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19.1.2019

Offene Altenarbeit in Jerusalem

Nach dem Entsendungsgottesdienst vom 4. September in unserer Petruskirche, in dem auch ein junger Mann von seinem zukünftigen Freiwilligendienst in Jerusalem berichtete, heute ein Bericht der Freiwilligen, die ihren Dienst nach einem Jahr dort beendet hat. Sie war in der offenen Altenarbeit in Jerusalem beschäftigt und schreibt in ihrem letzten Blog:

Die Bewerbung für einen Freiwilligendienst

Zur Bewerbung gehört eine ganze Menge, manches wird einiges Nachdenken und etwas Arbeit erfordern. Vielleicht fällt es dir schwer, solche Auskünfte über dich an eine Organisation zu schicken, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter du nicht kennst. Warum nehmen wir nicht einfach deinen Namen und deine Adresse auf und laden dich dann zum Gespräch ein?

Weil die Bewerbungsunterlagen für uns eine Möglichkeit sind, etwas von dir zu erfahren und das Bewerbungsgespräch angemessen vorzubereiten. Deine Auskünfte geben uns einen Eindruck davon, wo du herkommst, was du mitbringst und was du willst. Sie helfen uns, während des Info- und Auswahlseminars das Gespräch mit dir gründlicher zu führen. Schließlich ist es für beide Seiten eine folgenreiche Entscheidung, sich auf eine längere Zusammenarbeit einzulassen. Und wir sind nicht zuletzt unseren Partnerinnen und Partnern im Ausland eine verantwortungsbewusste Auswahl und gute Zusammenarbeit schuldig.

Weitere Infos unter www.asf-ev.de

Alle Informationen werden von ASF vertraulich behandelt!

Bewerbungsschluss ist der 1. November 2011.

"September 2010: Ich bin Esther Buck (geb. 1990) und habe bis vor kurzem in Dettingen/Erms zwischen Stuttgart und Ulm gewohnt. Seit September 2010 bin ich nun mit ASF in Israel, weil ich zeigen will: Ich vergesse die Vergangenheit nicht und ich will Verantwortung übernehmen, damit sich Geschichte nicht wiederholt. Meine Arbeit hier ist vielseitig, am besten aber gefällt mir die "Offene Altenarbeit". Es ist unglaublich bereichernd, den älteren Menschen zu begegnen, ihre Geschichten zu hören und einfach mit ihnen Zeit zu verbringen.

Danger!

Das war das einzige englische Wort, das dem Polizisten in Naharija mitten in der Nacht eingefallen ist. Dann eben nochmal auf Hebräisch, aber bitte langsam.

"E-s gi-bt ein verdä-chtiges Ob-jekt", buchstabiert er uns auf Hebräisch. Ach so, also nichts Schlimmes, wir sind halt in Israel, denken wir uns und setzen uns auf eine Mauer, um zu warten bis wir die Straße weiter hochlaufen können, um zu unserer Wohnung zu kommen.

Freundlicherweise macht uns der Polizist einige Minuten später darauf aufmerksam, dass wir bitte unsere Ohren zuhalten sollen. Wir schauen uns noch verdattert an, da wird der herrenlose Koffer auch schon gesprengt.

Ganz Naharija ist jetzt auf den Beinen, fast von jedem Balkon schauen uns fragende Blicke an. Nein, deuten wir an, wir wissen auch nicht mehr. Weitere fünf Minuten später sind wir endlich in der Wohnung angekommen, es ist ein Uhr in der Nacht.

Die vergangene Woche war ich in Naharija, um mir gemeinsam mit Sarah bewusst zu werden, dass unsere Zeit in Israel zu Ende geht. Der Zeitpunkt steht unmittelbar vor der Tür, doch können wir es einfach nicht fassen. Nach 5 genialen Tagen, die zu großen Teilen aus Schlafen, Strand, Essen und kleinen Ausflügen bestand, ereignete sich an unserem letzten gemeinsamen Abend der oben beschriebene Zwischenfall.

Für deutsche Ohren mag das dramatisch klingen, doch wir haben (teilweise auch mit Schrecken) festgestellt, dass uns diese "Zwischenfälle" kaum noch was ausmachen. Woran mag das liegen? Zum einen bestimmt daran, dass wir wissen: Wir sind noch drei Tage da. Und zum anderen, weil wir uns daran gewöhnt haben.

Ein Jahr in Israel, Esther in Jerusalem, geht zu Ende.

Zum einen bin ich froh, dass ich diese Polizeibegegnungen in nächster Zeit (hoffentlich?!) nicht mehr haben werde. Und gleichzeitig mischt sich in die Freude Traurigkeit, Jerusalem und die liebgewonnenen Menschen zurückzulassen und auch die Ungewissheit, was kommen wird. Wie das Deutschland, das ich vor einem Jahr verlassen habe, auf mich wirken und was es mir bringen wird.

Um es mit den Worten aus meinem Projektbericht zu sagen:

Nun geht das Jahr im Nahen Osten zu Ende. Ein Jahr, in dem ich mich schwer getan habe mit der Politik der israelischen Regierung, in dem ich mich an erst einmal an die Mentalität der Menschen gewöhnen musste und dafür jetzt manchmal voll Freude genauso unfreundlich am Telefon antworte. Ein Jahr mit schwierigen Zeiten und unvergesslichen. Ein Jahr, das definitiv anders war als ich noch letzten August gedacht habe. Und ein Jahr, das ich nicht mehr missen will.

Ich danke euch für euer Interesse an meinem Blog, für all die Mails, Briefe, Postkarten und Packete, die ihr geschickt habt und für die Gedanken und Gebete, die man zwar nicht sieht, die aber genauso wichtig sind.

Und nun freue ich mich, euch bald wieder in "life" zu sehen, zu hören und zu riechen Ein letztes Mal

Schalom aus Jerusalem,

Eure Esther"

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