ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.1.2019

Gelebte Geschichte…
Wer wird schon 170 Jahre alt?!

von Cornelia von Uckro, Pfarrerin und Vorsteherin der MFM

Die Morgenländische Frauenmission in der Finckensteinallee 23-27 gründete sich im Jahr 1842 und feiert im November 2012 ihr 170.jähriges Jubiläum. Mit Dank und vielen Erinnerungen schaut sie auf eine bewegte Geschichte zurück und lädt Sie herzlich zum Mitfeiern ein.

Als erster Frauenverein in Deutschland setzte sie sich insbesondere für Bildung und Mission von Frauen in Indonesien (Nias und Sumatra), Indien und Afrika (Namibia, Tansania, Südafrika) sowie in Deutschland ein.

Schon 1892 gründete sie eine eigene Bibelschule als Ausbildungsseminar. Schnell wurde jedoch der Raum für die vielen interessierten jungen Frauen zu eng, so dass man umzog und wenig später – 1919 – das Missionsheim in der Finckensteinallee 27 erwarb. Dieses Gebäude war 1901 von Pastor Friedrich von Bodelschwingh für die Bethelsche Ostafrikamission erbaut worden.

Es begann nun eine Ausbildung von Frauen im kirchlichen Dienst für Gemeinden und Schulen in Deutschland sowie in Übersee.

Doch es folgten schwierige Zeiten...

1939 wurde die Bibelschule durch die Nazi-Herrschaft aufgelöst und konnte erst 1945 durch die MFM wieder eröffnet werden. Erneut wurden junge Frauen für den biblisch-missionarischen Dienst ausgebildet. Aber nach dem Bau der Mauer 1961, die unsere Stadt für 40 Jahre teilen sollte, ging die Zahl der Schülerinnen stark zurück. So entschloss man sich, die Ausbildung zu beenden und ab 1969 einen Ort der Begegnung für Christen aus aller Welt und für den Ost-West Austausch anzubieten. Es kamen viele christliche Gruppen aus West-Deutschland für einen Partnerschaftsbesuch nach Berlin und übernachteten im "Haus Morgenland".

In dieser Zeit fanden auch zahlreiche Missionsveranstaltungen statt. Besonders das jährliche Missionsfest am Pfingstmontag im "Wäldchen" war ein beliebtes Großereignis, zu dem viele aus nah und fern strömten.

1997 wurde mit dem Ev. Jugend- und Fürsorgewerk ein Kooperationsvertrag abgeschlossen.

Hierdurch konnte auf dem Gelände zunächst eine Tagungs- und Begegnungsstätte (jetzt "Hotel Haus Morgenland") sowie ein Senioren-Wohnheim entstehen. 2010 kam noch eine moderne Seniorenresidenz hinzu. Heute arbeiten im Hotel Morgenland Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam für das Wohl der Gäste.

Zum 160. Jubiläum im Jahr 2002 erhielt die kleine Kapelle – ursprünglich eine umgebaute Garage in der Mitte des Geländes – einen kleinen Vorbau sowie einen Glockenstuhl. Seither erklingt ihr Ruf täglich und lädt zu Andacht und Stille ein.

Der Freundeskreis der Morgenländischen Frauenmission trifft sich zu monatlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen, zu denen jede und jeder herzlich eingeladen ist! Noch immer besteht ein Kontakt zu den ehemaligen Missionsgebieten und zu den ausgesandten Schwestern, die bundesweit verstreut wohnen. Einige Missionsprojekte – zum Teil in Gemeinschaft mit anderen Missionswerken – wurden über viele Jahre durch die MFM gefördert. Einen Schwerpunkt bildeten Indonesien (Nari Nari auf Nias), ein Adivasi-Projekt in Indien sowie die Schule Talitha Kumi in Beit Jala / Palästina.

Zum 170. Jubiläum wollen wir Sie herzlich einladen und teilnehmen lassen an unserem Rückblick und Ausblick: Seien Sie unser Gast und besuchen Sie uns am Samstag, dem 10. November ab 17.00 Uhr zum Festprogramm Teil 1, zum Festgottesdienst am Sonntag, dem 11. November um 10.00 Uhr in der Pauluskirche am Hindenburgdamm, sowie ab 13.00 Uhr zum Festprogramm Teil 2. Wir freuen uns auf Sie!

Cornelia von Uckro
Pfarrerin und Vorsteherin der MFM

Morgenländische Frauenmission
Finckensteinallee 23-27
12205 Berlin-Lichterfelde
Telefon 030-843 889 62

Weitere Informationen und das Programm zum 170. Jahresfest finden Sie im Internet unter www.frauenmission.de.