Begegnung mit ehemaligen KZ-Häftlingen am 7. und 8. Mai
Zwischen 1942 und 1945 befand sich in der Wismarer Straße, direkt am Teltowkanal, ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Bis zu 1.400 Häftlinge aus 18 verschiedenen Nationen lebten hier, um im Auftrag der SS in ganz Berlin als Zwangsarbeiter tätig zu sein. Häftlinge aus Lichterfelde mussten als Bauarbeiter arbeiten, halfen bei Räumarbeiten nach Bombenangriffen und waren so Teil des Lebens in Lichterfelde.
Gedenkfeier an der Gedenksäule, 2010
Im Rahmen der Neubebauung des Geländes wurde 2001 eine Gedenksäule und -tafel der Öffentlichkeit übergeben. Damals hat sich die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde gegründet, um diesen Gedenkort mit Leben zu erfüllen. Unter der Losung "Nie wieder!" will der Verein dieses dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit vor allem der Jugend nahebringen. Seit zehn Jahren werden ehemalige Häftlinge als Gäste zur Gedenkfeier eingeladen. Einige der inzwischen Hochbetagten kommen jeweils zum Jahrestag ihrer Befreiung nach Berlin. "Wir wollen ihnen zuhören, um ihr Engagement gegen die Nazidiktatur zu verstehen und ihr Leid anzuerkennen. Sie sollen spüren, dass weder das eine noch das andere vergessen wird", sagt Klaus Leutner, der Vorsitzende der Initiative. Besonders erfreut ist er über die Mitwirkung von Schülern und Lehrern aus dem Bezirk an der Gedenkfeier.
Am Sonntag, dem 8. Mai beginnt die Veranstaltung an die "Säule der Gefangenen" um 11.30 h. Der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Schütz sowie Herr Dr. Martyniak von der Gedenkstättenleitung Auschwitz werden zu den Bürgern sprechen.
Bereits am Sonnabend, dem 7. Mai können die Lichterfelder sich beim "Abend der Begegnung" mit den Gästen aus Belarus, Deutschland, Holland, Israel, Polen und der Ukraine austauschen.
Die Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf lädt um 18 Uhr in ihren Gemeindesaal im Ostpreußendamm 64 ein.
Harald Hensel, Tel.: 811 98 35
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