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19.1.2019

1982–2012: 30 Jahre Kunst in der Petruskirche

Vor 30 Jahren wurde ein Projekt verwirklicht, das im damaligen West-Berlin ein Novum darstellte: "Petruskirche für Lichterfelde". Warum den Kirchenraum nur eine Stunde am Sonntag nutzen? Sie sollte der Gemeinde als Gottesdienstort erhalten werden, aber zusätzlich auch noch andere Begegnungen und Veranstaltungen ermöglichen – als "Offene Kirche" mit einer multifunktionalen Nutzung.

30 Jahre Kunstausstellungen in der Petruskirche

Im Frühjahr 1982 war der Umbau der Petruskirche abgeschlossen und die frischgestrichenen Wände des Kirchenschiffs und der Winterkirche waren bereit für die erste reguläre Bilderausstellung des in Teheran geborenen Berliner Malers Ebrahim Ehrari.

 
Ebrahim Ehrari

Die Stunde der Wahrheit war gekommen in der unausweichlichen Begegnung der Gottesdienstbesucher mit zeitgenössischer Kunst in der Kirche. Es gab bis dahin in unserer Stadt keine Erfahrungen damit. Die Initiatoren der Kulturarbeit in der Petrusgemeinde versprachen sich durch die multifunktionale Nutzung der Petruskirche eine wichtige Bereicherung und einen starken Anziehungspunkt in Lichterfelde. Die Skeptiker befürchteten, dass durch das Zeigen moderner Kunst die letzten getreuen Gottesdienstbesucher aus der Kirche vertrieben würden.

Der Zuspruch übertraf jedoch alle Erwartungen. Die ersten Kunstausstellungen wurden ein voller Erfolg. Und auch der Gottesdienstbesuch nahm zu. Die Winterkirche war für die anschwellende Zahl der sonntäglichen Besucher viel zu klein... Nach 30 Jahren und über 200 Ausstellungen in der Petruskirche wissen wir: Kunst und Kultur steigern die Offenheit der Kirchengemeinde. Sie eröffnen ein spannendes Betätigungsfeld für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, für Künstler und Kunstinteressierte. Sie ermöglichen Begegnungen für Menschen, die sonst nicht mit Kultur und Kunst in Berührung kommen. Sie schaffen Kontakte und Gemeinschaft in Lichterfelde. Wichtige Ziele sind dabei: Freiheit leben, Provokationen und Konflikte verarbeiten und Toleranz fördern.

Kunstausstellung / Ausstellungseröffnung: 30 Jahre Kunstausstellungen in der Petruskirche

Dienstag, 23. Oktober 2012, 20 Uhr, Petruskirche

Es stellen aus: Rolf Sturm, Renate Pallmann, Petrus Akkordeon, Hans Gert Winter, Hartmut Hüfner, Barbara Zirpins, Matthias Hollefreund, Helmut Klock, Jürgen Rißmann, Jürgen Hoffmann, Benhard Nürnberger, Rolf Steinhausen, Tanja P. Lapislazuli, Hanneke van der Houven, Corn.elius, Nina Heinrichs, Burghild Eichheim, Karin Christiansen, Nora Sturm, Lutz Poetter

Die Ausstellung ist geöffnet mi & sa von 10–13 Uhr und vor und nach allen Kulturveranstaltung in der Petruskirche bis 25. November 2012

Natürlich erregten die ausgestellten Kunstwerke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler manchmal Anstoß. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber gerade das sollen und dürfen sie auch. Seit Jahrhunderten waren Kunst und Kirche eng verbunden – allerdings nicht gleichberechtigt. Künstler erhielten den Auftrag, die Kirchen prächtig auszuschmücken und die biblische Botschaft in Altarbildern und Heiligendarstellungen zu illustrieren. Kunst in der Kirche war dienende Kunst. Die Ausstellungen in der Petruskirche sind einer modernen Kunst gewidmet, die sich gemeinsam mit der Wissenschaft von kirchlicher und staatlicher Obrigkeit emanzipiert hat. In unserer pluralistischen Gesellschaft sind Kunst und Kultur Randphänomene. Das macht sie allerdings nicht unwichtig. Schließlich stehen wir als christliche Kirche inzwischen auch am Rand des gesellschaftlichen Interesses und betrachten die Stimme des Glaubens als fundamental wichtig für alles Leben.

So wünsche ich mir auch im nächsten Jahrzehnt eine offene Petruskirche für Lichterfelde und Umgebung, mit vielen eindrucksvollen Kunstausstellungen und mitreißenden Konzerten.

Herzlichen Glückwunsch und gutes Gelingen!

Pfarrer Lutz Poetter

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