ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.5.2019

Rückblick auf unsere Fahrt durch Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf

von Gisela Meyer


So sah der Kleinmachnower Gutshof ursprünglich aus.

Wir hatten wieder einmal Glück: Nachmittags kam die Sonne raus und setzte das herbstlich bunt gefärbte Laub ins rechte Licht.

Wie nicht anders erwartet, hatte Herr Woy wieder eine abwechslungsreiche Tour zusammengestellt. Zuerst ging's durch Seehof, dann Richtung Mahlow zum neuen S-Bahnhof Teltow-Stadt und zum Teltower Regionalbahnhof. Unser nächstes Ziel war die inzwischen sanierte Altstadt mit der Andreaskirche, dem neuen Rathaus im ehemaligen Schwarzen Adler, dem Marktplatz mit dem Stubenrauch-Denkmal und dem ältesten Haus der Stadt, in dem das Heimatmuseum sein Domizil hat. Nach dem Alten kam das Neue: Die Ortsumfahrung mit dem großen Gewerbe- und Einkaufsgebiet an der Oderstraße. Unser Stadtführer hätte sicher noch viel mehr zu Teltow erzählen können, aber wir wollten ja noch weiter.

Vom Dorf Kleinmachnow ist außer der Kirche und der Bäkemühle kaum noch etwas vorhanden. Jedoch ließen sich, jenseits der Bäke bzw. des Teltowkanals viele bekannte Künstler, Schriftsteller, Schauspieler, Bankiers und Ärzte teilweise imposante Villen in großen Gärten errichten. Besonders für diese Bewohner Kleinmachnows gab es im Dritten Reich, in Zeiten der DDR und nach der Wiedervereinigung schwierige Situationen, weil jeweils eine andere Personengruppe vom Staat bevorzugt oder diffamiert wurde. Natürlich gab es auch Häuser und Wohnungen für ganz "normale" Menschen, zu denen beispielsweise die Familie von Frau Dallmann gehörte. 1938 in Kleinmachnow geboren und aufgewachsen, schilderte sie uns lebhaft, wie ihre Kindheit trotz Krieg und vieler Einschränkungen in der Nachkriegszeit frei und ungezwungen verlief. 1952 endeten mit der Verhaftung und anschließenden Verurteilung ihres Vaters zu 4 Jahren Zuchthaus, der sich in seiner Drogerie kritisch zur Partei geäußert hatte, abrupt ihre guten Erinnerungen. Ein richtiger Bauboom, der noch immer anhält, begann wenige Jahre nach dem Fall der Mauer. Heute hat der Ort erstmalig in seiner Geschichte einen richtigen Marktplatz mit Rathaus, vielen kleinen und großen Geschäften und Gaststätten. Auf dem ehemaligen Gelände des Grenzkontrollpunktes Drewitz haben sich diverse Firmen angesiedelt und man hat lediglich den Kommandeurswachturm als Denkmal dort stehen gelassen.

Nach so vielen Informationen und Eindrücken benötigten wir dringend eine Kaffeepause. Herrn Woy hatte es arrangieren können, dass auf dem Seeberg in der Mensa der freien Waldorfschule Kleinmachnows ausreichend Kuchen für uns bereit stand. Mit erheblich mehr Gewicht starteten wir dann Richtung Machnower Schleuse, an der als Denkmal ein alter Straßenbahntriebwagen "unserer" Linie 96 seine ehemalige Endstation wieder gefunden hat.

Letztes Ziel Stahnsdorf: Ein idyllisches Rundlingsdorf, dessen Bauerngehöfte rund um die Dorfkirche und den Dorfteich gruppiert sind, so dass es einem nicht schwer fällt, sich in vergangene Zeiten zurück zu versetzen.

Satt gegessen, satt gesehen und voller Informationen kehrten wir zurück. Und sicher wird der eine oder andere sich mal aufs Fahrrad oder in den Bus 117 setzen, um unsere nächste Nachbarschaft noch weiter auf eigene Faust zu erkunden.