Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.11.2019

... und das Licht scheint in die Finsternis

von Susanne Peters-Streu

An unserem Lebensweg scheinen viele Lichter. Lichter, die Stimmungen erzeugen und Menschen anrühren. Der Sonnenaufgang oder die glühend untergehende Sonne am Horizont des Meeres. Die fahl schimmernde Sonne im herbstlichen Nebel. Der Mond, der den Weg in der Nacht kenntlich macht. Die Sterne, die Orientierung möglich machen. Die schwach leuchtende Glühbirne im Wohnzimmer, das grelle Neonlicht im langen Flur eines Bürogebäudes, der warme Schein einer Kerze, das präzise Licht der Operationslampe.

Klarheit, weite Sicht, grelle abstoßende Kälte, Wärme und Geborgenheit, aber auch Melancholie und Traurigkeit, Romantik, Nüchternheit, dies alles kann im Licht liegen.

Werde ich geblendet von dem, was mir entgegenstrahlt? Hilft mir das Licht den Weg zu finden? Wo Licht scheint, werden Schatten erkennbar. Es macht uns gewahr, dass es Finsternis gibt und Dunkelheit.

Mit dem Advent beginnt die Zeit, in der uns besonders viele Lichter entgegen leuchten. Lichter, die probieren unsere Stimmungen und Gefühle anzusprechen. Lichter in den Straßen und Kaufhäusern zur Reklame und zum Kaufanreiz. Schön geschmückte Fenster in den Wohnungen, die einen träumen lassen. Welche gemütlichen Zimmer und welche Menschen sich wohl dahinter verbergen? Die Tage sind kurz, lang die Dunkelheit.

"Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Land, scheint es hell", so schreibt der Prophet Jesaja in der Verheißung an das Volk Israel. Darauf setzten Menschen ihre Hoffnung und tun es auch heute angesichts der Erfahrung von der Finsternis und Dunkelheit.

Die Dunkelheit gehört mit zu jedem Leben. Am Ende jeden Tages zieht der Abend herauf mit seiner Dunkelheit. Sie ist auch der Schutz, in dem Menschen ausruhen, zur Ruhe kommen, schlafen und entspannen. Aber auch die Dunkelheit, die schwer auf manchem lastet, die Traurigkeit, die bedrückt, die Einsamkeit, die erstarren lässt, gibt es in jedem Leben.

Wir warten auf Weihnachten, auf das Licht, das in die Welt kommt, das hell macht all die Dunkelheit. Das Licht, das nicht blendet und nicht unseren Blick täuscht. Das Licht, das uns anrührt mit mehr als nur einer romantischen Stimmung.

Wir warten auf das Licht, das von der Weihnacht her in unserer Leben leuchtet, nicht nur jetzt in den beginnenden festlichen Tagen des Jahres, sondern Tag für Tag in unserem Leben.

Wir warten mit der ganzen Kraft unserer Sehnsucht, dass heil wird, was verletzt, verwundet, zerrissen ist. Wir warten mit der Sehnsucht, die in uns Menschen wohnt wie ein großer Reichtum, die Menschen trägt von Generation zu Generation, die uns freuen lässt über jedes Kind, das geboren wird und die jedes Kind begleitet mit der Hoffnung, dass es gut sein wird und hilfreich für die Menschen, für das Leben. Wir warten auf das Licht der Welt.

Das Licht, das uns das Leben erkennen lässt, das uns aufblühen lässt zu neuer Lebendigkeit. Wie oft erleben wir die Finsternis stärker als das Licht. Die Finsternis der Welt, wie viel Not und Elend fällt uns da ein? Jeden Morgen ist die Zeitung von neuem voll mit Nachrichten, hinter denen immer Menschen mit ihrer Not stehen. Menschen, die einen Namen haben, unverwechselbar und einzig sind.

Euch ist heute ein Kind geboren, so wird es am Weihnachtsabend wieder und wieder Menschen zugerufen. Dir, gerade da, wo es um dich herum finster scheint. Das Kind will dich ins Licht ziehen. Deine Verletzung soll geheilt, deine Seele gesund werden, lass dich hineinziehen ins Licht, das nicht trügt. Es hat begonnen zu leuchten, damals im Stall von Bethlehem und nicht in den Palästen der Welt. Not und Entbehrung hat Jesus von Anbeginn geteilt. Er geht mit durch die Finsternis, damit wir in ihr nicht verloren gehen. Damit wir uns dem Licht nicht verschließen, dass schon in uns wohnt, dem Reichtum der uns anvertraut ist. "Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Land, scheint es hell."

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, dass es hell werde für Sie und Frieden werde auf Erden.

Susanne Peters-Streu

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