Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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11.12.2019

Taizé – Jugend zu Gast in Petrus-Giesensdorf und Eben Ezer

von Josepha Prinzler

Als ich im März 2011 erfuhr, dass das Europäische Jugendtreffen von Taizé 2011/2012 zum ersten Mal in Berlin stattfinden würde, war ich sehr erfreut und sofort entschlossen in irgendeiner Weise mitzuarbeiten. Noch mehr freute ich mich, als fest stand, dass unsere Gemeinde Eben Ezer gemeinsam mit der Gemeinde Petrus-Giesensdorf Gastgeber sein würde. Im September bildete sich eine Vorbereitungsgruppe aus beiden Gemeinden, die sich zuerst alle vier Wochen, kurz vor dem Treffen dann jede Woche zusammensetzte und plante. Vor allem galt es für insgesamt 182 Jugendliche Schlafplätze zu finden. Als uns kurz vor Heilig Abend immer noch 30 Plätze fehlten, hieß es Vertrauen! Und – Gott sei Dank! – bis zum 28. Dezember hatten wir sogar 184 Schlafplatzangebote.

Vielen, vielen Dank an alle, die ihre Türen geöffnet haben und zwei bis neun Jugendliche aufgenommen haben!!! So konnte es losgehen!

Am 26.Dezember reisten die ersten 25 Helfer an. Am 27. trafen wir uns zum Dekorieren und Herrichten des Saales und am 28. Dezember war wohl der anstrengendste Tag für uns als Vorbereitungsgruppe: 157 Jugendliche wollten (ziemlich gleichzeitig) empfangen und auf die Unterkünfte aufgeteilt werden.

Neben den sehr, sehr schönen Erfahrungen, die ich mit meinen eigenen Gästen während des Treffens machen durfte, war ein riesiges Geschenk für mich die super gute Zusammenarbeit in unserer Vorbereitungsgruppe. Es war beeindruckend, dass jede Aufgabe jemanden fand, der sie mit Freude und Zuverlässigkeit ausfüllte. Ein anderes Geschenk für uns als Vorbereitungsteam waren zwei Jugendliche, die sich etwa eine Woche vor dem Treffen bei uns meldeten. Sie kannten zwar die Gemeinden nicht, dafür aber Taizé und wollten gerne mithelfen. Mit ihrem Eifer und ihrer Motivation haben sie uns sehr unterstützt – und vielleicht haben sie über Taizé auch den Weg in die Gemeinde gefunden…

Ich bin Gott sehr dankbar, dass das Treffen bei uns so gut verlaufen ist. (Auch wenn ich danach gerne noch eine Woche Urlaub zum Schlaf nachholen gehabt hätte…)

Es war so toll zu erleben, wie in den Tagen Beziehungen gewachsen sind zwischen den jungen Gästen, den Gastgebern, den Jugendlichen aus den Gemeinden, zwischen Menschen aus Slowenien, Kroatien, Spanien, Polen, Frankreich, Italien, Deutschland, Finnland und aus der Ukraine. Es wurde gemeinsam gebetet, gesungen, diskutiert, sich ausgetauscht, gefeiert, gelacht…

Das Europäische Jugendtreffen ist jetzt vorbei, aber ich glaube, ganz vieles hat damit gerade erst angefangen.

Josepha Prinzler

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Stimmen der Gäste

Ungefähr 25.000 junge Menschen haben sich aus ganz Europa auf den Weg nach Berlin gemacht. In unserer Gemeinde hatten wir 182 Jugendliche aus Spanien, Italien, Kroatien, Polen, Finnland, Frankreich, Deutschland, Slowenien und aus der Ukraine.

Vier von ihnen verraten uns, was ihre Erwartungen an das Treffen waren, was ihnen am besten gefallen hat und was sie schließlich mit anderen Menschen und mit Gott während des Treffens erleben durften:

César aus Spanien

Als ich ankam waren meine Erwartungen nicht besonders hoch, denn es war mein erstes Taizé-Treffen und ich wusste nicht, wie es werden würde. Das Beste am Treffen war, Vertrauen zu Gott zu spüren und zu meinen Brüdern – und außerdem das freundliche Miteinander mit den Leuten von Taizé und von der Gemeinde. Ich glaube, ich konnte durch das Treffen mein Wissen über Ökumene erweitern.

