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22.7.2019

Brot für die Welt: Burkina Faso
Überleben im Klimawandel

Brot für die Welt

"Ein Volk, das Hunger und Durst leidet, ist ein abhängiges Volk. Wir müssen den Hunger besiegen, um die Menschenwürde wiederherzustellen", lautete das politische Bekenntnis des charismatischen Hauptmanns Thomas Sankara. Er änderte die Landesbezeichnung Obervolta in Burkina Faso – "Land der freien und aufrechten Menschen".

Unter Sankaras Herrschaft wurden Grund und Boden verstaatlicht, Kampagnen zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse und umweltpolitische Maßnahmen durchgeführt und Frauen besonders gefördert. Nach einem blutigen Machtkampf kam 1987 Blaise Compaoré an die Regierung. Bis heute ist er Präsident des Landes und inzwischen durch mehrere demokratische Wahlen legitimiert.

Martine Ouedraogo (im Vordergrund) hört aufmerksam zu. Die 28-Jährige hat drei Kinder, sie sollen es einmal besser haben als ihre Mutter, die nie lesen und schreiben gelernt hat, vor allem sollen sie gesund aufwachsen. Deshalb ist Martine gekommen: Bevor Augustine gewogen und geimpft wird, lernt sie alles, was eine Mutter über Hygiene wissen muss.

Die Bevölkerung Burkina Fasos kämpft gegen zunehmende Trockenheit und weniger vorhersehbare Witterungen. Wegen der Dürre füllen sich die traditionellen runden Getreidespeicher nicht mehr so wie früher.

Die Kinder sterben leise. Viele sind mangelernährt und deshalb anfällig für Infektionen. Vom Trinkwasser aus verschmutzten Tümpeln bekommen sie Durchfall. Schließlich sind manche so dehydriert und erschöpft, dass sie in den Tod dämmern. In Burkina Faso stirbt jedes fünfte Kind vor seinem fünften Geburtstag.

Doch Augustine soll leben. Ihre Mutter Martine Ouedraogo sitzt vor der Gesundheitsstation des Dorfes Soaw im Staub und birgt die Einjährige auf ihrem Schoß. Mit ihr warten viele Dutzend Mütter mit ihren Säuglingen auf Betreuung. "Ihr dürft nur das Wasser aus den Brunnen trinken!", ruft ihnen eine junge Krankenschwester zu. "Aber das Wasser aus dem See schmeckt besser!", erwidert eine Mutter. "Vom Seewasser bekommt ihr Durchfall", sagt die Krankenschwester. "Und damit eure Kinder gesund bleiben, müsst ihr vor dem Stillen eure Brüste mit Brunnenwasser waschen."

Martine Ouedraogo hört aufmerksam zu. 28 Jahre ist sie alt und Mutter von drei Kindern: Augustine, die vierjährige Carine und die siebenjährige Rosine. Sie sollen es einmal besser haben als ihre Mutter; die nie lesen und schreiben gelernt hat, vor allem sollen sie gesund aufwachsen. Deshalb ist Martine gekommen: Bevor Augustine gewogen und geimpft wird, lernt sie alles, was eine Mutter über Hygiene wissen muss.

Die Krankenschwester, die sie unterrichtet, arbeitet beim Office de Développement des Eglises Evangéliques (ODE), an dem sich zehn protestantische Kirchen beteiligen. Das kirchliche Entwicklungsbüro kümmert sich nicht nur um die Gesundheitsvorsorge. Die allgemeine Klimaveränderung zwingt die von der Aktion "Brot für die Welt" finanzierten ODE-Programme, sich auf die Ernährungssicherung zu konzentrieren: Am Südrand der Sahelzone deutet alles darauf hin, dass sich die Trockenheit dauerhaft ausdehnen wird. 90 Prozent der Menschen leben allein von dem, was sie ernten. "Manchmal haben wir nicht genug zu essen", sagt Martine.

Vieles hat sich bereits zum Guten gewendet. Ihr Mann Justin, den die ODE ausgebildet hat, berät andere Bauern in nachhaltiger Landwirtschaft. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Erosion ihrer Äcker und für die Steigerung ihrer Ernten. Sie bauen Steinwälle gegen den Wind, der den Mutterboden abträgt, legen Komposthaufen und Dunggruben an. Offenbar mit Erfolg: "Das Gemüse auf unseren Felder gedeiht besser", sagt Martine.

Einige Bauern haben ihre Erträge bereits so weit gesteigert, dass sie Teile ihrer Ernte verkaufen und Geld zurücklegen konnten.

Martine schmiedet bescheidene Zukunftspläne: "Ich hoffe, durch bessere Erträge in Zukunft genug Geld für meine Familie zu haben, um Schulgebühren, Kleidung und Medizin bezahlen zu können."

Sie können Ihre Spende in allen Weihnachtsgottesdiensten in die Kollekte geben oder direkt überweisen auf das Konto beim Kreiskirchlichen Verwaltungsamt Steglitz (Konto-Nr. 87068, EDG, BLZ 100 602 37).

Bitte als Stichwort "Petrus-Giesensdorf, Brot für die Welt" nicht vergessen.