ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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17.1.2019

The Power of Dignity – Die Macht der Würde
Der Kirchentag im Zeichen der Globalisierungsdebatte

Mit dem Projekt "The Power of Dignity" macht der Deutsche Evangelische Kirchentag es sich zur Aufgabe, anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm eine öffentliche Diskussion zur humanen und sinnvollen Gestaltung der Globalisierung auszulösen und einer Besinnung der Menschheit auf gemeinsame geistige Grundlagen den Weg zu bereiten.

Was ist unter der Macht der Würde zu verstehen?

Die größte Macht, die jedem Menschen gegeben wurde, ist seine Würde. Sie erschließt sich, indem der Mensch ein Bewusstsein für den Sinn seiner selbst und der Welt entwickelt. Jeder entdeckt seine eigenen Fähigkeiten, seinen Wert, seine Schönheit, Vielfalt und Einheit, indem er seine Würde entdeckt. Jeder erfährt die Fähigkeiten, den Wert, die Schönheit, Vielfalt und Einheit, die in anderen Menschen und in der Schöpfung insgesamt verborgen sind, indem er die Würde, die ihnen inne ist, wahrnimmt und Raum zu ihrer Entfaltung gibt.

Würde wächst durch teilen

Die Macht der Würde erwächst aus der Tiefe. Sie entfaltet sich im Gegensatz zur äußeren Macht, die die Welt heute allzu sehr in ihrem Bann hält: Die Macht der Würde wird größer, indem man sie teilt! Je mehr ein Mensch in Würde lebt und diese Erfahrung mit anderen teilt, desto mehr erlebt er ihre Wirklichkeit und desto mehr erschließt sich ihm auch die Welt in ihrer Würde, ihrem Sinn, und in ihren inneren wie praktischen Werten.

Unantastbarkeit der Würde

Die Entdeckung der Würde von uns Menschen und der Würde der Natur ist nicht nur der Weg zur Entwicklung und zur tiefen Zufriedenheit jedes Menschen. Sie sind auch ein geistiger Schlüssel zur Lösung der Probleme, unter denen so viele Menschen und die Menschheit insgesamt heute leiden. Die Unbedingtheit und Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen und der Natur sind die Grundlage jeglicher menschlichen Kultur und Gesellschaft. Und sie sind der Maßstab, ob äußere, politische und wirtschaftliche Macht sich der Entfaltung der Würde jedes Menschen und der Achtung der Würde der Natur unterordnet und ihr dient.

Alle sind mitverantwortlich

Die Würde eines jeden ist, ebenso wie Liebe, verflochten in ein Netz von gleichsam unsichtbaren geistigen Strängen, die alle Menschen und alle Dinge miteinander verbinden. Kein Mensch kann in Würde leben, wenn er sich nicht gleichzeitig um die Würde seiner Mitwelt sorgt. Im Zeitalter der Globalisierung menschlichen Lebens bedeutet dies: Wir alle sind mitverantwortlich für die Würde der gesamten Menschheit und die Würde unseres Planeten. Gleichgültig auf welche spirituellen Quellen sich ein Mensch bezieht – die inneren Gesetze der Würde und des Sinns der Schöpfung gelten universell.

Bekenntnis zur Würde

Wenn wir die Globalisierung human gestalten wollen, brauchen wir nichts Geringeres als ein neues Bekenntnis zur Würde des Menschen und der Natur. Die Welt braucht eine Globalisierung der Würde, eine Globalisierung jener Werte, die Würde schaffen und ausdrücken wie beispielsweise Gerechtigkeit. Eine globalisierte Welt braucht eine Globalisierung der Werte, braucht eine sinnvolle Weltordnung, in der Gerechtigkeit und Freiheit die gleiche Gültigkeit für alle besitzen.

Erneuernde weltweite Bewegung

Wir brauchen eine die Grundlagen erneuernde weltweite Bewegung: eine Bewegung, die alle Menschen der Welt jenseits all ihrer Vielfalt erfasst und im Bewusstsein der Würde zusammenführt. Nur so kann die Würde ihre Macht zu einem sinnvollen Leben in jedem Menschen und in dem neu erschlossenen Organismus der unteilbaren Menschheit und der unteilbaren Erde entfalten. Die Macht der Würde ist unsere beste Macht.