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17.1.2019

Annäherungsversuche an das neue Jahr

von Lutz Poetter

Liebe Gemeinde,
wie mag es wohl aussehen, das neue Jahr 2008 nach der Geburt Christi? Niemand kann ja wirklich die Zukunft vorhersagen, aber viele Ereignisse kündigen sich lange vorher an. Was steht uns bevor in den nächsten zwölf Monaten? Ich verschaffe mir gerne einen ersten Überblick über das neue Jahr mit dem unberührten Kalender.

Zwölf Monate, 52 Wochen, 366 Tage und Nächte

366 Tage liegen vor uns, es gibt also einen 29. Februar – Schaltjahr. Mal wieder eine echte Geburtstagsfeier für alle, die an einem 29. Februar geboren sind. Astronomisch bieten die kommenden zwölf Monate zwei Sensationen auf der nördlichen Halbkugel: Eine totale Mondfinsternis am 21. Februar und eine totale Sonnenfinsternis am 1. August. Wird der Himmel klar sein in diesen Nächten?

Schnell markiere ich mir die großen Feiertage: Ostern liegt früh dieses Jahr, noch vor dem Ende der Winterzeit fällt Ostersonntag auf den 23. März: Es könnte also noch winterlich kalt sein, beinahe noch Schnee liegen... Wir bekommen insgesamt einen Feiertag weniger ab: Am 1. Mai 2008 ist Tag der Arbeit und gleichzeitig Christi Himmelfahrt. Das ist sonst besser verteilt. Mitte Mai feiern wir dann schon Pfingsten. Der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober fällt 2008 auf einen Freitag, Heiligabend 2008 auf einen Mittwoch.

Dann trage ich mir noch die Geburtstage meiner Lieben in den neuen Kalender ein, markiere auch die Schulferien, die für meine Söhne und meine Konfirmanden wichtig sind. Konfirmationen, auch die Goldene Konfirmation, Reisen mit Senioren und Jugendlichen, Urlaubstermine und besondere Veranstaltungen werden in der Jahresübersicht vermerkt.

Allmählich ergibt sich eine Struktur des neuen Jahres, zumindest auf dem Papier. Man könnte meinen, das neue Jahr schon zu kennen – wären da nicht alle diese Unwägbarkeiten, Überraschungen und Enttäuschungen, die das wirkliche Leben unkalkulierbar machen. Der Satz gilt für alle Planer, egal ob Einzelwesen, Familien, Gruppen oder Völker: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Kartoffel, Kuckuck und Walnussbaum

Wichtige Organisationen stellen das neue Jahr medienwirksam unter ein bestimmtes Motto: Die UNESCO bestimmt 2008 zum internationalen Jahr des Planeten Erde – und der Kartoffel. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung erklärt 2008 zum Jahr der Mathematik. Der Kuckuck ist der Vogel des Jahres, die echte Walnuss der Baum des Jahres. 2008 ist das erste Jahr ohne Briefmonopol der deutschen Post. Malta und Zypern führen ab 1. Januar den Euro als Landeswährung ein. Slowenien übernimmt als Neuling in der ersten Jahreshälfte den EU-Ratsvorsitz. Präsidentschaftswahlen finden in Russland und in den Vereinigten Staaten von Amerika statt: Die Ära Bush geht endgültig zu Ende, die Ära Putin dauert wohl auch unter einem neuen russischen Präsidenten an. Aber auch in Tschechien und Island werden neue Präsidenten gewählt – mit weitaus geringeren geopolitischen Folgen. Demokratische Landtagswahlen haben wir zu Hause in Niedersachsen, Hessen und Bayern – die Bundestagswahl 2009 wirft ihre Schatten voraus. Freunde der Monarchie merken sich schon mal den Mai vor: Prinz Joachim von Dänemark heiratet dann seine französische Braut Marie Cavallier auf seinem Schloss in Tondern.

Parade und Olympiade

Die Weltausstellung 2008 wird im spanischen Saragossa stattfinden, der Weltjugendtag im australischen Sydney. Der Deutsche Katholikentag lädt ein ins niedersächsische Osnabrück. Im Juli ziehen dann die Raver singend und tanzend zur Loveparade – nach Dortmund, zu den angeblich nicht singenden Westfalen.

