Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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13.11.2019

Nautic Almata 2008
Unsere Jugendreise an die Costa Brava

Ein Rückblick von Lutz Poetter

In diesem Jahr sollten wir die Reise angenehmer und schneller schaffen: Um 15 Uhr traf sich die "Gruppe Petrus" auf dem Flughafen Tegel vor dem Air Berlin-Schalter zum Check-in: Lutz und Sibylle Poetter als Leiter mit 29 jugendlichen Teilnehmern. Die letzten Jahre waren wir lange mit dem Bus unterwegs gewesen, an diesem Donnerstag im August brauchte unser Airbus nur etwas mehr als zwei Stunden Flugzeit nach Barcelona.

Dort wartete bereits der Bus auf uns, um 22 Uhr bogen wir gleich hinter Sant Pere Pescador auf den Campingplatz Nautic Almata an der Costa Brava ein. Hier standen unsere Zelte, auf dem Tisch leckere Fleischspieße als Nachtmahl. Kaum hatten wir unser Camp erreicht, da brach ein heftiger Gewittersturm los – Blitze ließen den nahen Mittelmeerstrand und die Ausläufer der Pyreneen taghell aufleuchten, es goss in Strömen. Zum Glück blieben wir halbwegs trocken in den Zelten...

Petrus, der Fischer hatte zum Glück auch noch besseres Wetter zu bieten, am nächsten Tag schien die Sonne und wir konnten nach dem Frühstück den Campingplatz, den Strand und das Mittelmeer erkunden. Wir merkten schnell, dass es uns hier nicht langweilig werden würde: Nautic Almata bietet ein sportliches Aktiv-Camp der Firma Voyage. Hervorragende Sportguides und bestes Material sind sein Markenzeichen. Mitte August ist ideale Reisezeit: Die brütende Hitze und der größte Trubel sind dann vorbei, neben uns waren nur noch ein paar Jugendgruppen in ihren Zelten. Die Leitung unserer Petrus-Gruppe war mir ein Vergnügen, viele Teilnehmer kenne ich vom Konfirmandenunterricht und von früheren Reisen. Meine Frau Sibylle begleitete mich diesmal als Ärztin und Kontaktperson für die Mädchen, die Twens Kristoffer und Max waren als inspirierende Teamer dabei.

Nach zwei Tagen im Camp schien es, als ob wir schon ewig da wären: Wir hatten uns eingelebt, unseren Rhythmus gefunden, eine gute Mischung aus Aktivität und "Chillen". Morgens erscholl meine Mundharmonika zum Wecken, danach ein reichhaltiges Frühstück, von dem wir uns am Strand erholen konnten. In der Mittagshitze reichte uns ein Imbiss, warmes Essen bekamen wir am Abend. Allabendlich bildeten wir die Gruppenrunde: Reihum sagte jeder und jede, wie der Tag war und äußerte einen Wunsch für den nächsten Tag. Der Abend bot zauberhafte Sonnenuntergänge über dem Meer, wenn dann der Mond auf den Strand schien und die Nachtruhe im Camp begann, zogen Kristoffer und Max mit ihren Gitarren zum Strand – und alle kamen mit, auch die Sangria...

Am dritten Abend gab es ein Unterhaltungsprogramm auf der Camp-Bühne: "Mister Zeltplatz" wurde gesucht. Wir schickten unseren coolen Jonathan ins Rennen, der sich wacker präsentierte. Am Ende siegte natürlich ein spanischer Kandidat...

Der erste Ausflug führte unsere Gruppe hoch in die Pyrenäen: Nach einer guten Stunde Busfahrt mussten wir zu Fuß unseren Weg zum Fluß fortsetzen. Dann ging es hinein ins kühle, klare Wasser, immer flußabwärts: Watertrekking, Laufen, Schwimmen, Rutschen im Fluss. Am aufregendsten waren die Sprünge von den Felsen ins tiefe Wasser – echte Mutproben mit guter Hilfestellung unserer Tourguides. Viele von uns sprangen zum allerersten Mal aus sechs oder acht Metern Höhe, waren danach stolz und glücklich – ein echtes Flussabenteuer, trotz der Kälte im Wasser. An diesem Abend waren sechs unserer Jungs mit dem großen Küchenabwasch dran – und wurden ein zweites Mal klatschnass bei dieser Arbeit.

