Die Rosette
im neuen Altarraum
von Lukas Derow
Die Rosette bildet schon in ihrer ursprünglichen Fassung im Chorraum der Petruskirche den Mittelpunkt der Chorraumgestaltung.
Die wiedererlangte Öffnung beflügelt nun wieder den Geist, lässt die Gemeinde den Wandel von Licht und Sonne miterleben – und leuchtet im hier vorliegenden günstigen Fall, in dem eine künstliche Beleuchtung von einem wenig entfernten Dach aus leicht möglich ist –, wenn man will auch zur Abendstunde.
Die Rosette meines Entwurfs soll als Bleiverglasung in teilweise bemaltem Echtantikglas ausgeführt werden.
Sie könnte den Titel Metamorphose tragen, weil sich – mit den Augen den sechs Blütenblättern im Uhrzeigersinn folgend –, eine Entwicklung ablesen lässt, die in der Spitze der Rosette in hellem Gelb ihren Höhepunkt findet.
Die runde Fläche in der Mitte wird bauseits aus statischen Gründen von einer Metallstange horizontal halbiert. Dieses gestalterische Manko habe ich in die Graphik integriert, als Horizont gedeutet und erweitert.
Die Mitte der Rosette bleibt in meinem Entwurf hell und weitgehend frei. Wäre hier ein Motiv oder eine Dominanz, würde die neu erlangte Öffnung wieder versperrt. Das Blau und Rot, das in der Rosette in kleinen Splittern erscheint, findet sich auch in den Farbbändern der Bleiverglasungen im Kirchenschiff.
Die sehr unterschiedlich (5 - 20 mm) breiten Bleie der Bleiverglasung verbinden sich mit der Schwarzlotmalerei zu einer lebendigen Graphik, die das Maßwerk der Rosette begleitet und auflockert.
Das opale Echtantikglas lässt einen Teil der Sonnenstrahlen herein, je nachdem wie dicht man es wählt. Es eignet sich auch ideal zum Beleuchten von Außen, weil es auch dann lebendig wirkt.
Kreuz, Alpha und Omega
Durch die prismatisch gestaltete Oberfläche der von mir geplanten spiegelnden Reliefelemente an der Chorraumwand, werden diese das Licht aus dem Kirchenschiff reflektieren, und auf der relativ lichtlosen Chorraumwand leuchten. Diese Elemente und das Kreuz bestehen aus mit Palladium belegtem Eichenholz.
Auch wenn es mir bei meinem eingereichten 1:20 Modell so genau darzustellen nicht möglich war: Die Balken des Kreuzes haben einen dreieckigen Querschnitt, um die von mir gesuchte Lichtreflexion zu erreichen. Mit dem eingereichten Muster lässt sich diese Wirkung, die ab einem 30 Grad Winkel zur Chorraumwand eintritt, vor Ort überprüfen.
Der Altar ist in meinem Entwurf vom Sockel geholt und in die Mitte des Altarraums gerückt, sodass er den Mittelpunkt für gemeinschaftliche Erlebnisse bilden kann.
Die Form des Altars ist klassisch einfach, zurückhaltend, als Material kommt ein heller, beige-gräulicher Kalkstein in Frage, die Wünsche der Gemeinde können hier bei der Steinauswahl auch mit einfließen.
Dieser Altar kann durch 2 schöne Kerzenhalter – die sich im Idealfall vom Material auf die Wandgestaltung beziehen, geschmückt werden. (Ich kann mir auch weiterhin, je nach Anlass, eine Nutzung des unteren kleinen Altars vorstellen)
Die Türen erscheinen im momentanen Zustand wie zwei dunkle Löcher innerhalb der Chorraumwand.
Ich schlage vor, sie durch moderne Türen aus rötlichem Holz zu ersetzen, mit einfach gestalteten Türgriffen aus Messing oder Bronze, das ergäbe eine Anknüpfung zum kleinen Petrusmosaik mit Goldhintergrund.
Die Idee, die meiner Wandgestaltung inhaltlich zu Grunde liegt, ist, das Leben eines gläubigen Christen mit dem Aufgehobensein in Gott als Schöpfer und Vollender (Alpha und Omega) in Beziehung zu bringen. Die Wandgestaltung bildet hierbei quasi den Text zur Rosette.
Wie schon oben beschrieben erscheint diese Rosette in ihren sechs Randelementen eine Art zeitliche Entwicklung von Werden, Aufblühen und Vergehen, – als Beschreibung für das Leben. Dahingehend umfasst die Mitte der Rosette keine Dynamik, die Allexistenz Gottes, aus dem und zu dem alles ist, existiert gleichbleibend und bedingungslos.
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Einladung zur Ausstelungseröffnung Der neue Altarraum
der Petruskirche
Der Gemeindekirchenrat präsentiert die Wettbewerbsentwürfe
für die künstlerische Neugestaltung des Altarraums und der Rosette:
Lukas Derow, Annelie Grund, Tobias Kammerer, Hans Peter Reuter,
Hella de Santarossa, Manfred Staudt und Gabi Weiss.
Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 4. November 2009 um 20 Uhr.
Begrüßung und Einführung durch den Gemeindekirchenrat.
An der Orgel: Manfred Maibauer.
Die Ausstellung wird gezeigt bis zum 29. November.
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Lesen Sie zu diesem Thema auch:
- Die Petruskirche (Geschichte der Gemeinde)
- Die Orgel der Petruskirche (Geschichte der Gemeinde)
- Die Pfarrer der Kirchen (Geschichte der Gemeinde)
- Der Gemeindekirchenrat: Bericht aus dem GKR – Sitzung vom 16.11.2004 (Gemeindebrief, Dezember 2004)
- Die Sanierung der Petruskirche hat begonnen! – Ein Blick auf begonnene und bevorstehende Bauarbeiten (Gemeindebrief, Juli 2005)
- Umbauten in der Petruskirche abgeschlossen! (Gemeindebrief, September 2005)
- Neugestaltung des Altarraums der Petruskirche – Wiederherstellung der Rosette (Gemeindebrief, Oktober 2005)
- Der Gemeindekirchenrat: Bericht aus dem GKR – Sitzung vom 6. September 2005 (Gemeindebrief, Oktober 2005)
- Das Gerüst vor der Petruskirche (Gemeindebrief, Dezember 2005)
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- Das Turmdach wird saniert – die Bauarbeiten haben begonnen – Ein Bericht zum Stand der Bauarbeiten (Gemeindebrief, Juni 2006)
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- Ein Zwischenbericht zum Stand der Bauarbeiten (Gemeindebrief, Juli/August 2006)
- Der Durchbruch ist geschafft: Die Petruskirche erhält ihre Rosette zurück – Bilder (Gemeindebrief, Oktober 2006)
- Der Durchbruch ist geschafft: Die Petruskirche erhält ihre Rosette zurück (Gemeindebrief, Oktober 2006)
- Der Chorinnenraum der Petruskirche einst und jetzt (Gemeindebrief, Oktober 2009)
- Baustelle Petruskirche (Gemeindebrief, Mai 2010)
- Bilder vom neugestalteten Altarraum (Gemeindebrief, Juni 2010)
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