Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.9.2019

Monatsspruch Juni

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Wenn wir Kindern zuschauen, dann können wir manchmal beobachten wie sie, ins Spiel vertieft oder mit anderen zusammen, singen. Vielen Erwachsenen ist dieses Selbstverständliche verloren gegangen. Singen? Höchstens noch unter dem Weihnachtsbaum. Manchmal noch in der Badewanne oder unter der Dusche, hin und wieder auch noch beim Autofahren.

Dabei ist Singen etwas, was einfach gut tut; auf das wir nicht verzichten sollten, weil es die Seele leicht macht. Singen ist Ausdruck von Lebensfreude; Singen befreit. In unzähligen Kirchenchören wird Woche für Woche gesungen. Menschen singen gemeinsam und teilen damit ihren Glauben.

Viele Geschichten in der Bibel erzählen von Menschen, die singen. Sie singen aus Dankbarkeit, Lieder zur Ehre Gottes. Ein ganzes Buch ist angefüllt mit Liedern, 150 davon sind uns im Buch der Psalmen überliefert.

Aber auch außerhalb des Psalters gibt es Lieder in der Bibel, z.B. den großen Lobgesang der Maria, das Magnificat, in dem sie die großen Taten Gottes beschreibt.

Oft steht das Singen am Ende eines großen Erlebnisses. Menschen singen aus Erleichterung, wenn etwas Schweres überstanden ist, so wie Mose und seine Schwester Mirjam. Von ihnen nämlich spricht der Monatsspruch. Beide haben allen Grund zum Singen und mit ihnen das ganze Volk Israel.

Auf wunderbare Weise wurden sie befreit: Wo für sie ein Weg war, können ihre Verfolger nicht nachkommen. Das Meer schließt sich hinter ihnen wieder und die Verfolger kommen darin um oder müssen zurückkehren nach Ägypten.

Mose, der Anführer, der Verantwortliche, atmet auf und er weiß davon zu berichten, dass es nicht sein Verdienst war. Nicht er, Mose, war es, der die Lage zum Guten hin verändert hat, sondern Gott, der Wunder tun kann. Gott hat sie aus der Knechtschaft herausgeführt. Darum gebührt ihm Dank und Lob.

Danken und Loben ist am leichtesten dann, wenn man singt. Darum singen die Menschen: Mose singt, Mirjam, seine Schwester, singt und wahrscheinlich auch das ganze Volk Israel.

Ja, aber..., wenn es nur so einfach wäre mit dem Singen. Abgesehen von der eigenen Unmusikalität, die viele empfinden, gibt es Menschen, denen das Singen auch im Halse stecken bleibt; die Erfahrungen mitbringen, die schlimm sind, die sie am Singen hindern.

Es sind Fragen des Lebens, auf die wir letztlich keine befriedigende Antwort finden. Sie können Menschen verstummen lassen.

Es gibt aber auch die andere Möglichkeit: Menschen singen trotzdem, trotz der Rätsel des Lebens, und sind damit auf dem Weg zu einer Antwort. Im Singen, zumal im kräftigen gemeinsamen Singen, können bohrende Fragen ihre Qual verlieren und Sehnsüchte erfüllt werden. Denn die Lieder nehmen das, von dem sie singen, schon vorweg.

Wer singt, der bringt die Erfahrungen seines Lebens mit, von gelungenem, fröhlichem Leben –, aber auch von Schwierigkeiten, von Sorgen und Nöten.

"Lachen oder Weinen wird gesegnet sein", so heißt es in einem Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch, und das heißt: Alles kann im Singen aufgehoben und geborgen sein. Singen kann gerade denen helfen, die meinen, ihre Lasten kaum mehr tragen zu können.

Menschen haben von ihrem Glauben gesungen und werden das auch in Zukunft tun. So wie Mose und Mirjam das getan haben. Das hilft auch über manche Anfechtung hinweg. Beim Singen muss man nicht eigene Worte finden für das, was das Herz bewegt. Unser Gesangbuch liefert uns viele wunderbare Lieder, die den Glauben ausdrücken. Und sie nehmen uns hinein in die Geschichte Gottes mit den Menschen. Es ist eine Geschichte des Heils und der Errettung. Mose und Mirjam und das ganze Volk Israel haben diese Rettung erfahren und aus Dankbarkeit auch mächtig auf die Pauke gehauen.

Pfarrer Michael Busch

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