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22.5.2019

BBI Fluglärm über Lichterfelde?

von Herbert Rinneberg


Drei Vorschläge (28. März 2011) für Abflugrouten (durchgezogene Linien) von der Nordbahn bei Westwind für Ziele im Norden und Nordosten. (Quelle: DFS)


Anflugkorridore (grau, 14. März 2011) auf die Nordbahn des BBI bei Ostwind, die durchgezogene Linie entspricht dem Vorschlag vom 6. September 2010. (Quelle: DFS)

Die gute Nachricht

Landeanflüge auf die Nordbahn des BBI werden voraussichtlich nicht über Lichterfelde führen!

Als am 6. September 2010 die Deutsche Flugsicherung (DFS) neue Flugrouten für den BBI veröffentlichte, brach in Brandenburger Gemeinden und in den südlichen Berliner Bezirken, die zuvor als vom BBI-Fluglärm nicht betroffen galten, jetzt aber überflogen und verlärmt werden sollten, ein Sturm der Entrüstung los. Beispielsweise sollten bei Ostwind während Verkehrsspitzenzeiten Flugzeuge, die auf der Nordbahn des BBI landen wollten, von Hennigsdorf im Norden quer über Berlin nach Lichterfelde im Süden geführt werden, bevor sie nach einer Kehrtwende schließlich auf den Radarstrahl des Instrumentenlandesystems in ca. 900m Höhe über Siethen bei Ludwigsfelde aufsetzen.

Dieser Anflugverkehr würde Lichterfelde massiv verlärmen. Vielleicht hat inzwischen der Protest der Bürgerinitiativen doch etwas genutzt: die DFS hat am 14. März 2011 neue Korridore für Anflugrouten für Verkehrsspitzenzeiten vorgeschlagen, die den Anflugverkehr vollständig um Berlin herumführen und bei Ostwind sogar westlich von Potsdam verlaufen. Außerhalb der Spitzenzeiten wird für Landeanflüge der Einfädelpunkt bei Siethen wie bisher auch künftig direkt angeflogen werden, aber Lichterfelde ist hiervon praktisch nicht betroffen, da Lichterfelde zu weit östlich liegt!

Die schlechte Nachricht

Lichterfelde wird vermutlich von startenden Flugzeugen überflogen werden!

Die Fluglärmkommission (FLK) Berlin-Schönefeld hat der DFS am 28. März 2011 mehrheitlich empfohlen, dass bei Starts von der Nordbahn des BBI zunächst geradeaus geflogen werden soll. Bei Westwind führt die Startroute zunächst nach Diedersdorf westlich von Blankenfelde, knickt dann um ca. 18° nach Norden ab und verläuft annähernd parallel zur Autobahn A10 südlich an Großbeeren vorbei bis in die Nähe von Sputendorf. Hier endet auch schon die Empfehlung der FLK, hinsichtlich der Weiterführung von Abflugrouten soll möglichst auf der nächsten Sitzung am 9. Mai 2011 eine Empfehlung abgegeben werden. Da die neue Abflugroute weiter südlich verläuft als im September 2010 geplant, wäre sie ein Fortschritt für Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS), aber auch für Lichterfelde und Zehlendorf. Leider hat die Sache einen Haken: Abflugrouten sind nur bis zu einer Flughöhe von 1524 m zwingend vorgeschrieben und in der Praxis wird deshalb nicht so geflogen, wie es die geplanten Routen auf dem Papier vorgeben. Piloten, die nach einem Start in Richtung Westen die Flughöhe von 1524 m erreicht haben, können nach erfolgter Freigabe durch die DFS von der vorgeschriebenen Route ab-drehen, Teltow/Lichterfelde oder Kleinmachnow/Zehlendorf überfliegen und somit die Flugroute in Richtung Nordosten abkürzen.

Der Startverkehr vom Flughafen Schönefeld in Richtung Westen zeigt bereits heute, dass leichte Flugzeuge die Kehrtwende schon zwischen Blankenfelde und Ludwigsfelde machen, während zukünftig Flugzeuge mit einem mittleren Steigvermögen von ca. 80 m pro km Flugstrecke die Freigabehöhe erst in der Nähe von Sputendorf erreichen werden und, einem Vorschlag der DFS zufolge, die Kehrtwende nach Norden/Nordosten/Osten über dem Wannsee machen sollen. Es wird erwartet, dass ca. 55 Flugzeuge bei Westwind mit einem Ziel im Norden/Nordosten/Osten von der Nordbahn starten und TKS sowie Lichterfelde/Zehlendorf/Wannsee überfliegen und verlärmen werden. Die Anzahl dieser Flugzeuge wird jedoch steigen, wenn BBI zu einem internationalen Drehkreuz mit einer "Wachstumsroute" nach Osten entwickelt wird. Ein Überfliegen des Berliner Südwestens könnte z.B. verhindert werden, wenn die Freigabehöhe entsprechend angehoben wird. Flugzeuge mit einem geringen Steigvermögen, wie schwere vierstrahlige Interkontinentalflugzeuge, sollen dagegen erst weiter westlich, z.B. über dem Autobahndreieck Werder umkehren.

Noch sind keine endgültigen Entscheidungen hinsichtlich der Flugrouten gefallen, deshalb muss der Protest und politische Druck aufrecht erhalten werden. Engagieren Sie sich deshalb in der Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm ( www.lichterfelde-gegen-fluglärm.de).

Kontakt können Sie unter der Adresse E-Mail und unter der Telefonnummer (030) 712 93 53 aufnehmen.

Herbert Rinneberg
Sprecher der Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm