ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.7.2019

Auf der Suche nach dem Glück...
Rückblick auf die Familienfreizeit

von Johanna und Andreas Lehmann

Über Pfingsten waren wir – acht Familien, 13 Kleine zwischen zwei und zehn und 16 Große – im kirchlichen Freizeitheim Hirschluch. Unser Thema hieß "Glück". Aber was ist das?

Zunächst mal ins Lexikon geschaut: "Das Wort 'Glück'wird vom mittelniederdeutschen 'Gelucke' (ab 12. Jahrhundert) bzw. dem mittelhochdeutschen 'Gelücke' abgeleitet. Beide Formen sind vom Verb 'gelingen' abgeleitet, das sich wiederum von 'leicht' ableitet. Glück ist demnach ursprünglich also das Gelungene, das leicht Erreichte oder der günstige Ausgang eines Ereignisses. Dieses Ziel musste nicht durch Talent oder ähnliches erreicht werden, sondern wurde ohne Leistung beziehungsweise eigenes Zutun erreicht."

Viele kluge Menschen haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen, hier einige Zitate:

Willst du immer weiter schweifen? / Sieh das Gute liegt so nah! /
Lerne nur das Glück ergreifen, / denn das Glück ist immer da.
Johann Wolfgang von Goethe

Man weiß selten, was Glück ist,
aber man weiß meistens, was Glück war.
Françoise Sagan

Glück ist der Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen wollte.
George Bernard Shaw

Für den einen heißt Glück, raus aus dem Alltag und mit anderen zusammen sein, für den anderen Spazieren gehen und Spielen in der Natur. Und natürlich macht "güldener Sonnenschein" glücklich...

Dank Eol Streu war tatsächlich der Kaffee schon fertig, wenn wir morgens die Treppe herunter kamen. Und was gibt es für einen Vater oder eine Mutter für ein größerer Glück, als sich morgens direkt an den gedeckten Tisch vor die leckeren Wecken zu setzen?

In der Rückschau auf die Tage fällt uns auf, wie gut wir miteinander ausgekommen sind. Durch die gemeinsamen Aktivitäten entstand eine angenehme Atmosphäre, obwohl viele sich noch nicht kannten. Dazu trugen in besonderem Maß die Kinder mit ihrer Kontaktfreude bei.

Wir haben jeden gebraucht und jeder hat zum Gelingen der Familienfreizeit beigetragen. Dank daher:
Susanne Peters-Streu und Katrin Rudolph für die Organisation und das Programm,
Heidi, Stefie, Katka und Andrea für die Kinderbetreuung, sie haben uns Eltern die Gesprächsrunden ermöglicht.
den Müttern für ausreichend frische Wäsche und die ordentlich gepackten Taschen ("hinter jeder gelungenen Reise steht eine gut organisierte Frau...")
den Vätern für das rechtzeitige Holen der Autos am Gewitterabend, um die nach dem Baden gerade wieder trockenen Kinder auch trocken nach Hause zu bekommen,
den Kindern für die gute Laune und das Babysitten von Milena
Annette, Ira, Jörn, Matthias, Rainer und Sabine für die Vorbereitung der Schnitzeljagd,
Matthias für das (Freizeit-)Heim-Kino,
Rainer für die Segnungen der modernen Chemieindustrie,
all den Spendern für die kleinen essbaren "Glücksbringer" aus Fruchtgummi und Schokolade,
Dank sogar an die Mücken, die uns lehrten, dass die Stadt auch ihre guten Seiten hat...

Musikalisch wurden wir begleitet von Ilona (Querflöte), Christoph (Klavier) und (u.a.) Gerhard Schöne (Text), dem Kuckuck (Solo) und ca. 500 Fröschen (Chor, Beginn ca. 22 Uhr, es wurde jede Zugabe gegeben…).


Auch mit den Erwachsenen waren wir richtig laut!

