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22.7.2019

Erste Stolpersteinverlegung im Gemeindebereich Petrus-Giesensdorf

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Am 7. Juli in der Zeit von 14.30-15.30 Uhr werden am Ostpreußendam 51 und in der Goethestraße 37 für Max Habermann und Arnold und Pauline Cohn Stolpersteine gesetzt.

Verlegungsbeispiel aus Münster

Max Habermann war 1933 Vorstandsmitglied der Angestelltengewerkschaft DHV-Deutscher Handelsgehilfenverband, Vorstandsmitglied des Internationalen Bundes Christlicher Gewerkschaften und Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Im April 1933 wurde er aus seinen Ämtern entfernt und stand unter Hausarrest. Seit 1934 sammelte er Oppsitionelle aus der Gewerkschaftsbewegung und knüpfte 1934/35 Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen, u.a. zu Jakob Kaiser und Wilhelm Leuschner. Seit 1938 hatte Habermann auch Verbindung zur Opposition in der Wehrmacht. Nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944 tauchte Habermann zunächst unter, wurde aber von der Gestapo aufgegriffen und in das Gerichtsgefängnis Gifhorn verschleppt, wo er Suizid beging.

Die Verlegung des Stolpersteins erfolgt auf Initiative des Sohnes Dipl. Volkswirt Günther Habermann und seiner noch lebenden Geschwister.

Pauline Cohn, Geburtsname Loewe, geboren am 25.12.1884 in Usch/Posen. Sie war Witwe und lebte in demselben Haus wie Arnold Cohn. Das Haus ist ein Eckhaus an der Goethestr. 37/Ostpreußendamm 51, daher die unterschiedlichen Straßenangaben. Frau Cohn hatte eine Tochter, über deren Schicksal nichts bekannt ist.

Arnold Cohn, geboren am 15.02.1874 in Kattowitz wurde mit dem Transport am 19.01. 1942 nach Riga deportiert und gilt als verschollen.

Die Stolpersteinverlegung für Pauline und Arnold Cohn erfolgt auch auf die Initiative Günther Habermanns, dessen Eltern in demselben Haus lebten.

Die Stolpersteine verlegt der Künstler Gunter Demnig. Vielleicht haben Sie Interesse, an der Verlegung und dem würdigenden Andenken der Verfolgten teilzunehmen. Sie sind dazu herzlich eingeladen.

Die Arbeitsgruppe Erinerungskultur trifft sich wieder am 5. September um 17 Uhr im Gemeindehaus Paralellstraße 29a in den Räumen der Druckerei Mediaray. Sie sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

Unsere Termine finden Sie auch immer auf der letzten Seite des Gemeindebriefs.

Reiner Kolodziej

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