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26.3.2019

Ich war's! – 7 Wochen ohne Ausreden
Die Fastenaktion der evangelischen Kirche


Foto: Stephanie Hofschlaeger@pixelio.de

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.
Das Leben kann ganz anders sein

Wer fastet, der hat die Chance, sich selbst zu überraschen: Fällt es mir leicht, sieben Wochen auf Schokolade zu verzichten? Ist mein Leben anders, wenn ich keinen Rotwein trinke? Was entdecke ich, wenn ich täglich einen Psalm lese? Wer fastet, der schafft sich selbst neue Freiräume.

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch (9. März 2011) und endet Ostersonntag (24. April 2011). "7 Wochen anders leben" heißt die Aktion, mit der der Verein "Andere Zeiten e.V." Menschen in dieser Zeit begleiten möchten.

Wer bei der Aktion (Kosten: 9.50 €) mitmacht, erhält wöchentlich Post: einen "echten" Brief auf festem Papier, in schöner Farbe, persönlich gestaltet. Jeder Brief enthält Erfahrungsberichte und Anregungen, eine biblische Geschichte, die in die Situation von Fastenden spricht, dazu Gedichte und eine Karikatur. "7 Wochen anders leben" umfasst sieben Briefe, die Sie erfreuen und in Ihrem Fastenvorhaben unterstützen möchten.

Wer Interesse hat, schaue doch einfach mal unter www.anderezeiten.de vorbei oder melde sich bei: Andere Zeiten e. V., Fischers Allee 18, 22763 Hamburg, Telefon (040) 47 11 27-27

Alle reden von Verantwortung, die jemand übernehmen soll. Gemeint sind meistens die anderen. Wenn einem selbst etwas misslingt, ist das Wetter schuld oder die Technik oder es sind einfach die Verhältnisse.

Die Fastenaktion "7 Wochen ohne" ermuntert: Schluss mit den faulen Ausreden. Wer sich traut, "mein Fehler" zu sagen und um Entschuldigung zu bitten, ist stark. Auch wenn man zunächst Kritik auszuhalten hat, am Ende erntet man Respekt.

Und: Ehrlichkeit sorgt dafür, dass man glaubwürdig bleibt. Allerdings bedarf es für ein Klima der Ehrlichkeit auch einer veränderten Fehlerkultur. Wer eine Schwäche offenlegt, muss auf Gnade bauen können. Für Christen eigentlich selbstverständlich.

Mehr als zwei Millionen Menschen beteiligen sich jährlich an der Fastenaktion "7 Wochen ohne" der evangelischen Kirche. Seit 28 Jahren lädt die Aktion ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag bewusst zu erleben und zu gestalten. "7 Wochen ohne" – das heißt auch: eingeschliffene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, seinem Leben möglicherweise eine neue Wendung zu geben oder auch nur wieder zu entdecken, worauf es ankommt.

In Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen haben sich in dem Vierteljahrhundert tausende Fastengruppen gebildet. Das Motto 2011 heißt:

"Ich war’s! – Sieben Wochen ohne Ausreden!"

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Die Fastenaktion

1983 beschloss in Hamburg eine Gruppe von Journalisten und Theologen, sieben Wochen lang – von Aschermittwoch bis Ostern – zu fasten. Auf einen Aufruf in einer Kirchenzeitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche meldeten sich 70 Teilnehmer. Ein Jahr später nahmen 300 Menschen teil. Die Idee breitete sich rasch aus, so dass die Koordination 1992 von der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche an das bundesweit tätige Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main übertragen wurde. 1989 beteiligten sich bereits rund 500.000 Menschen an der kirchlichen Fastenaktion.

Mittlerweile nehmen laut einer Emnid-Umfrage jährlich mehr als 2 Millionen Menschen in Deutschland an der Fastenaktion "7 Wochen ohne" teil, wobei die Gesamtzahl der Bundesbürger, die während der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten wollen, gemäß einer forsa-Umfrage von 2007 für das Magazin stern bei rund 11,5 Millionen Menschen liegt.

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik organisiert, betreut und unterstützt die Fastenaktion, zum Beispiel durch Medieninformationen, Fastenkalender, Fastenbegleitbriefe und weitere Materialien sowie durch einen eigenen Internetauftritt. Seit 1983 haben sich in Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen tausende von Fastengruppen gebildet, die sich mit lokalen Angeboten an der Aktion beteiligen. Über die jähr­liche Fastenaktion wird regelmäßig in den Medien berichtet, wie zum Beispiel in Rundfunk-, Fernseh-und Zeitungsbeiträgen.

Nachdem von den Reformatoren das Fasten ganz oder doch zumindest als gutes Werk (vgl. Rechtfertigung) abgelehnt wurde, geriet der Brauch in den protestantischen Kirchen über die Jahrhunderte in Vergessenheit. Die Aktion hat die ursprünglich gemeinchristliche Tradition im deutschen Protestantismus wieder populär gemacht.

Ziel ist die bewusste Gestaltung der Passionszeit. Die Aktion lädt Menschen ein, Alltagsgewohnheiten zu überdenken: Sie verzichten zum Beispiel auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Süßigkeiten oder andere Bequemlichkeiten wie Fernsehkonsum, Fertiggerichte oder Internet. Dadurch schaffen sie Platz für Veränderungen, entwickeln neue Perspektiven und stellen fest, was Lebensqualität ausmacht. Ein weiteres Motiv ist, durch Konsumverzicht Solidarität mit Benachteiligten zu zeigen. Dabei folgt die Aktion der Einsicht "Weniger ist mehr" und stellt heraus, "7 Wochen OHNE sind auch 7 Wochen MIT".

Denn wo Verzicht ist, sei auch Platz für Neues.