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27.5.2019

Neues aus dem Projekt Cajamarca / Peru

von Anne und Peter Goerke

Aus familiären Gründen musste Christa Maria Stark de Diaz Anfang des Jahres nach Deutschland kommen und war auch kurz in Berlin. Für alle, die nicht wissen, wer sie ist: Sie, eine ehemalige Sonderschullehrerin aus den Betheler Anstalten, hat 1979 in Cajamarca im Norden Perus begonnen, eine Einrichtung für geistig, körper, hör, und sehbehinderte Kinder und Jugendliche zu schaffen; und dieser Pionierarbeit gilt noch immer ihr ganzer Einsatz. Dazu gehört auch das Werben um unterschiedliche Hilfen aus Deutschland: neben Geld und Sachspenden ist sie auf medizinische Unterstützung angewiesen, ebenso auf die Mitarbeit von PraktikantInnen, die bereit sind, eine Zeit lang in de Behinderteeinrichtung mitzuarbeiten. Dort werden zur Zeit über 260 behinderte Minderjährige und junge Erwachsene unterrichtet und betreut, für die es ein staatliches Sozialnetz nicht gibt.

Durch ihren Einsatz für Familien mit behinderten Angehörigen ergeben sich für Frau Stark oft auch Hilfsnotwendigkeiten anderer Art, so die Förderung einzelner Familienmitglieder, um damit die elende Gesamtsituation verbessern zu helfen. So berichtete sie von den beiden Studenten, für die wir die Patenschaften übernommen haben, dass der ältere Bruder Wilder im Examen steht, der jüngere Maximiliano Idelso nächstes Jahr hofft, fertig zu sein.

Über unsere weitere Patenschaft für Noemi Valienta Chavez (siehe Foto mit Christa Stark) sagte sie ganz erfreut, dass diese ihr Grundstudium in allgemeiner Krankenpflege mit sehr guten Noten abgeschlossen habe. Sie habe sich aber nicht für den Pflegeberuf sondern für die Ausbildung zur Apothekenhelferin entschieden. Frau Stark hofft dann, sie im Projekt einstellen zu können, so dass Noemi den Unterhalt für ihre jüngeren Geschwister sichern kann.

Das bei ihrem letzten Besuch hier angesprochene Problem der über 20jährigen Behinderten, die auf Grund staatlicher Anordnung nicht mehr betreut werden sollen, versucht Frau Stark mit einem von ihr erdachten neuen Konzept anzugehen. Sie will in ihrer Einrichtung Seniorenangebote machen, was es in Cajamarca bisher noch nicht gibt. Ihre Bedingung ist, Senioren, die die Angebote annehmen (und Nachfrage ist da), müssen sich bereit erklären, behinderte Erwachsene mit einzubeziehen. Darüber verhandelt sie nun mit der Stadtverwaltung in Cajamarca, um so die Arbeit ihrer Werkstätten mit den Behinderten weiter führen zu können.

Von einem besonderen Erfolg konnte sie, ihre blinde Schülerin Elena betreffend, berichten. Elena hat im letzten Jahr die Aufnahmeprüfung an der Universität bestanden, ist nun die 1. blinde Studentin und studiert Jura. Sie wird noch von einer Blindenlehrerin und von einer Hilfslehrerin unterstützt, da die Uni darauf nicht eingerichtet ist. So fehlen in den Hörsälen oft Steckdosen, um elektrische Hilfsmittel für Blinde nutzen zu können. Die normale Blindenschreibmaschine ist aber zu laut, würde den Vorlesungsbetrieb stören. Bundesweit wird hier nun in den CajamarcaFördergruppen für die Anschaffung eines BlindenLaptops gesammelt. Die Hälfte ist jetzt etwa zusammen, es fehlen noch ca. 5.000 Euro.

Bei uns kamen in 2006 für 2007 für die Behinderteneinrichtung und für die drei übernommenen Patenschaften insgesamt 1.972,oo Euro zusammen (Spenden aus mehreren Kirchengemeinden, Gruppen und Einzelpersonen)! Frau Stark bat uns, Ihnen und Euch allen ihren ganz herzlichen Dank für diese Unter stützung zu übermitteln, gleichzeitig aber auch die Bitte: „Bleibt mir weiter treu!“ Denn inzwischen kommen notleidende Familien mit ihren behinderten Kindern auch aus entfernten Gegenden Perus in ihre Sprechstunde; und manchmal liegen Kinder einfach morgens vor ihrer Tür. Zudem betonte sie nochmals, wie wichtig ihr die Übernahme unserer Einzelpatenschaften ist.

Wir geben Dank und Bitte hiermit weiter und zählen auf Ihre/Eure Mithilfe auch in Zukunft. Flyer zum Projekt können bei uns angefordert werden oder Sie schauen im Internet unter www.ProjektCajamarca.de nach.

Anne und Peter Goerke (Tel. 711 72 92)

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