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24.5.2019

France
Die Jugendreise unserer Gemeinde vom im Juli 2006

Ein Reisebericht von Roman Stolzenburg

Auch dieses Jahr fand wieder eine Jugendreise im Sommer statt, bei der unsere Pfarrer Lutz Poetter und Susanne Peters-Streu 30 Jugendliche in ein anderes Land begleiteten. Vom 7.7. bis zum 20.7. reisten 10 Mädchen und 20 Jungen im Alter von 13-18 Jahren an die Süd-West-Atlantikküste, um Frankreich näher kennen zu lernen. Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen die Reiseeindrücke ein wenig näher bringen. Außerdem möchte wir uns im Namen aller Fahrtteilnehmer für den Spendenbasar von Frau Brade bedanken, die alle Einnahmen im Wert von ca. 300 € unserer Fahrtenkasse gespendet hat.

Als wir nach 25 Stunden Fahrt mit kleinen Pausen in Düsseldorf, Köln und an verschiedenen Raststätten am 8.7 um 11 Uhr im Camp nahe Messanges aus dem Bus ausstiegen, verspürten wir nicht allzu viel Tatendrang. Wir bezogen unsere Zelte, die mit einem Schrank und (bis zu) sechs Betten ausgestattet waren. Nach dem Frühstück erwachten dann doch die Lebensgeister und man erkundete das Lager, spielte Tischtennis oder Beachvolleyball, ging an den Strand oder ruhte sich einfach im Lager aus. Nach dem Abendessen war es Zeit den doch eher kurzen und schlechten Bussschlaf wieder Wett zu machen.

Nun, die meisten Tage wurden mit Faulenzen, Karten oder Volleyball spielen, Tischtennis, einer Fahrt zum Supermarkt ("SuperÚ"), einem Strandbesuch oder dem Besuch eines Nahe gelegenen ruhigen Sees verbracht, daher geh ich ab jetzt nur noch auf spezielle Ereignisse ein.

8.7. Nach dem Abendessen versammelte man sich – wie sollte es auch anders sein – vor dem Fernseher der Campkneipe und zeigte den Franzosen, wie laut die Deutschen sich auch über einen 3. Platz freuten. Etliche Franzosen jubelten mit – sie merkten wie Fußballbegeistert Deutsche sein können. Es wurde natürlich auch wieder ein wenig die Misslaune über das Italienspiel laut, dass man doch die bessere Mannschaft hatte und ob nicht der Schiedsrichter bestochen worden sei ... Sicherlich war es hier genauso.

9.7. Eine kleine Gruppe machte eine Radtour nach Vieux Boucau. Soweit man hörte, wenn man nicht dabei war, ein wohl eher kleinerer Ort, der per Rad in ca. einer halben Stunde zu erreichen war. Dort wurde die Gelegenheit zum Einkaufen genutzt.

11.7. Zwei Gruppen kamen zur Tour de France – eine per Auto zum Zielort Dax (~50 km von Messanges entfernt) und eine weitere per Rad nach Leon (~10 km von Messanges entfernt), ein Teil der Gruppe blieb zurück. Womit wir nicht rechneten, war, dass wir erst einen zweistündigen Werbetross abwarten mussten, bevor dann die Radfahrer innerhalb von noch nicht einmal 2 Minuten an uns vorbeischossen, und zwar schneller als die langsamen Werbeautos. In Leon sahen wir 3 Ausreißer vor dem Hauptfeld, in Dax war es wieder eine geschlossene Gruppe. Die zwei Stunden davor schlugen wir leicht tot; alle hechteten und sprangen nach den Werbegeschenken, in Dax griff man sogar in die fahrenden Wagen und riss es den verdatterten Verteilern aus den Händen. Dabei war nicht die Werbung selbst, sondern das Erjagen von ihr das Wesentliche, sodass laute Vergeltungsschreie aus den Mündern kamen, wenn einem die Trophäe aus der Hand gerissen wurde (keine Sorge, es gab nicht den geringsten Gewaltausbruch). Erschöpft, aber glücklich, kehrten die Krieger am Abend nach Hause zurück.

12.7. Eine kombinierte Kanu- und Radtour, wobei bei bestimmten Kanupaddlern Erinnerungen an Schweden wach wurden. Die meisten fuhren die eine Tour Rad und paddelten die andere, es gab nur ein paar Ausnahmen, die den gleichen Weg zweimal bestritten. Beide Touren hatten gute wie schlechte Seiten, lustige wie weniger lustige.

14.7. Da wir so nahe an der Südgrenze Frankreichs waren, machten wir einen Tagesausflug nach San Sebastian im Baskenland in Spanien. Hin- und Rückfahrt dauerten je 2 Stunden, 4 Stunden hatten wir, um die 100.000-Einwohner-Stadt kennen zu lernen. Eine wunderschöne Altstadt, zwei tolle Buchten zum Baden und surfen, viel Leben auf den Strassen.

16.7. Ein gruppeninternes Volleyballturnier wurde veranstaltet. Nach vier schönen Spielen standen die Gewinner fest – etliche waren natürlich (ohne es laut zu sagen) mit der Platzverteilung nicht einverstanden - der Wille, erster zu sein, liegt in der Natur des Menschen.

17.7. Ähnlich dem 9.7 wurde eine Radtour zum Shoppen gemacht – diesmal nach Leon. Wieder musste ein Teil der Gruppe zurück bleiben. Außerdem gab es für die, die wollten, die Möglichkeit, die Nacht am Strand zu schlafen.

18.7. Nur am Rande – es gab am späten Abend einen "kleinen" Wetterumschwung, sodass es in der Nacht gewittert und gestürmt hat – Regen fiel fast gar keiner, aber manchmal kamen kleine Aststückchen von den Bäumen und wenn man keinen windgeschützten Bereich aufsuchte, blies einem der Wind den Sand ins Gesicht. Uns passierte nichts.

19.7. An- und Abreisetag sind auf jeder Reise etwas Spezielles, wie auch diesmal. Wir räumten und säuberten morgens unsere Zelte, frühstückten, und dann saßen wir den ganzen Tag rum – kurz nach dem Frühstück kam schon die nächste Gruppe und zog in unsere ehemaligen Zelte ein – und sehnten die Abfahrt herbei.

Nach dem Abendessen schmierten wir uns noch Brote für die Fahrt, und dann verstauten wir unser Reisegepäck im Bus und stiegen ein, um nach weiteren 25 Stunden inklusive eine Stunde Totalstau (mit Stillstand und am Ende einem exclusiven Blick auf ein sehr verbeultes Fahrzeug) in Berlin anzukommen.

(Tipp für Interessenten: Nächstes Jahr gibt es vermutlich auch wieder eine Jugendreise! Einfach mal bei unseren Pfarrern nachfragen)

Roman Stolzenburg

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