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26.3.2019

Heinrich Hoffmann wurde vor 200 Jahren geboren

von E-Mail

Heinrich Hoffmann, der auch unter den Pseudonymen Polykarpus Gastfenger, Heulalius von Heulenburg, Reimerich Kinderlieb und Peter Struwwel fungierte, war praktischer Arzt, Nervenarzt, Kinderbuchautor, Gedichteschreiber, Humorist, Satiriker und Liberaler. 1848 saß er als einer der zwölf Frankfurter Vertreter im sogenannten "Vorparlament".

Obwohl er für das erste deutsche psychiatrische Krankenhaus verantwortlich zeigt, in dem die Patienten als solche behandelt, und nicht wie Vieh weggeschlossen wurden, ist er bis heute vor allem als Autor des "Struwwelpeter" bekannt.

Wie der Struwwelpeter entstand

Weihnachten 1844 suchte Heinrich Hoffmann für seinen dreijährigen Sohn Carl ein Bilderbuch als Geschenk. Mit dem Angebot äußerst unzufrieden, beschloss er, selbst eines zu machen.

Er konnte dabei auf den eigenen Vorrat an Skizzen zurückgreifen, die er zwecks Ablenkung widerspenstiger kleiner Patienten gezeichnet hatte. Er reimte und zeichnete in ein Heft sechs Geschichten, bemalte sie bunt und legte das "Bilderbuch" unter den Christbaum.

Bei der Taufe der Tochter nach Weihnachten wurde das Buch von den Gästen bewundert. Freunde drängten Hoffmann zur Veröffentlichung. Am 18. Januar 1845 übergab er das Manuskript dem befreundeten Verleger Löwenthal mit der Bemerkung: ... Meinetwegen! Geben Sie mir 80 Gulden und versuchen Sie ihr Glück!

Genau 80 Gulden schuldete Hoffmann aber noch einem anderen Verleger für die 1843 erschienenen Mondzügler.

Jeder kennt den Zappelphillipp von Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1845. So war schon damals bekannt das es diese Erkrankung gibt.

Im Oktober 1845 wird im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels auf eine Neuerscheinung hingewiesen: Unter dem Pseudonym "Reimerich Kinderlieb" kommt die erste gedruckte Ausgabe von Lustige Geschichten und drollige Bilder in einer Auflage von 3.000 Stück heraus, die in kurzer Zeit vergriffen sein wird.

Von 1851 bis zu seiner Pensionierung am 1. Juli 1888 war er Direktor der Anstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt am Main, der städtischen Nervenheilanstalt. Er gilt als erster Vertreter der Jugendpsychiatrie. Auf sein Betreiben hin entstand 1859 bis 1864 ein moderner Neubau auf dem Affensteiner Feld im damals noch unbebauten nördlichen Westend.

Nach seiner Pensionierung schrieb er noch seine erst 1926 veröffentlichten Lebenserinnerungen.

Er starb nach einem Schlaganfall und wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben. Nach ihm ist eine Straße in Frankfurt-Niederrad benannt, wo sich heute das Zentrum für Psychiatrie der Frankfurter Universitätsklinik befindet. Ihm sind zwei Museen gewidmet und mehrere Gedenktafeln an seinen ehemaligen Wohnsitzen in Frankfurt. Heinrich Hoffmann * 13. Juni 1809 † 20. September 1894