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16.1.2019

Zum 40. Todestag von Martin Luther King

von E-Mail

Vor 40 Jahren, am 4. April 1968, endete das Leben von Martin Luther King in Memphis, Tennessee. Als er am Abend auf dem Balkon des Lorraine Motel stand, wurde er erschossen; er war gerade einmal 39 Jahre alt.

Seinen hohen Bekanntheitsgrad erreichte er zunächst als Führer der Bürgerrechtsbewegung, die sich entschieden gegen die Rassentrennung einsetzte. Landesweit bekannt wurde King 1955 als Anführer eines Boykotts gegen Omnibusse in Montgomery. Damit wurde auf die Festnahme der Schwarzen Rosa Parks reagiert, die sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast ihren Sitzplatz zu überlassen. Die Aktion dauerte 381 Tage. King wurde daraufhin festgenommen und inhaftiert. Sein Wohnhaus wurde während dieser Zeit gesprengt, und er bekam mehrere Morddrohungen. Der Boykott endete 1956 mit einem Erlass des Obersten Gerichtshofes, der jegliche Art von Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt für gesetzwidrig erklärte.

Zeitafel

15. Januar 1929:
Martin Luther King jr. wird als zweites Kind von Alberta King und Reverend Martin Luther (Michael) King sen. in Atlanta/Georgia geboren.

1947:
King erhält eine Predigerlizenz und predigt gelegentlich in der Gemeinde seines Vaters, der Ebenezer Baptist Church in Atlanta.

25. Februar 1948:
King wird zum Baptistenpfarrer ordiniert.

18. Juni 1953:
Hochzeit mit Coretta Scott.

17. November 1955:
Geburt von Kings ältester Tochter, Yolanda Denise.

5. Dezember 1955:
Beginn des Boykotts der Busse in Montgomery durch die schwarze Bevölkerung.

Oktober 1960:
King wird während eines Sitzstreiks verhaftet und zu vier Monaten schwerer Zwangsarbeit verurteilt

30. Januar 1961:
Geburt von Kings zweitem Sohn, Dexter Scott.

Januar 1962:
Drittes Kind Dexter geboren.

28. August 1963:
Der "Marsch auf Washington" zur Durchsetzung der Bürgerrechte ist mit über 250.000 Teilnehmern.

September 1964:
Am 13. September besucht King auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, West-Berlin. Am 18. September empfängt Papst Paul VI. King im Vatikan in Privataudienz.

10. Dezember 1964:
King erhält in Oslo den Friedensnobelpreis.

4. April 1967:
In seiner berühmten Rede "Beyond Vietnam" verurteilt King nachhaltig den Vietnam-Krieg.

4. April 1968:
Martin Luther King jr. wird in Memphis erschossen.

In den kommenden Jahren verstärkte Martin Luther King seinen Kampf gegen die Rassentrennung. Oberstes Prinzip seines Handels blieb dabei aber immer die Gewaltfreiheit, obwohl er oft um Leib und Leben fürchten musste. Inspiriert wurde er dabei u.a. Von Mahatma Gandhi, dessen Leben und Werk er bewunderte. 1959 reiste er mit seiner Frau einen Monat lang durch Indien, um sich noch intensiver mit Gandhis Werk auseinandersetzen zu können.

Am 28. August 1963 führte Martin Luther King den historischen "Marsch auf Washington" an auf dem er die heute legendäre Rede "I have a Dream - Ich habe einen Traum" hielt.

Dieses Engagement gegen die Rassentrennung in den USA und sein gewaltloser Widerstand sind die eine sehr bekannte Seite des Martin Luther King. In den letzten Jahren seines Lebens kam aber noch der Einsatz gegen den Vietnam-Krieg sowie für eine Überwindung der Armut dazu.

Genau ein Jahr vor seiner Ermordung, am 4. April 1967, hielt er in der New Yorker Riverside Church eine flammende Rede gegen den Vietnamkrieg. In dieser Rede, die später auch unter dem Titel "Beyond Vietnam" - "Jenseits von Vietnam" veröffentlicht wurde, klagte King seine Regierung als "die größte Gewaltausüberin in der heutigen Welt" an.

King war zum schärfsten Kritiker der Vietnampolitik seines Landes geworden, rief zur Wehrdienstverweigerung und zum zivilen Ungehorsam gegen Bundesgesetze auf. Er thematisierte ständig den Zusammenhang von Rassismus, Armut und Krieg. Seine Erfahrungen fasste er folgendermaßen zusammen: "Jahrelang war ich mit der Idee zuwege, die bestehenden gesellschaftlichen Institutionen zu reformieren, ein bisschen Änderung hier, eine kleine Veränderung da. Jetzt sehe ich das radikal anders. Heute bin ich mir im Klaren, dass wir einen Umbau der gesamten Gesellschaft brauchen, eine Revolution unserer Zielvorstellungen."

Solche Äußerungen trafen das amerikanische Establishment ins Mark. Er zog nicht nur die Feindseligkeiten der Rassisten auf sich. Der einst als "Apostel der Gewaltfreiheit" umworbene Friedensnobelpreisträger wurde in seinen letzten beiden Lebensjahren auch bei den politisch Mächtigen zur persona non grata. In den Machtzentren Amerikas rief Kings Engagement große Sorgen hervor.

Obwohl sich King über die Reaktion der Herrschenden klar war, verstärkte er seinen Widerstand gegen den Krieg.

Am 4. April 1968 fielen dann die tödlichen Schüsse. Der entflohene weiße Häftling, James Earl Ray, wurde wegen des Mordes an King festgenommen. Ray erklärte sich für schuldig und wurde zu 99 Jahren Gefängnis verurteilt. Später widerrief er sein Geständnis.

1983 wurde der dritte Montag im Januar zu Ehren Martin Luther Kings zum Nationalfeiertag "Martin-Luther-King-Tag" erklärt.

Sein Geburtshaus und sein Grab in Atlanta gehören heute zu den nationalen Denkmälern der Vereinigten Staaten. Im Dezember 1999 kam ein Gericht in Memphis zu dem Schluss, dass King nicht einem Einzeltäter zum Opfer gefallen war. Bis heute sind die genauen Umstände der Tat ungeklärt und sorgen für zahlreiche Spekulationen.

Pfarrer Michael Busch