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13.12.2018

Monika Nickel zum Abschied

von Lutz Poetter

Einladung

"Meine Freude, meinen Dank, alles sag ich dir. Du hältst zu mir guter Gott, spür ich tief in mir. Halte zu mir guter Gott, heut den ganzen Tag. Halte die Hände über mich, was auch kommen mag."

Herzliche Einladung zur Verabschiedung von unserer Kita-Leiterin Monika Nickel aus ihrer beruflichen Tätigkeit im Petrusheim, am 27. April 2008 um 11.00 Uhr im Familiengottesdienst in der Petruskirche mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus Parallelstraße 29.

Etwas mit Kindern machen – dieser Berufswunsch stand für Monika schon früh fest. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, nach der Schule absolvierte sie dann aber die Ausbildung zur Erzieherin.

Zuerst war Monika als Aushilfe beim Kirchenkreis Steglitz tätig. So lernte sie die Kitas Lindenhof und Petrusheim kennen. Ein Jahr später wurde im Petrusheim eine richtige Stelle frei: Monika begann ihre Arbeit 1970 bei den vierjährigen Kindern und wechselte später zur Vorschulgruppe. Kitaleiterin war damals Liane Bork, mit der sich Monika schnell anfreundete. Ihre weiche, nette Art, ihr einfühlsamer Leitungsstil gefielen Monika. Bald wurde sie die stellvertretende Leiterin.

Im Petrusheim stand Ende der 70er Jahren die Umwandlung vom Kindergarten alter Prägung zur modernen Kindertagesstätte an. "Wie ist es für die Kinder gut?" So lautete die Kernfrage in allen Veränderungen. Es entstanden altersgemischte Gruppen, mehr Offenheit zog in die Kita ein und der obligatorische Mittagsschlaf wurde abgeschafft. Nur wer müde war, der durfte schlafen... Die pädagogischen machten auch bauliche Veränderungen nötig: Eine Trennwand fiel oben in der Vorschule, der Garten und die Spielgeräte wurden neu gestaltet.

1975 erkrankte Liane Bork schwer, die Leitungsaufgabe lag bei Monika Nickel. Fünf Jahre lang kämpfte Liane um ihre Gesundheit und ihre Aufgabe im Petrusheim, kam zwischen den Krankenhausaufenthalten immer wieder zurück an ihren Arbeitsplatz. 1980 ging die Kitaleiterin in den einstweiligen Ruhestand. Es war ein endgültiger Abschied. Die Leitungsverantwortung lag nun ganz auf den Schultern der Stellvertreterin. Erst 1988 wurde Monika Nickel auch offiziell die Leiterin des Petrusheims, immer aber blieb sie eingebunden in die pädagogische Arbeit mit den Kindern.

Mit Pfarrer Gottfried Kraatz lernte die gesamte Kita in den 70er Jahren zu begreifen: "Wir sind keine Einrichtung am Rand. Wir sind ein wichtiger Teil in der Mitte der Gemeinde." Bei allen Gemeindefesten war man dabei, suchte Kontakt zu den anderen gemeindlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Kita Petrusheim blieb mit Gottfried Kraatz treu verbunden während seiner Zeit als Pfarrer in Südafrika und unterstützte seine Arbeit dort von Lichterfeldeaus. Und die von ihm angeregte Hinwendung zur Gemeinde hielt die Kita Petrusheim durch – auch als Eberhard Scherer als Pfarrer für Kinderarbeit und Kita zuständig wurde und sich das Verhältnis stark abkühlte. Diese Phase war Monikas schwerste Zeit in ihrem langen Arbeitsleben.


Modenschau in der Kita Petrusheim (1981)

Nach dem Ruhestand von Pfarrer Dr. Scherer beteiligte sich Monika Nickel mit Erzieherinnen aus dem Petrusheim wieder an Vorbereitung und Feier der monatlichen Familiengottesdienste – wichtige Kontaktmöglichkeiten zwischen jungen Familien und der Kirchengemeinde. Umgestaltung und Neuorientierung der Kindertagesstätte waren in all den Jahren ständige Herausforderungen: Auf der Höhe der Zeit bleiben, Qualität bieten, neue pädagogische Entwicklungen kennenlernen und ausprobieren. "Passt dieses Konzept zu uns? Ist es für unsere Kinder gut?" Im Team der Erzieherinnen wurde viel diskutiert und entschieden...

So entstand das Konzept der teiloffenen Arbeit und das neu gestaltete Außengelände als Spielund Entdeckungsfläche, die Zertifizierung der Kita Petrusheim durch die Internationale Akademie nach Evaluierung und Qualitätsmanagement. Immer wieder wurden die Räume neu gestaltet und genutzt, einschließlich der Waschräume und der Küche.

Besonders stolz ist Monika Nickel auf den Wintergarten – und pünktlich zu ihrem Ruhestand ist der Kredit für dieses Projekt mit Hilfe des Fördervereins und "Hänsel und Gretel" abgezahlt. Ebenso auf die Experimente mit den Kindern und der Auszeichnung zum "Haus der kleinen Forscher", die Monika initiiert hat.

Als Kitaleiterin war sie Ansprechpartnerin für alle: "Ich bin hingegangen, wenn jemand aus der Kita in Not war." Auch Eltern brauchen manchmal Trost und Ermutigung im Gespräch. Offen zu sein, Begleitung und Seelsorge zu geben, dass ist für Monika die Aufgabe eines christlichen Kindergartens. Sie selbst fand Rückhalt und Unterstützung bei ihrem Mann. "Es ist schade, dass Sie gehen!" hört Monika öfter in diesen Tagen.

Immer aber ging es für die Leiterin darum, das Petrusheim nach außen zu vertreten. So engagierte sie sich im Kirchenkreis Steglitz, in der Kreissynode. Superintendent Friedrich Gülzow und der Vorsitzende des Haushaltsausschusses Pfarrer Heinrich Immel sagten beide: "Wir werden Sie vermissen, wenn Sie aufhören!"

Die neue Leitung wird zur Zeit noch gesucht. Bis sie kommt ist die stellvertretende Leiterin Christa Korth gefordert. Ihr steht Monika mit Rat und Tat zur Verfügung. Sie will sich aber nicht in den Neuanfang einmischen. Monika freut sich auf den Ruhestand, endlich nicht mehr unter Druck arbeiten zu müssen. Sie wird Zeit haben für ihren Ehemann und ihre Freunde. Und sie wird der Gemeinde verbunden bleiben als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Familiengottesdienst-Team. Ins Petrusheim wird sie auch kommen – nachmittags, um Nils abzuholen. Monikas Enkelsohn ist Kitakind, er geht zu Ute und Gudrun in die Sternengruppe. Alles Gute zum Abschied, Monika – und herzlichen Dank für Deine Arbeit!

Lutz Poetter

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