Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.9.2019

Neuer Bischof in Berlin
Evangelische Landessynode wählt Markus Dröge zum Nachfolger von Wolfgang Huber

Der Koblenzer Superintendent Markus Dröge wird Nachfolger des Berliner Bischofs Wolfgang Huber. Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wählte den 54-jährigen Theologen am 15. Mai in der Bundeshauptstadt im vierten Wahlgang mit der nötigen Zweidrittelmehrheit von genau 82 Stimmen. Dröge setzte sich damit gegen die Erlanger Publizistikprofessorin Johanna Haberer als einzig verbliebener Mitkonkurrentin durch, die 36 Stimmen erhielt. Vier Kirchenparlamentarier enthielten sich.

Der neue Bischof, der als Überraschungskandidat galt, wird im November sein Amt für die kommenden zehn Jahre antreten. Huber geht im Herbst nach fast 16 Amtsjahren mit 67 Jahren in den Ruhestand. Über seine Nachfolge als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) entscheidet die EKD-Synode im Oktober. Der Landeskirche gehören rund 1,14 Millionen Protestanten in Berlin, Brandenburg und der Region Görlitz an.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gratulierte dem künftigen evangelischen Bischof Markus Dröge zu seiner Wahl. "Als welterfahrener Pfarrer bringt er Eigenschaften in das Amt mit, die einer weltoffenen Stadt wie Berlin sehr zugute kommen werden", erklärte er in einer ersten Reaktion. Er freue sich "auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihm und der Landeskirche", mit der das Land Berlin durch eine lange Tradition verbunden sei.

Huber wünschte seinem Nachfolger "Freude an dem Amt und den Mut, unserer Kirche angesichts der Herausforderungen der nächsten Jahre geistliche Orientierung zu geben". Zugleich dankte er allen Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten.

Markus Dröge wurde als Sohn eines Diplomaten in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. geboren und ist in Bonn, Paris und Brüssel aufgewachsen. Nach dem Studium absolvierte er sein Vikariat in Koblenz und übernahm dort seine erste Pfarrstelle. Theologisch sieht er sich der basisdemokratischen Verfassung seiner Landeskirche und der Tradition der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 verbunden, mit der sich die Bekennende Kirche in der NS-Zeit von den regimetreuen "Deutschen Christen" abgrenzte.

Seit 1991 gehört Dröge der rheinischen Synode an. Nach der Promotion übernahm er einen Lehrauftrag für Systematische Theologie und Religionsunterricht. Seit 2004 leitet er in Koblenz den zweitgrößten Kirchenkreis der rheinischen Landeskirche. Dröge ist verheiratet und hat drei Kinder.

Es sei keine einfache Aufgabe, die vor ihm liege, sagte Dröge unmittelbar nach der Wahl. Vor der "spannenden und spannungsreichen" Landeskirche, an deren Spitze er künftig stehe, lägen viele Herausforderungen. Durch seine Erfahrungen als Superintendent sehe er sich aber für sein neues Amt gut vorbereitet. Bereits bei seiner offiziellen Vorstellung vor der Synode hatte er sich am Mittag zu einem Protestantismus bekannt, der die "Vielfalt der Stimmen" zu Wort kommen lasse. Die im Reformprogramm der Landeskirche gesetzten Ziele müssten "nachhaltig" verfolgt und die Spar- und Strukturprozesse "so solidarisch wie möglich" gestaltet werden, sagte der künftige Bischof.

Dröge betonte, er wolle zunächst das Gespräch mit den Menschen in der Landeskirche suchen und die unterschiedlichen Probleme in den Landgemeinden sowie in der Stadt kennenlernen. Es gehe ihm darum, "ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen". Gleichzeitig sprach er sich für eine engere Vernetzung von Diakonie und Gemeinden aus. Im Blick auf die sozialen Probleme der Stadt müsse die Kirche eine "glaubwürdige Anwältin der Ausgegrenzten sein".

Die im vierten Wahlgang unterlegene Kandidatin Haberer dankte dem Kirchenparlament für das in sie gesetzte Vertrauen und beglückwünschte Dröge zur Wahl. Nach dem zweiten Wahlgang war bereits der Direktor der Evangelischen Akademie in Berlin, Rüdiger Sachau, satzungsgemäß ausgeschieden. Er hatte zuletzt 15 Stimmen erhalten. "Ich bin und bleibe Teamspieler", sagte er in seinen Dankesworten an die Synode. "Der neue Bischof oder die neue Bischöfin wird mit mir einen guten Mitspieler haben."

Aus EPD (Evangelischer Pressedienst)
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