Unübersehbar prägen auch sportliche Großereignisse das neue Jahr: Die Fußball-Europameisterschaft wird ausgetragen, Gastgeberländer sind Österreich und die Schweiz. Ob die deutsche Nationalmannschaft die hohen Erwartungen erfüllen kann? Im Sommer blickt die Welt aufmerksam auf die Volksrepublik China: Am 8. August werden die 29. Olympischen Sommerspiele in Peking eröffnet. Menschenrechte, freie Berichterstattung und Doping dürften ein Thema sein, Goldmedallien für deutsche Sportler eher weniger.

Runde Geburtstage, Jubiläen und Jahrestage

Wer feiert eigentlich welchen runden Geburtstag im neuen Jahr? Die Sportler Franziska van Almsick, Miroslav Klose und Dirk Nowitzki werden 30 Jahre alt. 50 werden die Musiker Michael Jackson, Prince Rogers Nelson und Madonna Louise Ciccone – sie dürfte das wohl am besten verkraften. Götz George wird 70, Romy Schneider würde ebenfalls 70 Jahre alt. Hardy Krüger und Fats Domino vollenden ihr 80. Lebensjahr, auch Che Guevara, Andy Warhol und Mickey Mouse sind Jahrgang 1928. Herbert von Karajan und Helmut Gollwitzer würden 100, Max Planck, Rudolf Diesel und Heinrich Zille würden 150 Jahre alt. Natürlich sind sie längst gestorben. Aber auch Todesjahre sind denkwürdig: Vor 40 Jahren wurde Martin Luther King ermordet, vor 60 Jahren Mahatma Gandhi.

Mit der 8 am Ende wandern wir im Geiste durch die Jahreszahlen der Geschichte: Vor 500 Jahren wurde der Augustinermönch und Priester Martin Luther Theologiestudent in Wittenberg. 1648 endete der Dreißigjährige Krieg zwischen protestantischen und katholischen Heeren, der auch in unserer Region unvorstellbare Verwüstungen anrichtete.

1848 ist das Jahr der deutschen Revolution und der Paulskirchenversammlung. 1898 wurde die neuerrichtete Petruskirche in Lichterfelde eingeweiht. 1918 endete der 1. Weltkrieg. 1928 überstieg in der Weimarer Republik die Arbeitslosenzahl erstmalig die Zweimillionengrenze. 1938 brannten in ganz Deutschland die jüdischen Synagogen – der Nationalsozialismus zeigte sein wahres Gesicht. 1948 – drei Jahre nach Kriegsende – ist das Jahr der Währungsreform und der Luftbrücke zum blockierten Westberlin. Ebenfalls vor 60 Jahren nahm die Freie Universität Berlin in Dahlem ihren Vorlesungsbetrieb auf. 1958 stellte Chruschtschow sein Berlin-Ultimatum. 1968 war das Jahr der Studentenproteste in Berlin, Paris und Mexiko gegen den Krieg der USA in Vietnam. Rudi Dutschke wurde am 11. April von einem Attentäter schwer verletzt. Russische Panzer beendeten den Prager Frühling am 21. August 1968.

Vor 30 Jahren stieg weißer Rauch auf im Konklave: Der polnische Kardinal Karol Wojtyla wurde am 16. Oktober 1978 zum Papst in Rom gewählt: Johannes Paul II. hatte dieses Amt 26 Jahre lang inne.

1988 war Westberlin die Kulturhauptstadt Europas – ein Jahr vor dem Mauerfall... Da hätte man wohl besser etwas abgewartet.

Vor zehn Jahren brach in Hongkong die Vogelgrippe aus. In Deutschland wurde Gerhard Schröder zum 7. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Viele Ereignisse und Jahreszahlen zum Gedenken und Erinnern... Und natürlich ist diese kleine Sammlung nur ein winziger und willkürlicher Ausschnitt aus der Fülle der Geschichte.

Es ist anscheinend nicht so leicht Orientierung zu gewinnen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Und jeder und jede von uns hat einen eigenen Lebensplan für das Jahr 2008, auch eigene Gedenktage.

Die neue Jahreslosung

In unserer Kirche haben wir uns an die Jahreslosung gewöhnt: Als Lebensmotto aus der Bibel für das neue Jahr soll sie uns Leitlinie und Denkanstoß sein für die nächsten zwölf Monate. Es sind Worte aus dem Johannesevangelium, Lichtstrahlen der Hoffnung, Wärmeströme des Evangeliums: