ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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19.1.2019

Bitterfeld ist eine Reise wert – wir können es bestätigen!
Rückblick auf die Fahrt nach Bitterfeld

Von Gisela Meyer

Der Beginn unseres Ausflugs war leider etwas unschön, weil unser Bus zwar pünktlich in Lichterfelde aber nicht am vereinbarten Ort war. Viele Teilnehmer waren zu Recht verärgert, denn wir kamen dadurch erst mit Verzögerung von 45 Minuten von Berlin los. Ich habe am nächsten Tag mit dem Chef des Busunternehmens gesprochen, dem die Sache sehr peinlich war, und der uns um Entschuldigung bat.

Bitterfeld ist nicht mehr grau und stinkt auch nicht mehr! Vor knapp 20 Jahren als die schmutzigste Stadt Europas bezeichnet, zeigt es sich heute mit vielen schön sanierten Klinkerbauten im Bauhausstil. Mit unserer Stadtführerin ging's als erstes zur Goitzsche, einem ehemaligen Tagebauloch, beim Hochwasser 2002 voll gelaufen. Fast 90 Jahre lang wurde dort Braunkohle gefördert. Über der Kohle lagerten uralte Mooreichen, die zu besonders kostbarem Furnier verarbeitet wurden. Mitte der 70er Jahre fand man zufällig unter der Kohleschicht Bernstein. Unter strenger Geheimhaltung baute man ihn in großen Mengen ab und schickte ihn nach Ribnitz-Damgarten, wo er als angeblicher Ostseebernstein zur Schmuckherstellung genutzt wurde.

Heute ist der ehemalige Tagebau ein großer See, von den Einheimischen liebevoll "Bitterfelder Meer" genannt. Schöne Sandstrände, klares Wasser und für die Angler viele verschiedene Fischarten hat er zu bieten. Man baute einen Yachthafen für Segelboote und einen Dampferanleger, ja sogar eine Seebrücke, die aber leider im Frühjahr dem Orkan Kyrill zum Opfer fiel.

Uns zog es dann zum Mittagessen in ein zünftiges Gasthaus, eine ehemalige Bergarbeiter Kantine.

Im kleinen Dorf Mühlbeck hatten wir noch das Glück, eine wunderschöne, romanische Feldsteinkirche besichtigen zu können. Ihr Glanzstück, ein gotischer Marienaltar mit Doppelflügeln aus der Zeit um 1500 und ihre Inneneinrichtung aus der Zeit des Barock, haben uns sehr beeindruckt.

Mit einer Dampferfahrt auf der Goitzsche bei herrlichem Sonnenschein ging der Ausflug zu Ende.

Wir hatten wieder einmal eine schöne Fahrt und konnten jedenfalls feststellen, dass mit dem Namen Bitterfeld verbundene Vorurteile nicht mehr gerechtfertigt sind!

Gisela Meyer