ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.7.2019

Nachlese: Seniorenreise nach Oppurg
Ein Rückblick

von Diedrich de Vries


Foto: Dietrich de Fries

Ich war "NEU". Ich war einer von acht neuen Teilnehmern der diesjährigen "Seniorenreise nach Schloss Oppurg in Thüringen". Sie fand vom 4.6. – 18.6. statt. Wir waren eine Gruppe von insgesamt 31 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 73 Jahren. Die Jüngste war 58 Jahre alt und mit der ältesten Teilnehmerin haben wir ihren 90ten Geburtstag gefeiert.

Obwohl ich selber im Seniorenalter bin, habe ich vor dem "Überangebot an Jahren" anfänglich Bedenken gehabt. Ich fragte mich, ob ich mich unter so viel alten Menschen wohl fühlen werde. Wie die eigene Spucke schmeckt, das weiß man, aber wie schmecken mir die Mitreisenden? Und wie schmecke ich ihnen?

Ich bin doch mitgefahren und habe schon während der Hinfahrt sämtliche Vorurteile über Bord geworfen. Allen Teilnehmern wurde, wenn nötig, mit einer selbstverständlichen Sorgfalt und Umsicht geholfen. Keiner brauchte sich mit seinen unterschiedlichen Handicaps zurückgesetzt fühlen. Das lag anfänglich am eingeübtem Reiseteam: Gisela Meyer und Runhilt Dallmann. Inka Langner, Karin Reuter und Lutz Poetter sind kurz danach zu uns gestoßen. Später hat jeder von uns geholfen, wo Hilfe nötig war, z.B. beim Rollstuhl schieben, und auch die, die ihren Rollator brauchten, konnten jeden Weg bewältigen und wurden unterstützt. Dieses Verhalten hat dem Miteinander gut getan, für mich war es praktizierte Nächstenliebe. Mehr davon würde die Welt verändern.

Für viele von Ihnen ist es überflüssig, Schloss Oppurg zu erklären, denn diese Reise wird seit sechs Jahren durchgeführt, es wäre also so, als werde ich Eulen nach Athen tragen. Aber ich möchte knapp die äußeren Umstände schildern, die ich erlebt habe, um "Neugierige" neugierig zu machen. Melden Sie sich im nächsten Jahr rechtzeitig an, vielleicht bekommen Sie dann noch einen Platz:

Für Hin- und Rückfahrt hat sich das Busunternehmen "Potsdam Tours" mit dem sehr freundlichen Fahrer Herrn Taubert einen guten Namen gemacht. Die Fahrt dauert mit einer kurzen Pause 3 ½ Stunden. Wer die Bundesstraße B 281 zwischen Neustadt an der Orla und Pößneck befährt, den führt der Weg direkt zur Gemeinde Oppurg. Am Ziel zeigt sich, gar nicht der Größe der Gemeinde angepasst, das gewaltige Barockschloss Oppurg. Die Geschichte des Schlosses, so liest man, reicht zurück auf eine mittelalterliche Festung, die als Wasserburg gebaut wurde. Bis 1945 wurde das Schloss als Jagdschloss und Sommerresidenz genutzt. Nach einer gründlichen Restaurierung dient es heute als Bildungsstätte für das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland e.V. Unsere Gemeinde versucht immer im Juni für 14 Tage freie Plätze zu bekommen. Wir benutzen dann das Schloss und die zu Appartements umgebaute Remise ganz alleine. Da es 71 Betten gibt, ist es so geregelt, dass jeder ein Einzelzimmer bekommt.

Der überaus liebenswürdige, aufmerksame und freundschaftliche Eindruck fängt schon bei der Begrüßung an. Das Personal umarmt alle bekannten Gesichter und heißt alle Neuankömmlinge herzlich willkommen. Dieser Ton bleibt bis zum Schluss erhalten, es ist also ganz echt.

Die Küche hält jedem Vergleich mit einem 3 Sterne-Hotel stand, dazu kommt auch noch das immer strahlende Lächeln des Koches.

Ein Tag im Schloss ist nie zufällig, sondern schon lange vom Team geplant. Er fängt um 8:30 Uhr mit einer Andacht an, mit anschließendem Frühstücks-Buffet. Dann folgt um 10.00 Uhr eine Gymnastik-Runde, geleitet von Gisela Meyer, um 11.00 Uhr wird Volkstanz angeboten, beide Angebote machen Spaß, sind gesund aber vollkommen freiwillig. Mittagessen ist um 12.00 Uhr und anschließend bis 15.00 Uhr Mittagschlaf. Dann folgen verschiedene Angebote, wie z.B. Fahrten in die Umgebung. Diesmal war Kirchenbesuch in Kolba, am andren Tag eine Busfahrt nach Naumburg, Jena und zur wundervollen Stadt Saalfeld. Dort haben viele ihre Einkaufswut stillen können oder saßen bei einem Eis-Café.

Das waren nur einige Beispiele, im nächsten Jahr werden wieder andere Orte angesteuert, es gibt noch viele Ecken, die man sich ansehen sollte. Um 18.00 Uhr wird das Abend-Buffet gereicht und anschließend ist dann im Rokoko-Saal Spielen, Trinken, Quatschen angesagt, wer will kann auch Fernsehen. Dann ist Abend-Ruh, man wird durch Froschkonzerte in den Schlaf gesungen.

Und irgendwann ist Kofferpacken angesagt. Ich glaube, dass sich jeder auf sein Zuhause freute und trotzdem nimmt man wehmütig Abschied. Auf dieser Reise mussten leider drei Mitreisende früher als geplant wieder nach Hause fahren, aber es wurde uns noch im Schloss mitgeteilt, dass es Gott sei Dank allen Dreien wieder besser geht.

Unser Abschiedsgruß:
"Liebe Petrus-Giesensdorfer! Allen eine gute Heimfahrt und eine schöne Zeit bis zum nächsten Jahr. Bleiben Sie vor allem gesund und lassen Sie es sich gut gehen. Danke für die schöne Zeit mit Ihnen, es war für uns fast wie Urlaub.
Herzlichst Ihre Hausdame Frau Felkel und das ganze Team vom Schloss."

Frage: Wurden Sie auch schon mal so nett verabschiedet?

Diedrich de Vries