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20.1.2018

Erinnerungskultur tut not
gedenken, aussöhnen, mahnen!

von Klaus Leutner

Am Teltowkanal in Lichterfelde existierte von 1942 bis 1945 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Über tausend Häftlinge aus zahlreichen europäischen Ländern wurden hier gefangen gehalten, um während des Krieges als Arbeitskräfte für Bauvorhaben der SS zur Verfügung zu stehen.

Josef Snep, ehemaliger KZ-Häftling aus den Niederlanden, bei der Gedenkfeier im Jahr 2007 vor der "Säule der Gefangenen"

Die "Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V", ein Kreis engagierter Bürger, widmet sich der Erforschung des Lagers und seiner Insassen und pflegt den Kontakt zu den noch lebenden Häftlingen.

Auch im Mai 2008 können wir einige ehemalige Opfer dieser damaligen deutschen Unkultur als Gäste in unserer Stadt begrüßen und mit ihnen gemeinsam wollen wir ihres damaligen Leidens gedenken. Inzwischen fühlen sich die hochbetagten ehemaligen Häftlinge bei ihrem Besuch in unserem Bezirk wohl. Sie spüren, von uns geht keine Gefahr aus. Dies sollte für uns alle Verpflichtung sein, auch den kleinsten Anfängen von Intoleranz und Menschenverachtung entgegenzutreten.

Die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde begrüßt Sie zur Teilnahme und Begegnung:

Am Dienstag, 6. Mai 2008 um 19.30 Uhr lädt die Gemeinde Petrus-Giesensdorf zu einem Abend der Begegnung in die Petruskirche am Oberhofer Platz ein.

Am Anfang steht die Aufführung des "Requiems für B." vom Magdeburger Komponisten Warnfried Altmann, das er zu Ehren der Opfer des Nazismus komponiert hat. Der Chor der Gemeinde und der Komponist selbst wirken an der Aufführung mit.

Anschließend haben Sie Gelegenheit, mit den ehemaligen Häftlingen ins Gespräch zu kommen. Unsere Gäste kommen aus Israel, Norwegen, den Niederlanden, Polen, Tschechien, der Ukraine und Deutschland.

Am Donnerstag, 8. Mai 2008, findet von 10.00-11.30 Uhr die Gedenkfeier zum "Tag der Befreiung" an der "Säule der Gefangenen" in der Wismarer Straße in Lichterfelde statt.

Der Botschafter Norwegens, ein Schüler des Oberstufenzentrums für Wirtschaft und Verwaltung und der Vorsitzende der BVV Berlin-Steglitz/Zehlendorf werden zu uns sprechen. SchülerInnen verschiedener Schulen aus Steglitz/Zehlendorf sind an der Ausgestaltung der Gedenkstunde beteiligt.

Erinnerungskultur fängt bei jedem Einzelnen an. Sie sind herzlich eingeladen.

Klaus Leutner,
Vorsitzender der Initiative
KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.

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