Unser zweiter Ausflug war eine lange Radtour: Thomas, Sebastian, Jonas und ich stiegen frühmorgens auf die erstklassigen Mountainbikes. Eine Stunde fuhren wir mit unseren Guides in der Ebene der Bucht von Roses, dann begann der Aufstieg in die Berge: Drei Pässe lagen vor uns mit steilen Anstiegen und kurvigen Abfahrten auf Schotterwegen. Mittagspause hielten wir im Hafen von Cadaques, der Heimatstadt Salvador Dalis. Am Nachmittag ging es zurück, nach 90 km im Sattel wartete ein reichhaltiges Grillbufett im Camp auf uns.

Eine größere Gruppe fand sich am nächsten Tag für den Besuch des Marktes in Sant Pere Pescador per Rad. Abends waren die Mädchen mit dem großen Abwasch dran. Nichts blieb da trocken, kein Auge und kein T-shirt, am allerwenigsten das Geschirr....

Am Ende der ersten Woche gaben Kristoffer und Max ein Konzert in unserem Camp, zu dem auch die Jugendlichen der anderen Gruppen eingeladen waren. Beim Sommerlied sangen alle aus voller Kehle mit... Ein echter Ohrwurm eben, der noch groß rauskommt!

Zweiter Ausflugshöhepunkt war unsere Exkursion nach Barcelona, der Hauptstadt von Katalonien. Eine ausgiebige Stadtrundfahrt mit einheimischem Führer verschaffte uns einen Eindruck über diese Millionenstadt am Meer und zugleich am Fuß der Berge, ihrer gotischen Altstadt und ihrer modernen Anlage durch den Architekten und Stadtplaner Gaudi. Wir machten Halt an der Festung auf dem Mont Juic hoch über der Stadt, dem Olympiastadion und natürlich der berühmten Kathedrale Sagrada Familia, an der seit über hundert Jahren gebaut wird. Nach den Plänen von Gaudi fortgeführt, soll sie etwa 2027 fertig sein... Unter der Kolumbusstatue startete unsere Stadterkundung zu Fuß, die Rambles entlang zur Altstadt. Abends erlebten wir am Nationalpalast die Wasserspiele aus den gigantischen Brunnen, fantastisch beleuchtet und mit Musik untermalt. Wir waren alle hingerissen von diesem Schauspiel. Leider fehlten uns danach zwei Rucksäcke mit wertvollem Inhalt... Die Taschendiebe waren leider auch fleißig an diesem Abend.

Am Sonntag stand unsere Strandolympiade auf dem Programm. In Anlehnung an die Sommerspiele in Peking bildeten wir Mannschaften und führten Wettkämpfe durch. Unsere Disziplinen waren Sackhüpfen, Beachvolleyball, Weitwurf und Völkerball.

Unsere dritte gemeinsame Exkursion startete am Montag. Nach dem Frühstück erhielt jeder ein Fahrrad, Flossen, Taucherbrille und Schnorchel. Wir radelten mit unseren Mountainbikes in zwei Gruppen aufgeteilt in eine weite Bucht. Diese erkundeten wir dann über und unter Wasser.

Abends gaben Kristoffer und Max ihr zweites Konzert mit reger Beteiligung der Nachbargruppen, kurz unterbrochen vom fälligen Abwaschdienst, zu dem der Küchenchef uns eingeteilt hatte. Danach ging das Konzert weiter.

Immer bemüht, uns hungrige Berliner satt zu kriegen, hatte uns der Küchenchef – große Ausnahme! – einen zweiten Grillabend genehmigt. Diesmal begannen wir früher mit der Glut, während noch die Sonne auf uns nieder brannte: Der Grillmeister fühlte sich wie am Hochofen, das Fleisch wurde aber auch ein Hochgenuss.

Der Abschiedsabend kam näher. Als wollten sie alles in sich aufnehmen, was es hier gab, nahmen einige zu viel des Guten, danach ging es ihnen schlecht. Am Abreisetag ging es nach dem Frühstück ans Packen, Aufräumen, Saubermachen. Dann nahmen wir Abschied vom Strand, unserer Bucht, unseren Guides von Voyage. Als letzte Mahlzeit im Camp gab es Hot Dogs. Unser Bus stand bereit, um uns zum Flughafen zu bringen. Schnell noch ein Reifenwechsel, dann ließen wir um 16 Uhr Nautic Almata hinter uns. Unser Flieger setzte uns pünktlich wieder in Tegel ab, Berlin hatte uns wieder. Beim Abschied sagten viele: Am liebsten würden wir gleich wieder zurückfliegen nach Barcelona.

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