Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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15.9.2019

Waren Sie schon mal auf einem Kirchentag?
Ein ganz persönliches Stimmungsbild zum Kirchentag 2007 in Köln.

Kirchentage, das sind besondere Tage; besondere Tage für die Teilnehmer, aber auch ganz besondere Tage für die gastgebende Stadt – ein gewisser, wohlgestimmter Ausnahmezustand. Die Städte öffnen sich erwartungsvoll all den Gästen, die da kommen mögen.

So zeigte sich auch Köln trotz der intensiven katholischen Prägung als äußerst gastfreundlich seinen evangelischen Besuchern gegenüber und glänzte bei herrlichem Wetter. Fast hatte man das Gefühl, man befände sich bei all dem Treiben in südlichen Gefilden, selbst der Dom strotzte vor außergewöhnlicher Wärme. Normalerweise nimmt man sich dorthin immer eine Jacke mit; in diesen Tagen war es aber noch in Trägertop und kurzen Hosen zu warm, auch darf man sonst so (vielleicht zu Recht) nicht hinein.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst dort am Freitagabend wollte und wollte das gemeinsame Singen nicht enden; es war schon weit nach 22 Uhr und erst als die Priester etwas ratlos die letzten Kerzen löschten, zog man beseelt von dannen. Aus einer hinteren Bankreihe hörte man eine beglückte Teilnehmerin zu ihrem Nachbarn sagen: "Gell, jetzt gehört der Dom auch ein bissel uns?!" Netter hätte man Ökumene wohl nicht ausdrücken können.

Doch zurück zum Anfang. Zum Eröffnungsgottesdienst hatten wir es wegen einer sehr langen Busfahrt (9 Stunden!) leider nicht geschafft, aber der Abend der Begegnung, entlang des Rheins zu beiden Seiten, war eine gute Entschädigung und ein kreativer freundlicher Empfang. Höhepunkt war ein von vielen, vielen Bläserchören gestalteter "Klangteppich" sinnbildlich über den Fluss hinweg gelegt. Tausende von Menschen, jung und alt, standen mit brennenden Kerzen zu diesem musikalischen Kunstwerk dichtgedrängt dankbar beieinander und beendeten mit dem Abendsegen diesen Tag.

Die Musik war in diesen Tagen überhaupt in allen erdenklichen Stil-Richtungen stark vertreten von klassisch bis verjazzt, von TenSing (spontaner Chorgesang von mindestens zehn Menschen) bis zu modernen Paul-Gerhardt-Vertonungen.

Doch nicht nur die Seele kam zu ihrem Recht, auch der Kopf wurde gefordert. Das Angebot war riesengroß und die Themenvielfalt mit großer Auswahl an guten ReferentInnen beeindruckend. Jede Wahl für eine Veranstaltung schloss zwangsweise zig andere interessante Möglichkeiten aus. Auch das war eine gewisse Kunst, zumal man die Entscheidungen so treffen musste, dass die Wege zwischen den Veranstaltungen auch machbar waren. Einfach war dies, wenn man sich nur für Veranstaltungen rechtsrheinisch in den Messehallen entschloss; schwieriger wurde es, wenn man Veranstaltungen ansteuerte, die sich über die Stadt verteilten.

Meinen Schwerpunkt legte ich auf die Auseinadersetzung mit "dem Wort", ich besuchte Themen wie "Welche Bibelübersetzung ist die richtige?", "Können Worte Leben verändern?", "Den Worten Gestalt verleihen", "Wie viel Schärfe darf sein?".

Ein weites Feld und schließlich auch "Stille kontra Worte". Auch die war mir zwischendurch sehr wichtig. Stille fand ich in meditativen Gottesdiensten, bei der Anleitung zum Herzensgebet und auch am Rheinufer.

Besonders erfreulich aber ist immer die wohlwollende Stimmung, die allem zugrunde liegt, mit einer geschwisterlich freundlich offenen Haltung. Kein Gedränge auf übervollen Bahnsteigen, kein verbittertes Klagen über Unpünktlichkeiten der Bahn, Verständnis für lange WC-Schlangen... Alles wurde mit einem Lächeln ertragen.

Warum gibt es das so nur zum Kirchentag? Wie schön, könnte man davon auch ein bisschen mehr im Alltag erleben!

Seien Sie herzlich gegrüßt

Brigitte Klick
Paulusgemeinde und Mitsängerin im Petrus-Gospel-Singer

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