Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.11.2019

Kleines Vikariats-ABC

von Vikarin Katrin Rudolph

Mein Gemeindevikariat in Petrus-Giesensdorf geht nach knapp 1 ½ Jahren zu Ende. Zeit, wenigstens mit ein paar Stichpunkten rund um den ABSCHIED Rückblick zu halten.

A wie Allerhand erlebt, wie Adventsandachten, wie Amtshandlungen. Schön, dass das "A" am Anfang von Abschied steht und ich mit Dingen beginnen kann, die mir besonders wichtig waren. Mit der gelebten Spiritualität der Andachten, in denen "Pfarrperson" und Gemeinde sich gegenseitig Anteil am gelebten Glauben geben. Und mit den vielfältigen Gesprächen der "Amtshandlungen", also im Zusammenhang mit Taufen, Trauungen und Bestattungen, die das Leben eines Christenmenschen begleiten, und natürlich mit ihrem Vollzug selbst.

B wie Besuche, Bibelstunden, Beteiligungen. Das "B" benennt auch noch mal lauter klassische Arbeitsfelder einer Vikarin in der Gemeinde: Geburtstags- und Seelsorgebesuche, bei denen wir uns begegnet sind. Die Bibelstunde, in der Sie sich freundlicherweise auf meine "neumodischen" Bibelarbeitsmethoden eingelassen haben. Die vielen Beteiligungen von Gemeindegliedern, die ich in den unterschiedlichen Vorbereitungsgruppen erlebt habe: für die Familiengottesdienste, für die Kindergottesdienste, für die Kinderbibeltage, für den Weltgebetstag, auch für unsere Stolperstein-Arbeitsgruppe.

S wie Singen und Sitzungen. Wie viel Spaß mir das Singen macht, werden Sie miterlebt haben, auch wenn leider keine Zeit blieb, auch im Chor zu singen. Und welchen Anteil Sitzungen im Pfarramt haben, ist ganz erstaunlich: Gemeindekirchenratssitzungen, Dienstbesprechungen, Mitarbeiterrunden, Redaktionssitzungen, Pfarrkonvente (im Kirchenkreis, in der Ökumene, im Sprengel Berlin...)... Bei allem Seufzen über die zu versitzende Zeit fand ich doch beeindruckend, wie viel Kompetenz man in diesen Sitzungen erleben darf, insbesondere wo auch "ehrenamtlich" gesessen wird. Und wie gewinnbringend der Austausch sein kann in einem so kommunikativen Beruf, in dem man nicht zum Einzelkämpfer zu werden braucht.

C wie Christnacht, fällt mir dabei natürlich sofort ein. Diese besondere Stunde habe ich sehr gern mit Ihnen gefeiert. In diesem Zusammenhang stehle ich dem "D" unten gern schon mal die "Dorfkirche", die nicht nur in der Christnacht, sondern auch zu den anderen Gottesdiensten und Andachten einen fast familiären Rahmen gibt, den ich sehr schätzen gelernt habe. Dass Sie zwei wunderbare Kirchen haben, darf ich Ihnen an dieser Stelle bescheinigen!

H wie Hoffnung und Hirschluch. Hoffnung als das grundlegende Element unseres gemeinsamens Handelns, die keinen Menschen aufgibt, die scheinbar hoffnungslosen Situationen entgegentritt, die mit dem anbrechenden Reich Gottes auf Erden rechnet, habe ich viel erlebt. Wenn auch viel resigniert wird in unserer Gesellschaft, Petrus-Giesensdorf ist eine lebendige Gemeinde, die sich von der Hoffnung tragen lässt. Gemerkt habe ich das zum Beispiel bei der erfrischenden Familienfreizeit Pfingsten 2007 in Hirschluch.

I wie Interesse. Ich habe Petrus-Giesensdorf als eine interessierte und offene Gemeinde kennengelernt. Es gab Interesse an mir als der "Neuen" – ein Interesse, das Fremden den Zugang erleichtert. Es gibt Interesse an Themen, die die Ökumene betreffen, wie die Partnerschaftsgottesdienste oder die Aussendungsgottesdienste für die Aktion Sühnezeichen beweisen. Es gibt ein Interesse an Auseinandersetzungen mit der Geschichte, wie die gewachsene und weiter wachsende Erinnerungskultur zeigt.

E wie Erwachsenenarbeit, ein sehr formaler Begriff, der unsere lebendigen Abende bei den beiden Gemeindeseminaren nicht recht wiedergeben mag. Das gemeinsame Nachdenken und Diskutieren hat mir viel Spaß gemacht!

D wie Dekaden in Predigerseminar und wie Dankeschön! Dass ich von diesen fast 1 ½ Jahren 80 Tage im Predigerseminar in Wittenberg zugebracht hat, fanden die Konfirmanden merkwürdig, und tatsächlich hat es nicht nur den Konfirmandenunterricht, sondern auch anderes unterbrochen und eingeschränkt. Trotz des großen organisatorischen Aufwandes waren diese Ausbildungszeiten aber auch gute Zeiten, und manche Methode und Idee von dort habe ich bei Ihnen ausprobieren und dadurch an der Praxis messen dürfen. Das sind Erfahrungen, die ich in mein zukünftiges Arbeitsleben mitnehmen darf. Deshalb soll am Schluss meines Abschieds ein DANKESCHÖN! stehen.

Vielen Dank für die unkomplizierte Aufnahme in Petrus-Giesensdorf, vielen Dank für alle Gespräche, die wir miteinander geführt haben, vielen Dank für alle Feedbacks, vielen Dank für Ihr Wissen, das Sie mit mir geteilt haben. Der Dank gilt Ihnen, und er gilt meiner Mentorin, Pfrn. Susanne Petrers-Streu, und er gilt ihren Pfarrkollegen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich freue mich auf zukünftige Begegnungen jenseits des Gemeindevikariats.

Ihre Vikarin Katrin Rudolph

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