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27.3.2019

Neues aus dem Projekt Cajamarca in Peru

von Anne und Peter Goerke


Christa Stark mit ihren Schützlingen in Cajamarca

Dieses Mal beginnen die Informationen in Deutschland, da vom 12. bis 14.9.08 in Bethel/Bielefeld ein Treffen der Förderer und Unterstützer stattfand. Christa Maria Stark, die Leiterin der Behinderteneinrichtung in Cajamarca und die Betheler Mamre-Sonderschule, in der Frau Stark früher selbst unterrichtet hat, hatten dazu eingeladen. Über 70 Teilnehmende vertraten aus der ganzen Bundesrepublik Kirchengemeinden, Schulen und Einzelinitiativen (ökumenische und überkonfessionelle), die dafür sorgen, dass immer ein fester Betrag für das Projekt überwiesen werden kann, inzwischen 10.000,00 € monatlich. Verwaltet werden diese Spenden von der Zionsgemeinde Bethel, unterstützt durch einen Beirat, dem auch Mitglieder des Förderkreises angehören.

Christa Stark berichtete über die aktuelle politische Lage in Peru und deren Auswirkungen auf die tägliche Arbeit mit behinderten Menschen, über die Versuche und oft verschlungenen Wege, trotzdem Fortschritte zu erzielen oder um Bestehendes zu erhalten. Das Feiern gemeinsamer Feste und öffentliche Theateraufführungen der Behinderten haben inzwischen zu mehr Akzeptanz in Kommune und Bevölkerung geführt.

In Bethel gab es natürlich auch einen Austausch über die verschiedenen Spenderaktivitäten. Ferner standen auf dem Programm Überlegungen und Planungen zur Zukunft dieses für Peru richtungsweisenden Projekts, in dem bis zu 300 Kinder und Jugendliche lernen und arbeiten, zum Teil auch leben; denn zu der Einrichtung in Cajamarca gehören Waisenhaus, Schule (in der alle Behinderungen vertreten sind), Werkstätten und ein Bauernhof. Hinzu kommen in Lima ein mit behinderten Mitarbeiterinnen geführtes Hotel und ein Haus für Angehörige, deren Kinder medizinisch versorgt werden müssen. In diesem Zusammenhang betonte Frau Stark, wie wichtig, ja unverzichtbar die Praktikantinnen und Zivildienstleistenden aus Deutschland in allen Bereichen der Arbeit dort sind.


Anne Goerke mit Christa Stark Sep. 2008

Nach fast 30 Jahren hat sie die Leitung der Schule nun an eine peruanische Rektorin übergeben, die Leitung des Waisenhauses haben katholische aus Südamerika stammende Ordensschwestern übernommen (deren Unterhalt und die Sachkosten für das Haus aber von den deutschen Spenden finanziert werden), und die Leitung des Bauernhofes obliegt ihrem Mann. Die Werkstätten wurden in einen eigenständigen Betrieb umgewandelt, in dem nur der Geschäftsführer und ein Mitarbeiter nicht behindert sind. Die Leitung der Gesamteinrichtung bleibt aber weiter bei Frau Stark. Arbeit gibt es für sie dennoch reichlich.

So hat der peruanische Staat beschlossen, dass Behinderte ab 20 Jahren für sich selbst aufkommen müssen oder ihre Familien. Diese können das weder finanziell noch sonst leisten, da die meisten Behinderten aus armen Familien kommen. Außerdem haben viele überhaupt keine Familie, weil sie entweder Frau Stark als Babys vor die Tür gelegt, in Krankenhäusern nicht mehr abgeholt oder irgendwo gefunden wurden. Da das Bauernhofgelände genügend Platz bietet, entstehen dort jetzt Wohneinheiten, um diesen erwachsenen Behinderten ein zu Hause zu schaffen. Außerdem versuchen peruanische Eltern in einigen Dörfern in Eigeninitiativen Betreuungsmöglichkeiten für ihre behinderten Kinder zu erreichen, wozu sie Frau Starks Hilfe benötigen. Auch die Arbeitsvermittlung ehemaliger behinderter Schüler erfordert viel Geschick und Zeit, ist aber zum Teil recht erfolgreich.

Nach wie vor ist die medizinische Versorgung in Peru ein großes Problem, vor allem für die arme Bevölkerung – und Behinderte sind dann das letzte Glied in der Kette. Ob Medikamente, Prothesen, OP-Nägel, Verhandlungen über OP-Kosten und deren Übernahme, Frau Stark ist da ständig gefragt – und unsere Spenden oft lebensnotwendig. Hierzu gehört auch die Unterbringung der Eltern, die mit ihren Kindern oft mehrere Tagesreisen entfernt, auch aus dem Urwald, nach Lima kommen.

Darum Frau Starks große Bitte an uns alle: HELFT UNS WEITER ZU HELFEN!

Das Treffen in Bethel endete mit einem großen Festgottesdienst zum Projekt Cajamarca in der Zionskirche.

Eine besondere Art ärztliche Hilfe sind punktuelle Einsätze aus Deutschland, wie z.B. aus Treptow-Köpenick. Der Berliner Bezirk unterhält seit 10 Jahren im Rahmen der Agenda 21 eine Städtepartnerschaft zu Cajamarca, in der Frau Starks Mitarbeit auch gefragt ist.

Über die von unserer Gemeinde und Einzelspendern übernommenen Ausbildungspatenschaften und die positiven Ergebnisse berichten wir Anfang 2009. Aber auch hier gilt: Unterstützung ist weiter notwendig.

Anne und Peter Goerke (Tel. 711 72 92)

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