ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Oktober 2008

22.5.2019

Zum Gedenken an den 9. November 1938

Reiner Kolodziej

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Angehörige von SA und SS zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger und mißhandelten ihre Bewohner.

91 Tote, 267 zerstörte Gottes- und Gemeindehäuser und 7.500 verwüstete Geschäfte – das war die "offizielle" Bilanz des Terrors. Tatsächlich starben während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen weit mehr als 1.300 Menschen, mit mindestens 1.400 wurde über die Hälfte aller Synagogen oder Gebetshäuser in Deutschland und Österreich stark beschädigt oder ganz zerstört.

Weisung zu dem Pogrom war von München ausgegangen, wo sich die Führung der Nazis zum Gedenken an den 15. Jahrestag des Hitler-Putsches versammelt hatte. Am 10. November wurden mehr als 30.000 männliche Juden in Konzentrationslager verschleppt.

Was sich an den 9. November 1938 anschloss war der von Deutschland begonnene mörderische Weltkrieg, die systematische Vernichtung von sechs Millionen Juden und die Ermordung allen Lebens, das als minderwertig und als nicht der nationalsozialistischen Norm entsprechend erklärt wurde.

"Zeit vergeht. Verantwortung nicht."

Das ist das Thema für das Gedenken an die Opfer der Progromnacht vor genau 70 Jahren

Ein ökumenischer Pilgerweg führt am 9. November im Zeitraum 14.00-17.00 Uhr durch die Berliner Innenstadt.

Beginn ist vor dem Roten Rathaus. Mit Stationen vor dem Berliner Dom und der St. Hedwigs-Kathedrale führt der Weg zur Jüdischen Gemeinde in die Oranienburger Straße.

Teilnehmen werden u.a. Bischof Huber, Kardinal Sterzinsky, Lala Süsskind und Klaus Wowereit.

Der Zeitraum am Nachmittag (14.00 – 17.00 Uhr) ist so gewählt, dass Gottesdienste und abendliche Gedenkveranstaltungen nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.

Der Gedenkweg ist die zentrale Landeskirchliche Veranstaltung der EKBO und des Erzbistums Berlin zur Erinnerung an den 9. November 1938.

Unser Gottesdienst am 9. November um 11 Uhr in der Petruskirche bildet gleichzeitig den Auftakt zur Ökumenischen Friedensdekade 2008. Wir wollen die gottesdienstliche Form dazu nutzen, dass unser Erinnern nicht in entsetzter Sprachlosigkeit endet, sondern in einem hoffnungsvollen Blick nach vorn.

In Steglitz findet am Samstag, den 8. November um 18.00 Uhr ein öffentliches Gedenken an der Spiegelwand am Hermann-Ehlers Platz statt.

Ein anschließender Gang führt zum Blindenheim und endet mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Baptisten Gemeinde Steglitz in der Rothenburgstraße.