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16.7.2018

Was verbindet Lichterfelde mit Argentinien?
Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.

von Klaus Leutner

Auf den ersten Blick wenig. Zwischen Lichterfelde und Argentinien liegt alleine schon eine riesige Entfernung und – mal Hand aufs Herz: Was wissen wir denn über Argentinien? Wenig, lautet in der Regel die Antwort.

Abend der Begegnung

am 7. Mai 2012 von 18.00 bis ca. 21.00 Uhr im Gemeindehaus der Dreifaltigkeitsgemeinde, Gallwitzallee 4-6, 12249 Berlin

Feierstunde

am 8. Mai 2012 von 10.00 bis ca .11.30 Uhr an der "Säule der Gefangenen", Wismarer Str. 26-36, 12207 Berlin


Gedenkfeier am 8. Mai 2011 (Foto: Krause)

Und doch gibt es eine Geschichte, die Lichterfelde mit Argentinien verbindet. Ein argentinischer Staatsbürger war im KZ-Außenlager Lichterfelde gefangen. Er wurde als Kind deutscher Auswanderer in Argentinien geboren. Irgendwann zog der junge Mann nach Deutschland. Die Gründe dafür kennen wir nicht, genauso wenig die seiner Verhaftung. Als er in das Lichterfelder KZ-Lager eingeliefert wurde, war er etwa 30 Jahre jung. Eines Tages wurde er in das KZ Sachsenhausen zurücktransportiert und von der dortigen Gestapo gefragt, ob er sich nicht "zu Deutschland bekennen" wolle. Trotz Versprechungen der Gestapo blieb er standhaft und wechselte nicht die Staatsangehörigkeit.

Über diese Entdeckung informierte ich bereits im vergangenen Jahr den argentinischen Botschafter und bat ihn, an der Feierstunde der Initiative KZ Außenlager Lichterfelde e.V. (IKZ) zum "Tag der Befreiung" am 8. Mai in Lichterfelde teilzunehmen. Deshalb wird dieses Jahr an der "Säule der Gefangenen" der argentinische Botschafter zu uns sprechen.

Der ebenfalls schon traditionelle "Abend der Begegnung" wird dieses Jahr am Montag, 7. Mai, im Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirchengemeinde in Berlin-Lankwitz von 18.00 Uhr bis um 21.00 Uhr stattfinden. Wir laden Sie gemeinsam mit der gastgebenden Kirchengemeinde herzlich dazu ein. Unsere langjährigen Freunde, Zeitzeugen aus Belarus (Weißrußland), Israel, den Niederlanden, Norwegen, Polen und aus Tschechien, freuen sich auf ein Gespräch mit Ihnen. Jede Geschichte unserer Gäste ist eine individuelle und einzigartig. Nutzen Sie die Möglichkeit, am "Abend der Begegnung" in einem persönlichen Gespräch einige davon zu hören. Sie können Interessantes erfahren und der Angesprochene erfährt eine Aufmerksamkeit, die ihm oftmals in seinem Leben verweigert wurde. Die meisten Gäste können Deutsch, wo nicht Deutsch gesprochen werden kann, sind Dolmetscher dabei, die Ihnen gerne helfen.

Am Dienstag, 8. Mai, um 10.00 Uhr findet dann wieder an der "Säule der Gefangenen" in der Wismarer Straße in Berlin-Lichterfelde unsere Gedenk- und Feierstunde mit allen unseren liebgewordenen Gästen statt. Wir wollen ihrer und unserer Befreiung vom Nazijoch durch die Armeen der Alliierten in einem feierlichen Rahmen gedenken. Musikalisch wird diese Veranstaltung durch das Schülerorchester des Oberstufenzentrums für Bürowirtschaft und Verwaltung und das Schülerensemble des Beethovengymnasiums begleitet. Gegen 11.30 Uhr wollen wir die Veranstaltung beenden.

Der Botschafter Argentiniens in Deutschland, S.E. Herr Victorio Taccetti, und eine Schülerin oder ein Schüler des Oberstufenzentrums werden zu uns sprechen. Sie merken, Lichterfelde und Argentinien sind doch nicht so weit entfernt, wie es den Anschein hat.

Bringen Sie auch Ihre Freunde, ob jung oder alt, recht zahlreich mit. Wir wollen zeigen, dass ein nazistisches Experiment für Deutschland, für die Welt, genug war.

Ihr Klaus Leutner, Vorsitzender der "Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V."

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