Das Schlechteste am Treffen war das frühe Aufstehen.

Breo aus Spanien

Das Beste am Treffen in Berlin war nicht nur die großartige Organisation, die dieses unglaubliche Event möglich machte oder der herzliche Empfang der Gemeinden und der Gastfamilien, die ihre Häuser so großzügig für uns öffneten, sondern die unvergesslichen Momente, in denen wir gemeinsam mit anderen jungen Erwachsen aus vielen Ländern uns über das Beste, das wir haben, austauschten, über unseren Glauben und Gottes Gegenwart zu spüren in den Gebeten in Gemeinschaft.

Dies war mein drittes Europäisches Treffen und es war absolut herausragend! Auch wenn ich so weit weg wohne, wollte ich hinfahren, weil ich denke, dass es die beste Möglichkeit ist Silvester zu feiern. Meine Erwartungen sind sehr einfach. Ich fahre zu den Taizé-Treffen um die letzten Tage im Jahr Jesus nah zu sein, auf Ihn zu hören, in Gemeinschaft zu beten und meinen Glauben mit Menschen anderer Traditionen und Kulturen zu teilen und mich mit ihnen darüber auszutauschen.

Ich erlebte während des Treffens, wie Gott wirklich bei mir war, ein großartiges Glück! Ich bin nicht alleine in meinem Glauben!

Taizé ist ein kleiner Schatten des Himmels, ein Platz der grenzenlosen Freude, wo alle Unterschiede und Mauern verschwinden und alle in Gemeinschaft Gott anbeten.

Ich habe es wirklich genossen Animateur (Gesprächsgruppenleiter und Kontaktperson zwischen Jugendlichen und Gemeinde) zu sein, denn die Leute aus der Gemeinde waren toll! Sie kümmerten sich um uns und haben alles sehr gut vorbereitet. Meine Gesprächsgruppe war auch wundervoll. Wir hatten eine Menge Spaß und tiefgründige Diskussionen, die mich sehr bereicherten.

Last but not least, war meine Gastfamilie in Berlin wirklich sehr nett und großzügig und ich war sehr glücklich, während des Treffens bei ihnen zu sein.

Francesco aus Italien

Das Beste am Treffen war die morgendliche Gesprächsgruppe, denn ich war in einer richtig guten Gruppe. Wir waren nicht so viele, ungefähr sieben Menschen, aber wir waren uns sehr, sehr nah. Und natürlich der letzte Abend, an dem ich der Moderator sein durfte (beim Fest der Nationen). Es war für mich so gut, der Link, das verbindende Element zwischen all den Leuten aus den verschiedenen Nationen zu sein…es war eine große Ehre!

Einige Erwartungen: Es war mein sechstes Treffen, deshalb wusste ich, dass es toll werden würde. Ich hoffte, dass ich in einer Familie (und nicht in einem Massenquartier) unterkommen dürfte, weil man dadurch viel besser die deutsche Bevölkerung kennen lernen kann – ich kam zu einer Familie und es hat mir wirklich sehr gut gefallen! Mein Freund und ich waren in einer super netten Familie, die Tochter kam oft mit uns mit und sie war wirklich sehr nett und freundlich, wie auch alle anderen, denen sie uns vorgestellt hat. Ich habe vor dem Treffen erwartet, dass ich viele dauerhafte Freundschaften knüpfe und diese Erwartungen haben sich erfüllt, denn ich traf ganz viele Leute mit denen ich für immer in Kontakt bleiben möchte!!

