ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.7.2019

Rückblicke

Unsere Fahrt in den Thüringer Wald
Ein Rückblick von Dr. Werner Wagner

Im zurückliegendem Jahr führte uns Herr Leitmeyer in den Thüringer Wald. Auf der Hinfahrt war Arnstadt unser erster Zielort. Im dortigen Palais Montplaisir findet sich ein respektables Puppenmuseum, das den kleinbürgerlichen Alltag im 18. Jahrhundert en miniature detailgenau darstellt. Anschließend stießen wir bei unserem Rundgang durch die Stadt auf ein Bronzedenkmal des jungen Johann Sebastian Bach, der hier nach seiner Ausbildung den beruflichen Werdegang begann. Wegen seiner lockeren Umgangsformen waren die Arnstädter Bürger jedoch heilfroh, als er 1707 in Mühlhausen eine andere Organistenstelle fand.

Am folgenden Tag durften wir am Nachmittag im Glasstudio Herbert Reuss in Gräfenroda zusehen, wie der Meister selbst aus dem Rohstoff Glas mit wenigen Handgriffen die kleinen kaufenswerten Kunstgegenstände formte, die man in seinen Auslagen bewundern konnte. Später besichtigten wir das Industriedenkmal Tobiashammer, wo einst mit Wasserkraft angetriebene Hammerwerke und später riesige Dampfmaschinen Metall verarbeiteten.


Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden

An den nächsten beiden Tagen machte der Thüringer Wald seinem rauen und regenreichen Klima alle Ehre. Das Ausmaß der großen Sprungschanze in Kanzlers Grund bei Oberhof konnten wir nur erahnen, weil außer des Auslaufes alles in dichtem nassem Nebel verhüllt war. Ein Einsehen hatte der Himmel auch später in Schmalkalden nicht, sodass wir erleichtert waren, während der Führung in der Stadtkirche St. Georg einen trockenen Unterschlupf zu finden. In ihr trafen sich 1537 namhafte deutsche evangelische Theologen, um nach heftiger Diskussion die "Schmalkaldischen Artikel" zu unterzeichnen. Luther selbst war zwar anwesend, doch eine Nierenkolik zwang ihn, die Konferenz von einem geheizten Nebenraum aus, der so genannten Lutherstube, zu verfolgen.

Danach gelangten wir schnell ins benachbarte Rathaus, wo an den Wänden des Sitzungssaales die Wappen aller am Schmalkaldischen Bund beteiligten Reichsstädte aufgemalt sind. Unverzagt begaben wir uns dann durch die mittelalterliche Stadt hinauf zum Renaissanceschloss Wilhelmsburg, von wo wir einen weiten Rundblick über die Dächer der geschichtsträchtigen Stadt hatten. Nur wenige Gipfelstürmer trauten sich später inmitten der tief hängenden Regenwolken zu einem Aufstieg auf das 816 m hohe Plateau des Großen Inselsberges, von dem sie tropfnass, aber glücklich in den Bus zurückkehrten. Vorbei an den Trusetaler Wasserfällen besuchten wir die Heimat aller Gnome im Zwergenpark bei Brotterode.

Hoffnungsfroh, denn das Wetter gelobte langsam Besserung, gelangten wir tags darauf entlang der Schwarza zur Bahnstation Osterschmiede, wo uns eine Standseilbahn hinauf nach Lichtenhain trug. Dieses Verkehrsmittel von 1923 ist insofern interessant, da bei einer Steigung von 25 % ein normaler Kleinbahnwagen auf einem keilförmigen fahrbaren Untersatz bewegt wird.

Kurz danach betraten wir das Fröbelhaus in Oberweißbach. Friedrich Fröbel (1782 - 1852) entdeckte erst nach vielen beruflichen Umwegen seinen Erzieherberuf. Überzeugt von der Sinnerfüllung des Seins wollte er freie, denkende und selbstständige Menschen getreu seinem folgenden Grundsatz heranbilden: "Bewahrt die heranwachsende Jugend vor leerer Nichtigkeit, vor Arbeitsscheu, vor Grübeleien ohne Tat und mechanischem Handeln ohne Nachdenken." An der Aktualität dieses Leitgedankens hat sich bis heute nichts geändert.

Zurück von der Pädagogik machten wir uns auf zu den berühmten Feengrotten in Saalfeld. Sie liegen tief in einem stillgelegten Bergwerk, wo früher Alaunschiefer abgebaut wurde. Mit Schutzkleidung versehen, tasteten wir uns mit gesenktem Kopf durch kaum mannshohe düstere Stollen, bis wir plötzlich eine sagenhafte unterirdische Märchenwelt mit magisch beleuchteten grazilen Tropfsteinen erblickten, die sich in glasklaren Wasseroberflächen unterirdischer Seen widerspiegelten. Zurück im Hotel genossen wir abends eine digitale Bildschau über den Rennsteig bei einem ausgesuchten Thüringer Spezialitätenbuffet.


Maria Gloriosa im Erfurter Dom

Der letzte Tag war Erfurt vorbehalten. auf dem Domplatz angekommen, waren wir sofort beeindruckt, wie das exponierte Nebeneinander von Dom und Severikirche über das Stadtbild herrscht. Getrennt durch Domtreppe und -platz folgt erst viel tiefer in gebührendem Abstand die Stadt.

Im alten Stadtkern stehen großzügige Bürger- und winzige Handwerkerhäuser dicht an dicht. In den engen Gassen reiht sich Geschäft an Geschäft, und sei es noch so klein und fein. Auch über der Gera auf der Krämerbrücke herrscht Betriebsamkeit auf engstem Raum.

Zurück im Dom ließen wir uns seine zahlreichen Kunstschätze, darunter eine Madonna von L. Cranach, zeigen. In seinem Chor befinden sich wertvolle Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert. Mit der Maria Gloriosa, gegossen 1497 und erst vor Kurzem repariert, hängt im Glockenstuhl die größte Glocke Deutschlands.

Mit dem Besuch Erfurts war unsere Reise beendet. Wie jedes Jahr hatte sie Herr Leitmeyer bestens organisiert. 2009 wird es ein Wiedersehen im Hotel "Haus am Wald" in Elgersberg geben, da es in Thüringen noch einiges zu erkunden gibt.

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Rückblick auf unsere weihnachtliche Stadtrundfahrt

Jedes Jahr das Gleiche und doch ist es jedes Jahr wieder anders und neu!

An diesem Tage schien die Sonne (vielleicht weil unser Busfahrer Sonnenschein heißt). Es wurde ungewöhnlich spät dunkel, so dass unser Stadtführer Herr Woy mit uns kurz entschlossen einen Schlenker durch Dahlem und Schmargendorf machte. Dadurch kamen wir unerwartet in den Genuss, mal wieder Stadtteile Berlins zu sehen, in die man nicht so oft kommt.

Als wir dann das westliche Ende des Kudamms erreichten, wurden gerade die Lichter an den Straßenbäumen eingeschaltet, die den Boulevard in ein ganz besonderes Licht tauchen. Zum Schloss Charlottenburg ging's, zur Tauentzienstraße, kreuz und quer durchs Regierungsviertel und natürlich die Linden entlang. Welche Straße nun schöner geschmückt ist, der Kudamm oder die Linden, vermag ich nicht zu sagen.

Wir hatten Glück, steckten nie im Stau und hoffen jetzt, dass die zweite Lichterfahrt ebenso gut verläuft, dass sich auch deren Teilnehmer am festlich beleuchteten Berlin und an den weihnachtlichen Geschichten und Gedichten, die Herr Woy vorliest, erfreuen werden!

Gisela Meyer