ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.5.2019

In 80 Tagen durch die 'Neuen Bundesländer'

In 47 Tagesausflügen und 8 Mehrtagesfahrten hat uns Herr Leitmeyer seit Juni 1991 die Schönheit und spezifische Charakteristik vieler Dörfer, Städte und Landschaften vom Darß bis zum Zittauer Gebirge, von Rügen bis zum sächsischen Vogtland sachkundig und liebenswürdig, mit der Geschichte des jeweiligen Ziels vielfältig verwoben, unterhaltsam und mit anregenden, teils poetischen Einlagen nähergebracht. Dafür gebührt ihm, aber auch seiner lieben Frau, die ihn darin des öfteren unterstützte, ein herzliches Dankeschön. Und das waren bisher in der Summe genau 80 Tage.

Ich rufe noch einiges in Erinnerung:

Da gab es eindrucksvolle Stadtbesichtigungen mit unverwechselbaren Stadtführern oder auch mit dem bestens informierten Herrn Leitmeyer selbst. Als Beispiele seien Bautzen, Erfurt, Görlitz, Jüterbog, Frankfurt/O., Halberstadt, Havelberg, Kyritz, Naumburg, Meißen, Rostock, Schmalkalden, Stralsund, Wernigerode und die Lutherstadt Wittenberg genannt.

Damit verbunden war regelmäßig der Besuch des Doms bzw. der Hauptkirche(n) dieser Ortschaften. Des weiteren gehörten die bekannten Klosteranlagen im Lande sowie imposante Sakralbauten, die sich auf unserer Strecke befanden, mit zum Programm, wie z.B. die Schinkelkirche in Straupitz, die barocke Wallfahrtskirche des Klosters in Neuzelle oder die spätgotische Stadtkirche St. Wolfgang in Schneeberg/Sachsen sowie der romanische Kirchbau zu Jerichow. Jedoch auch kleinere Kirchen fanden unser Interesse wie etwa die ehemalige Gutskirche von Alt Placht/Uckermark, die von einem Förderverein mit Herrn Pfr.Kasner, dem Vater unserer Bundeskanzlerin, erhalten wird, oder die Seemannskirche von Prerow, wo wir den dortigen Pfarrer mit einem modernen Abendmahlslied in Erstaunen setzten. Aber auch die unter schwierigen Verhältnissen in Eigenleistung erbaute kleine Holzkirche in Ahrenshoop hatte es uns sehr angetan.

In den 80 Tagen mit Herrn Leitmeyer haben wir gewiß auch an die 80 Museen sowie Schlösser und Parkanlagen besucht. Es waren eigentlich immer interessante, kurzweilige Aufenthalte: Vom Porzellanmuseum in Meißen, dem Museumsdorf Glashütte – zweimal im Abstand von einigen Jahren –, dem Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen, dem Raumfahrtmuseum in Morgenröthe – Rautenkranz, dem geschichtsträchtigen Museumshof in Auerstädt, dem Industriedenkmal Tobiashammer, dem Fröbelhaus in Oberweißbach bis hin zur Feengrotte in einem stillgelegten Bergwerk in Saalfeld, zum Puppenmuseum in Arnstadt und dem Artistenmuseum im Berliner Umland.

Zahlreiche Schlösser sowie die dazugehörigen Parkanlagen, oft mit den nach Peter-Lenné gestalteten Sichtachsen versehen, zeigten uns nachhaltig, wie die "Finanzeliten" früherer Jahrhunderte ihr Dasein verbrachten. Hierzu seien nur wenige Beispiele erwähnt: So das Schloß Tiefurt/Weimar, dessen Bauherrin die Fürstin Anna Amalia war, das als Treffpunkt der feineren Gesellschaft Weimars galt, oder das Renaissanceschloß Wilhelmsburg/Schmalkalden sowie Schloß und Park Cottbus-Branitz. Als Krönung der Parkanlagen gilt wohl unbestritten die Parklandschaft in Wörlitz.

Grünanlagen anderer Art, die unsere Aufmerksamkeit fanden, waren solche mit Wildtieren aus unserem Land bzw. aus Mitteleuropa. Da die neuen Bundesländer dünner besiedelt sind; und es werden ja auf Grund der bekannten Verhältnisse immer weniger, ist hier mehr Platz für große naturbelassene Wildparkreviere. Ein Spaziergang in frischer Waldluft in solch einem Park war gelegentlich eine willkommene Abwechslung für uns Großstädter.

Damit komme ich zum erholsamsten Teil, den die Ausflüge und Fahrten mit sich brachten: Und zwar der Erholung für Geist, Seele und Leib. Da gab es kleine Gartenlandschaften zu sehen und einzuatmen, Pfarr-, Kloster- und Kräutergärten, die zugleich ein Genuß für das Auge waren. Daneben unternahmen wir zahlreiche Fluß- und Seerundfahrten, währenddessen wir unsere Seele baumeln lassen konnten, so beispielseise auf der Müritz, auf dem Scharmützelsee, einer 5-Seen-Rundfahrt bei Templin, auf den Ruppiner Gewässern oder bei einer Raddampferfahrt auf der Elbe nach Bad Schandau.

Und es gab unvergessliche Aufenthalte in der Toskana Therme von Bad Sulza, dem Expo-Weltprojekt 2000 mit dem Solebad und dem "Liqid Sound". "Wellness" für Geist und Körper brachten uns auch Operetten- sowie Kabarettabende in Ballenstedt/Ostharz und bei Weimar sowie der Besuch und lauschige Abend auf dem Weingut in Sonnendorf an der Unstrut.

Im Oktober vorigen Jahres fand zwar der letzte Ausflug mit Herrn Leitmeyer nach nunmehr 18 Jahren statt, aber wir freuen uns, daß die Mehrtagesfahrten zunächst weiterhin geplant werden.

Dr.Peter Neumann, Pfr.i.R.