Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.9.2019

Hans-Joachim Brauer: Aus meinem Reise Bilder Buch
Laufende Kunstausstellung

Hans-Joachim Brauer – Lebenslauf

Am 5. März 1916 wurde ich in Berlin-Friedenau geboren.

Nach Schule und Malerlehre in einer jüdischen Firma, die den ganzen Westen Berlins bearbeitete, machte ich Bekanntschaft mit dem sichtbaren Kulturgut in den Villen der Reichen. Ich malerte sogar in der Sommervilla Liebermanns und in der Villa von Reemtsma, der noch 1935/36 eine Ausstellung von Barlach veranstaltete und mir einen Katalog schenkte: den Fries der Lauschenden.

Nach der Lehre bekam ich ein Angebot für ein acht-semestriges Studium an der Kunstgewerbeschule Charlottenburg. Dort entdeckte ich meine Begabung für Schriftgestaltung und wechselte deswegen nach dem Arbeitsdienst zur Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe, um bei dem Schriftlehrer Boehland viermal in der Woche weiter zu studieren. In der vorlesungsfreien Zeit arbeitete ich in den Ausstellungshallen am Funkturm.

1939 eingezogen zum Militärdienst kam ich nach fünf Jahren Soldatenzeit 1945 in amerikanische Gefangenschaft, die mich dann an die Franzosen übergaben. Dort kam ich in ein Lager an der belgischen Grenze, Kohlebergwerksgegend. Ich brauchte aus gesundheitlichen Gründen nicht unter Tage einfahren. Für das Minenbüro bekam ich Grafikeraufträge, so dass ich dann ein 'laissez passer' bekam, mit dem ich jederzeit aus dem Lager heraus konnte. Das war das große Los. So bin ich dann zweieinhalb Jahre lang jedes Wochenende zum Zeichnen und Malen hinausgegangen. Das war der Anfang einer Leidenschaft. Im Winter schnitt ich mir von den Handschuhen drei Fingerlinge ab, um den Stift halten zu können.

1948 wieder in Berlin, gab es erst 1950/51 wieder Aufträge für mich am Funkturm. Als mir eine Lehrerstelle an einer privaten Kunstschule angeboten wurde, nahm ich an und habe diesen Posten sechs Jahre lang ausgeübt. Danach wurde ich an die Hochschule für Kunst als Typograf und Schriftgestalter berufen. Als Ausstellungsgestalter und Grafiker habe ich mein Können unter Beweis gestellt.

In den vorlesungsfreien Zeiten machte ich mit Kollegen viele Studienreisen in die Provence, nach Spanien und Italien. Allein bereiste ich Jugoslawien, Tunesien und Algerien.

Ca. 1949 begann ich mit der Umsetzung meiner Zeichnungen in Schwarz-Weiß-Linolschnitte. Erst ein Aufenthalt auf der Fischerinsel Burano mit ihren stark farbigen Häusern hat dazu beigetragen, mich wieder ausschließlich der farbigen Gestaltung zuzuwenden. Und zwar mit Ölkreidestiften, weil sie unterwegs einfacher zu handhaben sind.

Der statische Aufbau meiner Arbeiten liegt sicher in meiner gestalterischen Arbeit als angewandter Grafiker und Ausstellungsgestalter begründet.

In der Kunstbibliothek Berlin sind meine Arbeiten einzusehen. Ebenfalls Schülerarbeiten aus der privaten Kunstschule. Dazu aus 50 Jahren Weihnachtskarten und eine Serie schwarz-weiß Fotografien.

Die Austellung ist geöffnet Mi & Sa von 10-13 Uhr und vor und nach allen Kulturveranstaltungen in der Petruskirche bis zum 12. August 2012.

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