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11.12.2018

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel
1961 kam die erste Freiwilligengruppe nach Israel

von Stephanie Habedank-Kolodziej

Für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste beginnt das Jahr 2011 mit einem besonderen Jubiläum: 50 Jahre Arbeit und Projekte konnten im März in Jerusalem gefeiert werden.

Das ist umso bemerkenswerter, als es im Jahr 1961 noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staate Israel gab. Es ist auch das Jahr, in dem mit Beginn des Eichmann-Prozesses die jüngere deutsch-jüdische Katastrophe ganz Israel erschütterte. Trotzdem erklärte sich der Kibbuz Urim in der Negevwüste bereit, die Anfrage von Aktion Sühnezeichen aus Berlin positiv zu beantworten und eine Gruppe junger Deutscher für 6 Monate aufzunehmen.


ASF-Gründer Lothar Kreissig (Foto:wikipedia)

Da zudem in Berlin im August 1961 der Mauerbau für Turbulenzen in der von Lothar Kreyssig für ganz Deutschland gegründeten Aktion Sühnezeichen sorgte, konnte der Einsatz der ersten Gruppe erst im Herbst beginnen. Seitdem haben etwa 1500 junge Deutsche, seit 1990 aus dem ungeteilten Land, Friedens- und Versöhnungsdienst in Israel leisten können.

Jehuda Riemer vom Kibbuz Urim, in Halberstadt geboren und bis heute zum Freundeskreis von ASF gehörend, nahm an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil und empfing am 12. März die Jubiläums-Reisegruppe in seinem Kibbuz, um über diese Anfänge zu berichten.

Das Fest begann am Sonntag, dem 6. März mit einem Gottesdienst in der deutsch-evangelischen Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt.


Katrin Göring-Eckardt (Präsidentin des ev. Kirchentages) Jakob Hirsch (Vorsitzender des Freundeskreises von ASF Israel) und Dr. Elisabeth Raiser (Vorsitzende von ASF) – Foto: ASF

Beim anschließenden Empfang im wunderschönen Kreuzgang würdigte nach der Begrüßung durch Propst Uwe Gräbe und den Geschäftsführer von ASF, Dr. Christian Staffa, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt die Versöhnungsarbeit von ASF in Israel.

Das dreitägige Programm beinhaltete von da an verschiedene Besuche bei aktuellen Projekten, die Kunstausstellung eines ehemaligen Freiwilligen im Goetheinstitut Jerusalem und Diskussionen und Symposien mit interessanten Teilnehmern zu unterschiedlichen politischen, interreligiösen oder -kulturellen Themen.

Am Montag, dem 7. März fand am Abend die große Jubiläumsfeier im Hotel Ramat Rachel bei Jerusalem statt. Nach verschiedenen Grußworten der am Fest Beteiligten sprach als Festrednerin die Präsidentin des Bundesrates, Frau Hannelore Kraft. Diese Aufgabe, der sie mit Sachkenntnis und großem Einfühlungsvermögen nachkam, war Teil ihres ersten Reiseprogramms in dieser Funktion, das sie für fünf Tage zu verschiedenen Stationen in Israel und Palästina führte. Aus der Stadt Dachau war der Oberbürgermeister, Peter Bürgel, angereist. Er hatte eine Band, Lupin, mitgebracht, die ein festliches Abendessen pianistisch begleitete und am 8. März mit einem Konzert für gute Stimmung beim Abschlussempfang der Deutschen Botschaft für deutsche Volontäre in Israel sorgte.

Freiwillige aus vielen verschiedenen Sühnezeichen-Generationen konnten sich bei diesem sehr gelungenen Fest und der anschließenden einwöchigen Jubiläumsreise über viele interessante Projekte informieren, die ASF heutzutage ihren Freiwilligen anbietet. Die arbeiten mit in der historischen Bildung, z.B. in Yad Vashem, in der politischen Bildung an der Uni Tel Aviv, mit älteren Menschen (auch und immer noch Shoa Überlebenden) in Tagesstätten und psychosozialen Beratungsstellen, bei Menschen mit Behinderungen oder sozial Benachteiligten.

Weil Vermittlung und Versorgung der Volontäre, die auch aus unserer Gemeinde jedes Jahr mit einem Gottesdienst nach Israel und in andere Länder geschickt werden, neben viel Idealismus auch viel Geld kosten, hier noch ein kleiner Hinweis:

Ein ehemaliger Freiwilliger will in diesem Jahr beim Berlin-Marathon Spenden für ASF "erlaufen". Hinweise dazu im Internet unter www.helpedia.de/spenden-aktionen/asf-spendenmarathon-2011

Stephanie Habedank-Kolodziej

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