ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.5.2019

Renate Kolmorgen


Verabschiedung von der GKR-Vorsitzenden Renate Kolmorgen 2001

Auszug aus dem GKR-Bericht vom Dezember 2001

... Zuletzt möchte ich Frau Kolmorgen erwähnen.

Wer nicht wie ich manchmal ausgiebige – auch private – Gespräche mit ihr hat führen dürfen, könnte meinen, Frau Kolmorgen ist grenzenlos in ihrem Einsatz für Petrus-Giesensdorf. Es fiel ihr schwer diese Grenze zu finden, auch "nein" zu sagen zu Erwartungen an ihre Person. Nahezu grenzenlos war ihr zeitlicher Einsatz. Sie zeigt stets die Bereitschaft die Grenze dessen, was ihr vertraut war, zu überschreiten:

Neues auszuprobieren und anzunehmen war ihr ein Bedürfnis. Dabei hat sie stets die Grenzen der Fairness und der Aufrichtigkeit eingehalten. Ohne Berührungsängste auch vor unangenehmen Situationen und Gesprächen zu sein, zeichnete sie aus. In den gemeindlichen Verwaltungsprozessen kämpfte sie mitunter wie Donna Quichote gegen die Grenzen von wachsenden Ablagen und Archiven.

Mit Frau Kolmorgen zusammen den Vorsitz dieser Gemeinde zu führen hat einen großen Teil meiner positiven Erfahrung der letzten drei Jahre ausgemacht, dafür möchte ich ihr Danke sagen. Ihr und allen anderen wünsche ich Gottes Segen.

Detlef Lutze

Nach kurzer schwerer Krankheit ist unsere ehemalige GKR- Vorsitzende Renate Kolmorgen geb. Heistermann von Ziehlberg am 9. Dezember gestorben. Mit viel Dankbarkeit für ihren Einsatz in unserer Kirchengemeinde haben wir von ihr Abschied genommen. Unser Mitgefühl gilt der Familie. Renate Kolmorgen hat getragen, was sich nicht ändern ließ.

Geboren wurde sie am 24. Dezember 1934 in Neuruppin, als drittes von sechs Kindern. 1936 zog die Familien nach Berlin Lichterfelde, hier ging sie zur Schule. Während des Krieges ist die Familie nach Pommern evakuiert und Anfang 1945 flieht sie wieder Richtung Westen, die zwei jüngsten Geschwister sterben auf der Flucht. Im Februar 1945 wird ihr Vater auf persönliche Anordnung Hitlers wegen angeblicher Unterstützung eines Beteiligten des 20. Juli erschossen, da war sie 10 Jahre alt.

Von Pfarrer Gern wird sie in Lichterfelde konfirmiert. "Wie teuer ist deiner Güte Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben", so lautet ihr Konfirmationsspruch aus dem Psalm 36.

Sie machte das Abitur und studierte an der Ingenieurschule für Bauwesen und schloss ihr Studium ab als Diplom-Ingenieur für Kartographie. Im Falk-Verlag lernte sie ihren Ehemann kennen, 1968 hat sie geheiratet.

In der Parallelstraße hat die Familie gelebt, hier ist ihre Tochter geboren, hier hat sie ihre Mutter, die in der Nachbarschaft wohnte, gepflegt bis sie 1995 verstarb.

In der Gemeinde hat sie im Familiengottesdienstteam mitgearbeitet und ist 1995 in den Gemeindekirchenrat gewählt worden. Den GKR-Vorsitz übernahm sie in schwierigen Zeiten. Mit Treue und in sehr hilfreicher Art hat sie diese Aufgabe ausgefüllt, wir haben ihr viel zu verdanken. Sie hat zugehört, ernst genommen und ist sehr verantwortlich mit allen und allem umgegangen. Das entsprach ihrem Wesen. Wenn man etwas tut, dann richtig und korrekt. Sie hat sich in den Anderen hinein versetzt und gefragt, was bedeutet dies oder jenes für den Anderen, hat sich selber eher zurückgenommen, um andere nicht zu verletzen. Auch nach dem Umzug nach Zehlendorf ist sie unserer Gemeinde verbunden geblieben.

Wir danken Gott für Renate Kolmorgen, für alles was uns mit ihr geschenkt war und vertrauen sie der Barmherzigkeit Gottes an.

Pfarrerin Susanne Peters-Streu