Ich erlebte ganz viel während der morgendlichen Treffen und des Morgengebetes in der Gemeinde SAINT PETER SKIZENDORFFFF (Francesco konnte Petrus-Giesensdorf nicht aussprechen…) Ich fühlte mich sehr, sehr verbunden mit Deutschland und Deutschen. Sie waren so nett, tiefsinnig und voll guter Werte, denke ich…ich konnte das wirklich fühlen…denn wir trafen eine Menge tiefsinniger und wirklich guter Leute. Ich liebe Berlin und ich würde gerne dort leben, zwischen all den wundervollen Menschen!

Marco aus Italien

Da ich quasi schon ein Veteran bei den Taizé-Treffen bin, hatte ich keine speziellen Erwartungen. Ich wusste mehr oder weniger, was auf mich zukommen würde. Was mich (unerwartet) sehr erfreut hat, war, dass Bruder Alois (Prior der Kommunität) in seinem Brief den Schwerpunkt auf das Thema Solidarität gelegt hat. (Der Brief erscheint jedes Jahr zum Treffen und war unter anderem Grundlage für die Diskussionen in den Gesprächsgruppen).

In einer Welt, die jeden Tag schnelllebiger wird, gibt es keine wirklichen Sicherheiten mehr und die Armut nimmt immer mehr zu (nicht nur aus ökonomischer Sicht). Als Menschen sind wir dazu aufgefordert, nicht den Kontakt zur Realität zu verlieren und die gesellschaftliche Situation aufmerksam zu beobachten. In diesem Kontext ist Solidarität der einzige Weg unsere Gesellschaft zu retten.

Das Treffen an sich habe ich genossen, weil

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Stimmen der Gastgeber

Lisa Sych, 23 Jahre, Studentin in Berlin

Insgesamt waren ca. zwei Monate zwischen dem ersten Vorbereitungstreffen und der Ankunft der Gäste. In dieser Zeit hat die Vorfreude auf die vielen unbekannten Leute so zugenommen, dass wir es dann wirklich kaum erwarten konnten sie tatsächlich willkommen zu heißen! Es waren sehr unterschiedliche Menschen im Vorbereitungsteam, was ich als Herausforderung, doch zunehmend als Bereicherung empfand. Ich habe erlebt, wie Gott Menschen mit den unterschiedlichsten Begabungen zusammen stellt, damit er sein Ziel erreicht! Jedes Treffen war für mich kaum Arbeit, sondern versprühte Segen!

Schwierig gestaltete sich aber die Schlafplatzsuche in den Gemeinden, da nur sehr spärliche Rückmeldungen kamen. Das liegt neben einer Planungsunsicherheit wahrscheinlich auch daran, dass für einige die Vision von Taizé nicht mit den eigenen Überzeugungen vereinbar war. Das finde ich schade!

Die Durchführung der 5 Tage klappte organisatorisch einwandfrei! Jeder fand sich in seinem Aufgabenbereich wieder und wer eine helfende Hand suchte, hat diese auch ohne Murren bekommen. Für mich war es ein großer Segen mitwirken zu dürfen und ich würde es IMMER wieder tun!

Gerda

Am 28.Dezember holte ich "meine" beiden Gäste in Petrus-Giesensdorf ab.

Es waren zwei junge Studentinnen aus Norditalien. Die Mathmatikstudentin sprach Englisch, die andere studiert Russisch und Deutsch. Die Verständigung klappte prima. Bruchstückhaft kehrten meine Englischkenntnisse zurück, Elisa sprach deutsch und übersetzte.

Beide konnten auf meiner Couch schlafen. Ich richtete ihnen Frühstück, den Tee kochten sie selber.

Wir hatten auf Anhieb volles Vertrauen zueinander, deswegen bekamen sie sofort einen Schlüssel.

Elisa und Mariapaola bewegten sich ganz leise in der Wohnung, waren hilfsbereit und zwei ganz, ganz liebe Leute. Sie fühlten sich sehr wohl bei mir.

Am Neujahrstag feierten Mariapaola und ich unsere Geburtstage mit Frühstück und Mittagessen. Es war das erste Mal, dass Mariapaola ihren Geburtstag im Ausland beging.

Das Essen schmeckte ihnen gut, von roter Grütze waren sie total begeistert. Sie baten um die Rezepte von den Speisen. Wir tauschten unsere Mailadressen.

