ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Oktober 2012

26.3.2019

"Oh Sing unto the Lord"
Klassisches Chor-Konzert in der Petruskirche im Rahmen der 43. Steglitzer Kirchenmusiktage

Ein Rückblick von Torsten Lüdtke; Fotos von Reiner Kolodziej

"Oh Sing unto the Lord a new song", unter diesem Titel stand das Chor- und Orchesterkonzert am 23. September in der Petruskirche.

Vier Vokalsolisten, die Sopranistin Nathalie Siebert, der Altus Jonny Kreutter, der Tenor Thomas Volle sowie der Bass Amnon Seelig standen für die schwierigen Solopartien dem Chor der Gemeinde zur Seite, der durch sechs Instrumentalsolisten – Mira Lange an der Orgel, Renate Loock und Michiko Iiyoshi (Violine), Ralph Günthner (Viola), Sibylle König (Violoncello) sowie Masatoshi Saito (Kontrabass) – begleitet wurde.

Im Mittelpunkt des Konzertes standen mit den Worten des Psalmisten "Singt dem Herrn ein neues Lied" verschiedene Werke des als "Orpheus britannicus" bezeichneten englischen Barock-Komponisten Henry Purcell sowie vier Psalmen aus den "Biblischen Liedern" des tschechischen "Nationalkomponisten" Antonín Dvorák.

Zwei weitere Werke, die von den Vokalsolisten exzellent interpretiert wurden, Orlando di Lassos "Kyrie" und "Gloria" sowie die Sopran-Arie "Rejoice greatly O Daughter of Zion" aus Händels "Messias" rundeten das rund einstündige Programm ab. Anders als Dvoráks "Biblische Lieder", welche die persönliche Hinwendung des Komponisten zum christlichen Glauben in schwieriger persönlicher Lage zeigen, waren Purcells "Anthems" erhabene, weihevolle Kompositionen, die gemäß ihres festen Platzes in der Liturgie der Church of England, ein beredtes Zeugnis für die musikalische Kultur der britischen Hofkapelle des Königs James II. abgeben. Durch das nahezu perfekte Zusammenspiel von Chor, Solisten und Orchester wurde der kammermusikalische Charakter von Purcells Werken betont, und auch in der Petruskirche war einiges von der intimen, doch barock-prächtigen Atmosphäre der King's Chapel zu spüren, die sich vor allem in dem Anthem "O, Sing unto The Lord" zeigte.

Stilistisch ganz anders als die geistlichen Werke des Barock sind die "Biblischen Lieder" Dvoráks. Eigentlich 1894 für Klavier und Solostimme geschrieben, bearbeitete Dvorák die zehn Stücke nach biblischen Texten in tschechischer Sprache für großes Orchester. Diese Fassung lag wohl auch der Bearbeitung von Jarmil Burghauser zugrunde, aus der vier Psalmen erklangen, darunter auch die Vertonung des dem Konzert titelgebenden Psalmen "Singet dem Herrn ein neues Lied". Durch die Bearbeitung für gemischten Chor wie auch durch die instrumentale Begleitung durch ein Kammerorchester haben Dvoráks Psalmen viel von der gewollten Monumentalität, dem "amerikanischen Stil", eingebüßt, doch wirkten sie so inniger und schienen dem Wesen der biblischen Texte auch näher verhaftet zu sein. Der Vers des Psalmisten "Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich; das Meer brause und was darinnen ist", der beim Konzert mehrfach erklang, traf schließlich auch am Schluss auf das Publikum zu: Ein nicht enden wollender Beifall zeugte von der Freude der Zuhörer und dem gelungenen Abend..

Torsten Lüdtke