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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Dezember 2010 |
27.5.2012 |
Über die Entstehung dieses Liedes gibt es folgende Legende: Weissel hätte einen starken Nordoststurm, der von der nahen Samlandküste herüber wehte erlebt. Der brachte viel Schnee mit sich, er hatte in der Nähe des Domes zu tun. Die Schneeflocken klatschten den Menschen auf der Straße gegen das Gesicht, als wollten sie ihnen die Augen zukleben. Die Leute und er selber auch strebten dem Dom zu, um Schutz zu suchen. Der freundliche und humorvolle Küster öffnete die Tür mit einer tiefen Verbeugung und sagte: "Willkommen im Hause des Herrn! Hier ist jeder in gleicher Weise willkommen, ob Patrizier oder Tagelöhner! Sollen wir nicht hinausgehen auf die Straßen, an die Zäune und alle hereinholen, die kommen wollen? Das Tor des Königs aller Könige steht jedem offen." Macht hoch die Tür, die Tor macht weit Er ist gerecht, ein Helfer wert O wohl dem Land, o wohl der Stadt Macht hoch die Tür die Tor' macht weit Komm, o mein Heiland Jesu Christ Nachdem Weissel den Schnee von seinem Gewand abgeschüttelt hatte, klopfte er dem Küster auf die Schulter und sagte: "Er hat mir eben eine ausgezeichnete Predigt gehalten!" Sie blieben im Vorraum des Domes, bis sich das Unwetter ein wenig legte. In der Zwischenzeit sah er fortgesetzt zu dem hohen Portal, und da kamen ihm die ersten Verse in den Sinn. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt, derhalben jauchzt mit Freuden singt, gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat." Eine starke Sprache. Gott die innere Tür öffnen und mit seinem Kommen in diese Welt rechnen, ein König aller Königreich. Die Geburt Jesu vor mehr als 2000 Jahren ist Zeichen, dass Gott in seine Schöpfung kommt, sich als Mensch uns Menschen zeigt. Wie komme ich zum wesentlichen, in dieser Adventszeit und an Weihnachten? Dass wir uns nicht verpassen, dass ich nicht vorbeigehe, da wo Gott sich finden lässt. Dass ich mein Tor nicht dicht mache und meine Tür verrammele und dann auch noch die Klingel ausstelle. In diesem Advent möchte ich nicht klagen, nicht klagen über den Konsum, nicht klagen über die Welt, nicht über die Menschen, die gar nichts mehr wissen von der Bedeutung des Weihnachtsfestes, nicht über die Hektik, nicht über die zu große Geschäftigkeit. Ich will fragen jeden Tag neu, welche Tür kann ich aufmachen, welches Tor muss weiter gemacht werden, damit Gott kommt und einkehrt, damit die Welt verwandelt wird und Leben gelingt, deines und meines, das in der Nähe und in der Ferne. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…" – ich denke an Menschen, für die gerade diese dunkle Jahreszeit eine unglaubliche Belastung ist. Durch persönliche Schicksalsschläge oder auch durch eigenes Verschulden ist die Tür zum Leben verschlossen worden. Traurigkeit und Angst, innerer Rückzug und Abkehr. Wie kann die Tür wieder aufgehen? Wie kann das Schloss zum Tor im Inneren geknackt werden? "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..." das gilt auch für uns, für mich und dich. Durch unsere Geduld, unser Wahrnehmen, unsere Anteilnahme und Aufmerksamkeit kann sich Menschen, deren Tore verschlossen sind, etwas auftun. "Macht hoch die Tür…" ist ein nicht nur frommes und beschauliches Lied, sondern Worte, die in uns wirken wollen, was Gott will, dass alles aufgeht, dass keine Tore mehr Menschen voneinander und von sich selbst trennen. Dass da Weite ist in den Herzen. Ich wünsche uns in der Adventszeit, dass die Tore zum Leben weit aufgehen, dass der Geist des Advents unser Herz erreicht und dass dies hinaus strahlt in die Welt. Pfarrerin Susanne Peters-Streu
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