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23.7.2019

Unsere Vikarin stellt sich vor

von Katrin Rudolph

Seht, wie schnell die Zeit verrinnt! Mit Erstaunen stelle ich fest, dass ich mittlerweile schon ein halbes Jahr Vikarin in Lichterfelde-Süd bin.

An der Mercator-Grundschule durfte ich seit September letzten Jahres in den vierten Klassen Evangelische Religion unterrichten und im Religionsunterricht der anderen Klassenstufen hospitieren. Ich habe viel dabei gelernt. Nach dem religionspädagogischen Examen nehme ich nun wieder Abschied von vertraut gewordenen Schülerinnen und Schülern und hoffe, sie vielleicht in der Gemeinde gelegentlich wieder zu treffen. Da sich jetzt der Schwerpunkt meines Vikariates von der Schule hin zur Gemeinde verlagert, möchte ich mich Ihnen gern vorstellen.

Von März 2007 bis zum Sommer 2008 darf ich nun meiner Mentorin, Pfarrerin Susanne Peters-Streu, über die Schulter schauen und eigene Erfahrungen sammeln. Ich freue mich dabei auf zahlreiche Begegnungen und auf das vielfältige gemeindliche Leben, mit dem sich mir Petrus-Giesensdorf bislang präsentiert. Zwar werde ich immer wieder auch für einige Zeit im Predigerseminar in Wittenberg sein, um die Praxis theoretisch zu reflektieren. Ich hoffe aber, trotz dieser Unterbrechungen einige Wege kontinuierlich gemeinsam mit Ihnen gehen zu können.

Doch nun zur versprochenen Vorstellung, zunächst das Aktuelle: Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, einen bald siebenjährigen Sohn und eine vierjährige Tochter. Zu unserem Haushalt gehört zur Zeit außerdem ein einundzwanzigjähriges Au pair Mädchen aus Tschechien.

Was hat mich besonders geprägt? Nach dem Abitur bin ich zunächst für ein dreiviertel Jahr nach Israel gegangen und habe als Volontärin im Friedensdorf Neve Shalom/Wahat al-Salam gearbeitet. Damit habe ich mir einen großen Traum erfüllt, der während einer Begegnungsreise mit den Pfadfindern entstanden war. Wie viele Träume litt auch dieser etwas unter der Realität, aber ich habe viel mitgenommen aus dieser Zeit.

Die "Mitbringsel" reichen von Heimatgefühlen für das Heilige Land bis hin zu dem Bewusstsein, dass der andauernde politische Konflikt auch ein Resultat deutscher Geschichte ist. Nach meiner Rückkehr begann ich in Berlin Theologie zu studieren. Nebenher habe ich weiterhin für die Pfadfinder gearbeitet, ehrenamtlich in der Gremienarbeit und nebenberuflich als Bildungsreferentin, um mein Studium zu finanzieren. Zwei Semester konnte ich in Prag studieren, an einer kleinen Fakultät, an der es sehr persönlich zuging. Israel blieb aber mein Thema, bei den Pfadfindern in einer Arbeitsgruppe Israel/Naher Osten, im Studium zurück in Berlin durch die Christlich-Jüdischen Sommeruniversitäten und einen Schwerpunkt auf kirchlicher Zeitgeschichte. In diesem Fachgebiet habe ich auch meine Examensarbeit geschrieben. Nach dem Ersten Theologischen Examen habe ich die Theologie formal zunächst verlassen, auch wenn ich ihr inhaltlich treu geblieben bin.

Am Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin konnte ich meine Doktorarbeit über ein Helfernetz schreiben, das in den 1940er Jahren dazu beitrug, Juden und Christen "jüdischer Herkunft" vor dem Tod zu bewahren. Nach der Promotion habe ich einige Zeit als selbständige Kirchenhistorikerin gearbeit. Unter anderem entstand dabei für die "Evangelische Hilfsstelle für ehemals Rasseverfolgte" eine kleine Studie über die Situation von Christen "jüdischer Herkunft" in Berlin in den 1930er und 40er Jahren.

Hier schloss nun das religionspädagogische Vikariat an, womit wir wieder am Anfang dieser kleinen Vorstellung sind. Wie gesagt freue ich mich nun, auch von Ihnen mehr zu erfahren und Sie kennen zu lernen.

Mit den besten Wünschen, Ihre

Katrin Rudolph

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