Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.9.2019

Weltgebetstag am 2. März 2007
Unter Gottes Zelt vereint – Liturgie aus Paraguay

von Renate Kirsch

Herzliche Einladung zum Weltgebetstag am Freitag, den 2. März 2007 um 15.30 Uhr im Gemeindezentrum Eben Ezer Celsiusstr. 46-48.

Wir werden diesen Gottesdienst zusammen mit Geschwistern der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Katholischen Kirche feiern.

Die Gottesdienstordnung kommt in diesem Jahr von Schwestern aus Paraguay. "Unter Gottes Zelt vereint" mit diesem Thema laden sie uns ein mit ihnen zu beten.

Millionen Christinnen auf der ganzen Welt werden erfahren, wo Paraguay liegt, denn die Liturgie zum Weltgebetstag 2007 kommt aus diesem lateinamerikanischen Land.

Über 90 Prozent der Menschen in Paraguay haben indigene und europäische Vorfahren. Nur zwei Prozent gehören heute noch zur Urbevölkerung. Sie leben überwiegend im Gran Chaco, dem Savannen- und Trockenwaldgebiet im Westen des Landes, müssen um ihre Rechte kämpfen, um Land und um Wasser.

80 Prozent des guten Landes gehört einem Prozent reicher Großgrundbesitzer. Ein Drittel aller Bauern und Bäuerinnen sind Landlose. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Zurzeit wandern aus wirtschaftlicher Not rund 2000 Menschen – vor allem Frauen – monatlich in Nachbarländer aus: in die USA und neuerdings vor allem nach Spanien.

Die 1811 errungene staatliche Unabhängigkeit musste das Land bedingt durch seine Zentrallage in verlustreichen Kriegen mit den Nachbarstaaten verteidigen. Bis heute unvergessen: Die Hälfte der Bevölkerung wurde im Krieg 1865/70 ausgelöscht.

Ebenso traumatisch ist die Erinnerung an die Diktatur des deutschstämmigen Generals Alfredo Stroessner von 1954 bis 1989. Die Menschen erlebten auf vielfache Weise Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, Opponierende wurden ermordet, wenn sie nicht ins Ausland flohen. Die Republik droht immer wieder an den großen Problemen der Armut, Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit und letztlich an der Verstrickung in die alte stroessnersche Colorado-Partei zu scheitern.

Was tun die Christen und Christinnen angesichts all dieser Probleme dieses sogenannten Schwellenlandes? Verzagen sie? Nein, sie versuchen "unter Gottes Zelt vereint" an die heilende und belebende Kraft Gottes zu glauben. Die Weltgebetstagsfrauen erinnern in ihrer Liturgie an die fast hoffnungslos unfruchtbare Sara, die in ihrem Zelt gegen alle Vernunft gläubig ihrem verheißenen Sohn Isaak entgegenlacht.

Mit dem Symbol der paraguayischen Ñandutí-Spitze, die aus einzelnen filigranen Teilen zu einem wunderbaren Ganzen zusammengefügt ist, möchten sie Mut machen, an die verbindende Kraft Gottes zu glauben, weltweit dafür zu beten und vereint unter Gottes Zelt in ökumenischer Vielfalt füreinander einzustehen.

Renate Kirsch

www.weltgebetstag.de

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