ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.3.2019

Fördermittel der "Aktion Mensch"
für die Arbeit an den "Rändern" der Gemeinde

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Seit vielen Jahren ist die Gemeinde Petrus-Giesensdorf mit der Arbeit des Holzkirche e.V. und den Aktivitäten im Gemeindezentrum in der Celsiusstraße in den Wohngebieten der so genannten Woltmannsiedlung und der Thermometersiedlung tätig und versucht sich den sozialen Herausforderungen dort im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten zu stellen.


Jürgen Bischof, Sozialarbeiter im Gemeindezentrum Celsiusstraße
Leider wurden in den vergangenen Jahren durch zurückgehende Kirchensteuermittel die Handlungsspielräume immer weiter eingeengt. Aus diesem Grund hat der Gemeindekirchenrat im Jahr 2005 beschlossen, einen Förderantrag für ein Projekt zur Verbesserung der Zukunftsperspektiven von Kindern und Jugendlichen in der Region Lichterfelde–Süd (Thermometersiedlung und Woltmannsiedlung) bei der "Aktion Mensch" zu stellen.

Die "Aktion Mensch" fördert nämlich mittlerweile nicht nur Projekte im Bereich der Behindertenarbeit, sondern auch der Jugendhilfe. Im Sommer 2006 ist dieser Antrag bewilligt worden. Die Fördersumme beläuft sich auf 190.000 Euro für den Zeitraum von 3 Jahren. Der Großteil der Mittel ist für die Einrichtung von 1,5 Stellen im Bereich der Sozialarbeit vorgesehen.

Im Bereich der Thermometersiedlung soll u.a. ein spezielles Programm, mit dem Ziel, das gewaltfreie Zusammenkommen von Jugendlichen unterschiedlicher Nationalität und religiöser Herkunft zu fördern, durchgeführt werden (Great Escape. Das Ziel des Mentoring-Programms ist es, das aggressive und antisoziale Verhalten sowie die problematischen Einstellungen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil positiv zu beeinflussen.


Constantin Huth, Geschäftsführer des Holzkirche e.V.
Im Rahmen dieses Programms arbeiten junge Erwachsene ehrenamtlich als Mentoren mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Die Mentoren kommen aus ähnlichen Kulturkreisen, aus ähnlichen Sozialmilieus und sind im gleichen Sozialraum herangewachsen.

Die Mentoren des Projektes kennen daher die Probleme der Kinder im Stadtteil und haben die daraus resultierenden persönlichen Defizite ihrer Sozialisation weitgehend erkannt und konnten, über die persönliche Stigmatisierung hinweg, Einsichten und Änderungen für ihr Leben erarbeiten. Dabei haben sie oft eine "negative Karriere" durchlaufen.

Die Mentoren, die im Projekt "Great Escape" arbeiten, werden über 12 bis 14 Monate ausgebildet. Während dieser Zeit arbeiten sie ihren Fähigkeiten entsprechend im Kinder-, Jugend- und Familienstützpunkt "Bus-Stop" im Gemeindezentrum Celsiusstraße. Je nach Stand ihrer "Resozialisierung" arbeiten sie dann im Mentorenteam und werden entsprechend in der Einrichtung, auf der Straße oder in befreundeten Familien eingesetzt.

Mit diesem Projekt und anderen Aktivitäten – auch der Holzkirche e.V. im Bereich der Woltmannsiedlung – möchten wir als Kirchengemeinde einen Betrag zu einem besseren Miteinander in einem schwierigen Sozialraum leisten.

Pfarrer Michael Busch