Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.9.2019

Moscheebesichtigung
Gemeindeausflug zur Sehitlik Moschee am Columbiadamm im Rückblick

Von Gisela Meyer


Foto: Eva Niggemann

Im Mai haben wir uns mit dem Islam beschäftigt. Zuerst hat Herr Dr. Mohamed Herzog, ein ehemaliger evangelischer Christ, über seinen Weg zum Islam berichtet. Eine Woche später fuhren wir unter fachkundiger Stadtführung von Herrn Armin A. Woy zur Sehitlik Moschee am Columbiadamm.

Schon 1798 hatte der Preußen König Friedrich Wilhelm III für die Bestattung des Botschafters des Osmanischen Reiches ein Gelände an der Urbanstraße, damals noch weit vor den Toren der Stadt gelegen, gekauft und es den befreundeten Türken geschenkt. Dieser erste türkische Friedhof geriet später in Vergessenheit. Die dort beerdigten Menschen wurden 1866 auf den Begräbnisplatz am Columbiadamm umgebettet. Vor zwanzig Jahren fand hier die letzte Beisetzung statt.


Foto: Eva Niggemann

Die größte Moschee Berlins, die Sehitlik Moschee, wurde auf dem Gelände des Friedhofs gebaut. Sie ist von außen wie von innen ein prächtiges Gebäude.

Beim Eintreten in den großen Gebetsraum fühlten wir uns an die Märchen von Tausend und einer Nacht erinnert. Aber nicht Sheherazade erzählte, sondern Herr Ender Cetin, der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Türkisch-Islamischen-Föderation.

Spannend und mit Witz und Charme informierte er uns über die Moschee, über die Geschichte und die Besonderheiten ihrer Architektur. Der Boden des großen Gebetsraums ist völlig von einem dicken, blauen Teppich bedeckt. Auch an Wänden und Kuppel überwiegt die türkisblaue Farbe.

Moscheen werden nicht mit Menschendarstellungen geschmückt wie christliche Kirchen, man hat stattdessen Suren des Korans in Kalligraphie als Schmuckelemente verwandt. Aber wir waren nicht nur an der Moschee interessiert, wir wollten auch mehr über den Islam wissen. Dass Abraham unser gemeinsamer Stammvater ist und dass die zehn Gebote Moses auch für Moslems gelten, war den meisten von uns nicht bewusst. Herr Cetin war für alle unsere Fragen offen und entzog sich keinen kontroversen Kritikpunkten.

Alles in allem war es ein hochinteressanter Tag. Beim anschließenden Kaffeetrinken wurde angeregt weiter diskutiert und man beschloss, auch noch das Buddhistische Haus im Rahmen unserer Reihe zu besuchen.

Im Übrigen zeigt die ARD am 17. und 24. Oktober ein Portrait von Herrn Cetin, dass teilweise während unseres Besuchs gedreht wurde.

Gisela Meyer

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