Für die Kinder standen Fußball, Schwimmen, Glücksschwein basteln und Schnitzeljagd mit Bau eines "Glücksdenkmals" auf dem Programm. Und natürlich Einsätze für "Jugend forscht": wir jagten den Ameisenlöwen und experimentierten mit geheimen Tinkturen, gebraut nach den Rezepten unseres Seifenblasenprofessors. Und so zerplatzen nicht unsere Träume von einem glücklichen Wochenende, sondern nur hunderte von schillernden Seifenblasen.

Nach einer Einführung von Vikarin Katrin Rudolph mit der Geschichte von "Corbinian und dem Wunschhut" haben auch wir von allen einen Wunsch gesammelt: von der "Vulkaninsel mit Dinos" über "LKW haben und fahren" bis zu "Gesundheit" und "Gelassenheit".

Wir Erwachsenen haben uns in drei Gesprächsrunden mit der "Vertreibung aus dem Paradies", der "Heilung des Kranken am Teich von Betesda" und den Seligpreisungen beschäftigt.

Ich fand es sehr anregend, nach langer Zeit wieder in einer Gruppe über biblische Texte nachzudenken. Zusammenfassen kann ich die Diskussionen nicht, daher an dieser Stelle nur einige Sätze, die ich mir gemerkt habe.

"Glück erfordert Aktivität": dabei ging es um die Fähigkeit, sich aus "unglücklich machenden Situationen" heraus zu arbeiten.

Und wie heißt es im Sprichwort? "Jeder ist seines Glückes Schmied" – das klingt nach harter Arbeit, es heißt nicht "Bäcker", der mit leckeren Zutaten süßen Kuchen bäckt. Also: "Glück ist Zufriedensein", mit dem, was ist – und das ist oft harte Arbeit, in der Tat. Sehr gut gefielen mir die "Seligpreisungen für Weise", die Katrin mitbrachte:

Selig,
die über sich selbst lachen können,
sie werden nie aufhören, sich zu amüsieren.
Selig,
die einen Maulwurfshügel von einem Berg unterscheiden können;
sie werden vielen Schwierigkeiten entgehen.
Selig,
die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne sich dafür zu entschuldigen;
sie sind auf dem Weg der Weisheit.
Selig,
die sich darauf verstehen, zu schweigen und zu zu hören;
viel Neues werden sie erfahren.
Selig,
die intelligent genug sind, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen;
ihre Umgebung wird sie zu schätzen wissen.
Selig,
die acht darauf haben, was andere brauchen; und sich dabei nicht für unentbehrlich halten;
sie werden Leute sein, die Freude säen.
Selig seid ihr,
wenn ihr versteht, die kleinen Dinge des Lebens mit Ernst und die ernsten Dinge mit Gelassenheit zu sehen;
ihr werdet im Leben weit kommen.
Selig seid ihr,
wenn ihr ein Lächeln und einen schiefen Blick vergessen könnt;
euer Weg wird voller Sonne sein.
Selig seid ihr,
wenn ihr fähig seid, die Haltung des anderen mit Wohlwollen zu deuten, auch wenn der Augenschein dagegen spricht;
man wird euch für naiv halten, aber die Nächstenliebe ist nicht billiger zu haben.
Selig,
die denken, bevor sie handeln und beten /inne halten, bevor sie denken;
sie vermeiden viele Dummheiten.
Selig,
wenn ihr versteht zu schweigen und das Lächeln behaltet, selbst wenn man euch ins Wort fällt, wenn man euch widerspricht, wenn man euch mit Füßen tritt;
Dann hat das Evangelium angefangen, in euer Herz einzudringen.
.... Aus der Kirche der DDR


... kurze Rast, dann geht die Suche weiter...

Den Kindern – wer hätte es gedacht – fiel die Antwort auf die Frage nach dem Glück leichter:

"Kein Erwachsener ist jetzt da, das ist Glück – hurra!
Keiner sagt uns, was wir sollen, drum machen wir jetzt was wir wollen!"

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, denn jeder hat mit gedacht und mit gemacht. Ein Glück, dass wir zusammen losgefahren sind! Wir kommen nächstes Mal gerne wieder mit – und es waren noch Plätze frei…

Johanna und Andreas Lehmann