind doch der lebendige Tempel Gottes; wenn denn Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein."

Ein Gott, der mitten im menschlichen Leben wohnt. Er braucht keinen Tempel aus Stein, keine prachtvollen Gebäude. Er sammelt Menschen und lässt sie zur Gemeinschaft wachsen. Ein Tempel baut sich nicht selbst, er wird gebaut, so auch die Gemeinde. Gott geht uns Menschen nach, begegnet uns, mir, dir. Manchmal unbemerkt, manchmal im Nachhinein erkannt. Manchmal herausfordernd und manchmal fürsorglich umsorgend.

Der Glaube an Jesus Christus führt in die Gemeinschaft, ganz wie es heißt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Die Gemeinde kann ein Ort erfahrener Gottesnähe sein, wo Menschen getröstet werden und heil, wo Menschen satt werden an Leib und Seele, ein Ort der Achtsamkeit für den anderen und sich selbst. Ganz so wie es in dem neuern Kirchenlied des Katholischen Theologen Claus-Peter März erzählt ist:

Wenn das Brot das wir teilen, als Rose blüht
und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe die alles umfängt.

Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt
und die Not, die wir lindern zur Freude wird,
dann hat Gott...

Wenn die Hand, die wir halten uns selber hält und
Das Kleid das wir schenken auch uns bedeckt,
dann hat Gott...

Wenn der Trost den wir geben, uns weiter trägt
und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
dann hat Gott...

Wenn das Leid das wir tragen, den Weg uns weist
Und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt,
dann hat Gott...

Gesegnete Tage und Achtsamkeit auf Gott, auf den Nächsten auf Sie selber wünsche ich Ihnen

Pfarrerin Susanne Peters-Streu