ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Dezember 2010

22.11.2017

BBI-Flugrouten über Lichterfelde
Aufruf zur Gründung einer "Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm"

von Herbert Rinneberg

Lichterfelde wird leider vom zukünftigen Fluglärm weit mehr betroffen sein, als dies bisher allgemein bekannt ist. Es sind nicht die von der Nordbahn des BBI startenden Flugzeuge, die für Lichterfelde das Problem darstellen, sondern der Fluglärm des Landeanflugverkehrs der Nordbahn, unter dem Lichterfelde und viele Bezirke des südlichen Berlin leiden werden (s. Karte).

Um die Interessen von Lichterfelde rechtzeitig zu vertreten, schlage ich die Gründung einer "Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm" vor und bitte Sie um Ihre Unterstützung und Mitarbeit.

In der Karte finden Sie die von der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) am 6. September 2010 vorgeschlagenen Landeanflugrouten, die von erfahrenen Piloten auf eine topographische Karte übertragen und in der Presse veröffentlicht wurden ("Die Anflugrouten des BBI", Bildzeitung, 29.10.2010).

Wie man sieht, wird der aus Norden kommende Landeanflugverkehr für die nördliche An/Abflugbahn des BBI über Lichterfelde geführt und zwar sowohl bei Ostwind (rot eingezeichnet) als auch bei Westwind (orange eingezeichnet). Je nach Windrichtung biegt der Landeanflugverkehr zunächst nach Westen (bei Ostwind) bzw. nach Osten (bei Westwind) ab, um sich beispielsweise bei Ostwind über Ludwigsfelde (genauer: Siethen) in einer Höhe von ca. 1000 m auf den Leitstrahl des Instrumentenlandesystems zu setzen.

Dies bedeutet, dass bei Ostwind Lichterfelde von landenden Flugzeugen in einer Höhe von ca. 1.200-1.400 m überflogen wird. Da Landeanflugrouten von den Fluglotsen der DFS je nach Verkehrsaufkommen festgelegt werden (im Gegensatz zu den Startrouten, die die bis zu einer Höhe von 1500m gesetzlich vorgeschrieben sind), ist die seitliche und vertikale Streuung der Anflugrouten groß, sodass die südlichen Berliner Bezirke, insbesondere Lichterfelde, durch niedrig fliegende Flugzeuge im Landeanflug flächenmäßig beschallt werden.

Legt man die prognostizierten Flugbewegungen von insgesamt 360.000 Starts und Landungen pro Jahr, entsprechend 180.000 Flugbewegungen für die Nordbahn oder 90000 aus dem Norden kommende Landeanflüge pro Jahr zugrunde, dann bedeutet dies, dass durchschnittlich (bei 6 Tagen/Woche) bis zu 290 Landeanflüge pro Tag über Lichterfelde geführt werden. Dies wird zu einer erheblichen Minderung der Lebensqualität in Lichterfelde führen und sicherlich auch einen Verfall der Immobilienpreise nach sich ziehen.

Derzeit redet alle Welt nur von den Abflugrouten, auch in der Presse geht es vorwiegend um die Startrouten, die Landeanflüge werden dagegen kaum diskutiert. Die Bürgerinitiativen der vom Startverkehr besonders betroffenen Gemeinden und Bezirke (z. B. Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Wannsee, Nikolassee, Schlachtensee, Zehlendorf-Mitte, Lichtenrade, Mahlow-Nord, Zeuthen, Rangsdorf), erheben lautstarken Protest gegen die vorgeschlagenen Abflugrouten. Dagegen wiegt sich Lichterfelde in trügerischer Sicherheit. Dabei wird Lichterfelde wegen der niedrigen Höhen der sich im Landeanflug befindenden Flugzeuge gleichermaßen oder möglicherweise sogar noch stärker vom Lärm betroffen sein als einige der oben genannten Gemeinden und Bezirke.

Die neu zu gründende Bürgerinitiative Lichterfelde wäre Mitglied im Dachverband ("Keine Flugrouten über Berlin") in der aus Steglitz-Zehlendorf bereits die Bürgerinitiativen Wannsee, Nikolassee/Schlachtensee und Zehlendorf-Mitte vertreten sind, bisher aber noch nicht Lichterfelde.

Wir sollten nicht warten, bis ein Kompromiss für die Abflugrouten gefunden wird, um unsere Anliegen vorzutragen, da dann die Gefahr besteht, dass danach die vorgeschlagenen Landeanflugrouten in Bausch und Bogen akzeptiert werden. Nur durch politischen Druck können die vorgeschlagenen Landeanflugrouten geändert werden!

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich an der geplanten Bürgerinitiative beteiligen würden.

Herbert Rinneberg

Herbert Rinneberg
Ahlener Weg 13h, 12207 Berlin
Tel.: 7129353
E-Mail