ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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20.1.2019

Jahreslosung 2010

von Pfarrerin Susanne Peters-Streu

Was bewegt Sie am Ende des alten und beginn des neuen Jahres, dass noch so unberührt vor uns liegt? Ist es Neugier auf die Zukunft? Ist es Spannung, was das neue Jahr bringen wird? Sind es Sorgen, die einfach nicht aufhören wollen? Ist es Erschrecken angesichts von Bedrohungen in dieser Welt oder im persönlichen Leben?

Der Jahreswechsel ist Zeit Abschied zu nehmen von Vergangenem und aufzubrechen in Neues. Die Jahreslosung für das neue Jahr 2010 ist einer Abschiedsrede entnommen. Jesus muss sich von seinen Jüngern verabschieden, sie werden allein weiter gehen müssen. Was wird, wenn Jesus nicht mehr bei uns ist? Unsere Hoffnungen und Pläne – mit einem Mal zerschlagen? Was soll aus uns persönlich werden? Es ist Zeit des Abschiedes, Zeit der letzten Worte miteinander. Jesus will seinen Freunden Mut zusprechen, Zuversicht schenken, etwas Verlässliches will er ihnen sagen.

Erschreckt nicht!? Ja, so einfach ist das nicht. Sie sind doch erschrocken, die Herzen! Mancher Schreck fährt einem tief in die Knochen. Manches Erschrecken war schon heilsamer Beginn eines neuen Weges. Aber der Schreck, der lähmt, der mir den Blick verstellt, der mich sprichwörtlich sitzen lässt wie das Kaninchen vor der Schlange, der Schreck, der mir alle Lebendigkeit raubt, der braucht eine Grenze.

Glaubt an Gott und glaubt an mich, sagt Jesus. Glaubt, vertraut! Und dann erzählt er weiter mit einem Bild: In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. In den Schrecken und Wirrnissen des Lebens, in den Zeiten des Abschieds, wenn die Hoffnung zwischen den Fingern zerrinnt und ich nicht weiß wo entlang und wohin, dann gibt es einen Ort, der Schutz bietet, eine Wohnung bei Gott ein Zuhause.

Ein Zuhause, da kann ich mich zeigen wie ich bin. Da kann ich zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen, da ist Geborgenheit und Sicherheit, von dort kann ich aufbrechen und Neues entdecken.

Bei Gott da gibt es Raum für Viele. Ich kann bei ihm einen Raum finden. Er lässt mir Raum für meine Gaben und Möglichkeiten und meine Grenzen. Er gibt mir Raum zu gestalten. Bei Gott da ist Platz für all unsere Möglichkeiten. Für unsere Stärken und Schwächen. Für unsere Hoffnungen und Träume, aber auch für unsere Unsicherheiten und Ängste, für unsere erschrockenen Herzen.

Nur dies ist es: Glaubt an Gott und glaubt an mich! Das ist aber leichter gesagt als getan. Denn Glauben kann ich nicht erzwingen. Ich kann ihn nicht kaufen oder verdienen, ich kann ihn nicht machen. Glauben bekommt man geschenkt. Es ist ein Vertrauen auf Gegenseitigkeit, ein sich Einlassen, bei dem man immer im Vorlage gehen muss. Glaube lässt sich nicht aus einer Position der Sicherheit heraus bekommen. Glauben gibt es gewissermaßen nur in der Bewegung, ich muss über die Brücke laufen um die Erfahrung zu machen: sie trägt.

Wer sich nicht einlässt, der wird nicht erfahren, ob der Glaube ihn trägt. – Glaube bleibt immer ein Wagnis!

Zu Beginn des Neuen Jahres wünsche ich Ihnen Gelassenheit und Gottvertrauen mit dem Liedvers von Klaus Peter Hertzsch:

"Vertraut den neuen Wegen und wandert durch die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der will uns dahin leiten, wo er uns will und braucht."

Ihre Pfarrerin Susanne Peters-Streu