Uns dreien war es eine Freude und ein Vergnügen, zusammenzusein und uns aus unserem Leben und Rätsel und Witze zu erzählen und zusammen zu beten.

Supertoll!!!!!!

Simona Schilling

Am ersten Tag des neuen Jahres, war mir, als würde die ganze Stadt weinen. Ein paar dieser Tränen waren von mir. Es fiel mir nicht leicht, mich von den Gästen, die über die vorangegangenen Tage meine Freunde geworden waren, zu verabschieden. Insbesondere aber hatte ich die traurige Gewissheit, dass mir die intensive Zeit mit und vor Gott fehlen würde. All das konnte ich mir ein paar Tage zuvor, als ich den Anruf erhielt, meine polnischen Gäste seien eingetroffen, noch gar nicht vorstellen. Mit ein paar anderen "ERlebt- und ÜBERlebtlern" wollten wir uns das Taizé Treffen einfach einmal anschauen, die Luft schnuppern, sehen, ob es wirklich so viele Leute sind. Doch ganz so "einfach" war es dann (zum Glück) nicht. Schon beim ersten Abendgebet wurden wir von dieser berühmt-berüchtigten Taizé Begeisterung angesteckt: Von den tausenden Jugendlichen die bereits in Bussen und Bahnen Lieder anstimmen um ihre Freude herauszulassen; Von dem Staunen über einen Gottesdienst in dem Orthodoxe, Baptisten, Methodisten und Anglikaner zusammen mit Katholiken, Protestanten, Presbyteriern und vielen anderen zusammenkommen und gemeinsam den Herrn loben; Von dem Wunder, wie die Taizé-Gesänge über Sprachbarrieren hinweg Gemeinschaft in Christus ermöglichen; Der Höhepunkt der Zeit war für mich das Abendgebet am 31.12, an dem das Licht aus der Geburtstgrotte Jesu in den Hallen weitergegeben wurde, bis jede Kerze, auch meine, brannte.

Magdalena Fleischer

Josepha hatte mich für die Vorbereitungsgruppe gewonnen – gern habe ich für Quartiere geworben und vielen Leuten vom Taizé-Treffen erzählt. Schon die Planungen im Pfarrbüro von Susanne Peters-Streu waren besondere Abende mit Gemeindemitgliedern von Petrus-Giesensdorf und Eben-Ezer und Taizé-Brüdern.

Vom 29.12 bis 1.1. frühstückten wir um 7.30 Uhr mit einem jungen Ehepaar aus der Ukraine und vier jungen Männern aus dem Südosten Polens. In unseren Gesprächen erfuhren wir, dass einige in Potsdam waren und in Berlin Mitte. Sie erzählten, was sie studieren und etwas von ihrer Stadt Przemysl. Am ersten Morgen ging es sehr ruhig zu, im Verlauf der Zeit wurden die Gespräche lebhafter und herzlicher, wir haben gern zusammen gelacht.

Zum Morgengebet trafen wir uns im Gemeindehaus, ich war beeindruckt, wie viele junge Menschen dicht gedrängt zusammen saßen, Bibeltexte in verschiedenen Sprachen hörten, gemeinsam Taizé-Lieder sangen und lange Zeit schweigen konnten in stillem Gebet.

Von der anschließenden Gesprächsgruppe war ich so begeistert, dass ich an allen Tagen teilnahm. Elisa aus Italien, 23 Jahre jung , moderierte souverän die Beiträge zu den Fragen nach Vertrauen zu den Menschen und zu Gott - alles auf Italienisch und Deutsch. In unserer Gruppe waren fünf Italiener, ein Spanier, zwei aus Kroatien, zwei aus der Ukraine und drei Deutsche.

Ein bewegendes Erlebnis war am Silvesterabend um 23 Uhr das Gebet für den Frieden und nach Mitternacht das Fest der Nationen mit lustigen Vorführungen und Beiträgen zum Mitmachen.

Wir wurden als Gastgeber reich beschenkt!

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