ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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19.1.2019

Mexiko – Grüne Oase inmitten der Ödnis
Brot für die Welt – Projektbeispiel

Länderinformation: Mexiko

Mexiko ist fast sechsmal so groß wie Deutschland. Das Land bietet eine landschaftliche Vielfalt, die von Feuchtgebieten über Wüsten und von Dschungel bedeckten Ebenen bis hin zu alpiner Vegetation reicht.

Mit nahezu 110 Millionen Einwohnern zählt Mexiko zu den bevölkerungsreichsten Staaten Mittelamerikas. Mexiko grenzt im Norden an die USA, im Nordwesten an den Golf von Kalifornien, im Westen an den Pazifik, im Süden an Guatemala und Belize und im Osten an den Golf von Mexiko und das Karibische Meer.

Die Bevölkerung ist bunt gemischt. Mestizen, indigene Völker – meist Nachkommen der Maya, Nahua oder Azteken – und die Nachfahren der europäischen Seefahrer sind mit rund 60, 30 und knapp 10 Prozent die größten Gruppierungen. Hauptsprache ist Spanisch, seit dem Jahr 2003 sind 62 indigene Sprachen als Nationalsprachen anerkannt. Insgesamt werden in Mexiko rund 291 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Obwohl fast 50% der Gesamtfläche Mexikos landwirtschaftlich nutzbar sind, kann das Land die eigene Versorgung mit den Grundnahrungsmitteln Mais, Weizen und Bohnen nicht sichern und muss diese importieren. Die Gründe sind vielfältig: veraltete Bewirtschaftungsmethoden und Technologien, häufig schlechte Bodenqualität, unzureichende Bewässerung, mangelnde Infrastruktur und Lagerung, starke Zersplitterung des Besitzes und zunehmende Abwanderung der Landbevölkerung in die Städte.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie im Internet unter www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/

Spenden

Sie können Ihre Spende in allen Weihnachtsgottesdiensten in die Kollekte geben oder direkt überweisen auf das Konto beim Kreiskirchlichen Verwaltungsamt Steglitz (Konto-Nr. 87068, EDG, BLZ 100 602 37).

Bitte als Stichwort "Petrus-Giesensdorf, Brot für die Welt" nicht vergessen.

Das Hochland der Mixteken ist von Umweltzerstörung und Armut geprägt. Viele Familien wandern daher in die Städte oder in die nahe gelegenen USA ab. Die Organisation CEDICAM zeigt den Menschen, wie sie zur Erholung der Natur beitragen und ihr Land urbar machen können. Die Erfolge sind unübersehbar.

Jesús León verbrachte eine Kindheit ohne Bäume und Vogelgezwitscher. Denn das gab es damals nicht im "Land des Regens", wie der traditionelle Name des Mixtekenlands im Süden Mexikos lautet. Das Gebiet von der Größe Baden-Württembergs gleicht großenteils einer Mondlandschaft. Abholzung, Überweidung und unangepasste Landwirtschaft haben zu einer Bodenerosion weltweit einzigartigen Ausmaßes geführt. Viele Berghänge sind bis auf den Fels ausgewaschen, dazwischen gibt es nur wenige kümmerliche Mais- und Bohnenfelder.

1983 steckte León als 18-Jähriger seinen ersten Baumsetzling in die ausgelaugte Erde. "Mein Vater schüttelte den Kopf. Denn das Wort 'Bäumepflanzen' kannte man damals nicht", erinnert er sich León. Inzwischen haben sich seiner Bewegung 1500 Bauern aus zwölf Dorfgemein-schaften angeschlossen. Organisiert sind sie im Verein CEDICAM, dem "Zentrum für Integrale bäuerliche Entwicklung des Mixtekenlandes". Vier Millionen Bäume haben León und Hunderte von Freiwilligen inzwischen gepflanzt. 200.000 neue kommen jährlich dazu. Außerdem errichteten sie Hunderte von Kilometern Gräben und Steinmauern. In einem Gebiet von 8000 Hektar Größe konnte damit die Erosion gestoppt werden. Das brachte León im April 2008 den US-amerikanischen Goldmanpreis für Umweltschutz ein, der auch als Nobelpreis für Ökologie bezeichnet wird.

Dass er und seine Organisation einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, ist für Jesús León ein schöner Nebeneffekt. Vor allem aber geht es ihm darum, die Lage der Bauernfamilien zu verbessern. Daher hat CEDICAM 27 ehrenamtliche "Promotoren" ausgebildet. Bauern aus der Gegend, die ihre Kenntnisse in nachhaltiger Landwirtschaft an andere Familien weitervermitteln: Sie zeigen, wie Gewächshäuser und holz-sparende Öfen gebaut werden, lehren Komposttechniken und erklären, wie sich ohne teuren Kunstdünger reiche Ernten erzielen lassen – dank Rückbesinnung auf traditionelles Saatgut und wechselnde Fruchtfolgen.

Damit schafft CEDICAM eine Alternative zur weit verbreiteten Abwanderung. Gemäß Regierungsstatistik sind im Mixtekenland bis zu 60 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung emigriert. So gibt es im "Land des Regens" viele brachliegende Felder und zugleich mehr Armut als in an-deren Regionen Mexikos. Auch León gibt zu, schon ans Auswandern gedacht zu haben. Doch er ist in seiner Heimat geblieben, um dort für ein besseres Leben zu kämpfen.

Seit 2003 wird CEDICAM von "Brot für die Welt" unterstützt. Das Hilfswerk habe wesentlich dazu beigetragen, Organisation und Wissenstransfer zu verbessern, sagt Jesús León. Er wünscht sich, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Denn in Zukunft werden die Bauern im "Land des Regens" noch mehr Hilfe benötigen, um der zunehmenden Trockenheit zu begegnen.