ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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16.7.2019

Fünf Tage im Februar
Rückblick auf die Konfirmandenfahrt

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Der Auftakt war etwas holperig, denn als der Bus vom Oberhofer Platz abfuhr, der unsere Gruppe von 20 Konfirmandinnen und Konfirmanden in das Feriendorf am Großvätersee bringen sollte, da waren längst nicht alle an Bord. Ein Missgeschick, das sich bei der Abarbeitung der Teilnehmerliste inmitten all des Trubels ereignete. Es blieb zum Glück in diesen Tagen das einzige und ließ sich Dank der Mitnahme eines Privatautos auch lösen. Sicherlich gibt es im Leben eines Konfirmanden amüsantere Augenblicke als eine Autofahrt von 1½ Stunden mit dem Pfarrer. Aber das Wiedersehen mit den anderen Konfirmanden entschädigte schnell.

Es waren ruhige Tage, die wir in der Schorfheide verlebten, nicht zuletzt deshalb, weil wir die einzigen waren, die zu dieser Zeit das Feriendorf bewohnten. Dieser Umstand brachte es mit sich, dass der Geräuschpegel während der Essenszeiten in einem sehr erträglichen Maß blieb und die Nerven der Leitung erheblich schonte.

"Starke Typen", so lautete das Thema dieser Fahrt und sie brachte die Begegnung mit ganz unterschiedlichen biblischen und außerbiblischen Persönlichkeiten mit sich. Die Brüder Mose und Aaron, die am Beginn der Geschichte des Volkes Israel stehen, gehörten genauso dazu, wie die Begegnung mit Sophie Scholl, die als Mitglied der Widerstandsbewegung "Weiße Rose" von den Nationalsozialisten 1943 hingerichtet wurde.

Darüber hinaus beschäftigte uns einen Tag lang die Person des Franz von Assisi. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden lernten dabei wesentliche Stationen seiner Biographie kennen. Sie werden mit seinen Bekehrungserlebnissen, dem Zerwürfnis zwischen ihm und seinen Eltern, dem Armutsideal der Bettelorden, seiner Vorliebe für das Ausbessern baufälliger Kirchen, seinem Naturverständnis und Aspekten der mittelalterlichen Kirchengeschichte konfrontiert. Sie bereiteten Spielszenen vor und gestalten eine Nachbildung des berühmten Kreuzes aus der Klosterkapelle von San Damiano. Es ist immer wieder schön zu sehen und zu erleben, mit wie viel Phantasie und Kreativität solche Themen bearbeitet werden und welche erstaunlichen Ergebnisse am Ende eines solches Prozesses stehen.

Nun wäre eine solche Fahrt aus dem Blickwinkel der "Konfis" nur halb so gut gelungen, wenn neben dem Thematischen nicht auch die Freizeit und die Begegnung mit den anderen Teilnehmern einer solchen Fahrt stehen würde. Dass solche Begegnungen vorwiegend zu einer Tages- bzw. Nachtzeit stattfinden, zu der höchstens noch Fuchs und Eule durch die Schorfheide streifen, erschließt sich allerdings Menschen jenseits der Vierzig nur noch mit der mühsamen Erinnerung an die eigene Jugend. Unter dem Strich bleibt jedoch – hoffentlich bei allen – die Erinnerung an eine schöne "Konferfahrt" zu deren Gelingen auch die Teamerinnen beigetragen haben, denen an dieser Stelle auch noch einmal herzlich gedankt sei.

Pfarrer Michael Busch