ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.7.2019

Weltgebetstag: Zeichen der Zeit

von Renate Kirsch

Herzliche Einladung zum Gottesdienst anlässlich des Weltgebetstages der Frauen am Freitag, den 3. März 2006 um 15.30 Uhr ins Gemeindezentrum der Landeskirchlichen Gemeinschaft Eben Ezer in der Celsiusstr.

In diesem Jahr ist der Gottesdienst von Frauen aus Südafrika zum Thema "Zeichen der Zeit" vorbereitet worden.
Hier vor Ort hat eine Gruppe der Landeskirchlichen Gemeinschaft, der Katholischen Gemeinde, die sich auch in der Celsiusstr. versammelt und der Evangelischen Gemeinde Petrus-Giesensdorf den Gottesdienst vorbereitet.

Im Anschluss an den Gottesdienst ist noch Zeit zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen.

Herzliche einladen möchte ich auch zum Familiengottesdienst am 26. Februar um 11.00 Uhr im Gemeindehaus in der Parallelstrasse 29.

Auch dort wird der Weltgebetstag aus Südafrika mit dem Thema Zeichen der Zeit und Südafrika als Land aus dem der Weltgebetstag dieses mal kommt, im Zentrum stehen.

Pfn. Susanne Peters-Streu

Südafrika ist ein wunderschönes Land. Die Zahl der Menschen, die dort Urlaub machen möchten, steigt stetig. Aber dennoch wird allein schon das Wort "Südafrika" bei vielen noch immer Schreckensbilder wachrufen: 342 Jahre weiße Vorherrschaft, die überwiegend unterdrückt, ausgebeutet, entwürdigt, gemordet und zerstört hat. "Seit 1994 leben wir in der Zeit nach der Apartheid – ein Zeichen der Gnade Gottes." Das schreiben die südafrikanischen Verfasserinnen der Weltgebetstagsliturgie und freuen sich ihrer neuen "Regenbogennation".

Sie verharmlosen oder verdrängen keineswegs, was sie durchgemacht haben. Sie sehen diese schlimme Epoche als ein Wetterleuchten der Endzeit. Sie entnehmen aber den Worten Jesu (als er über die Zerstörung des Tempels in Jerusalem sprach), dass noch eine Frist gesetzt ist, eine Zeit der Gnade Gottes. Diese wollen sie nutzen.

"Im täglichen Leben ist uns wichtig", schreiben die Südafrikanerinnen, "dass Menschen in Würde, in gegenseitiger Achtung und Verantwortung zusammenleben." Diese teilende Gemeinschaft kommt in dem Wort "ubuntu" zum Ausdruck "Ubuntu" umschließt Menschen aller Hautfarben und Religionen, ist Weg und Ziel der jungen Republik Südafrika mit rund 47 Millionen Einwohnern und elf offiziellen Sprachen.

Südafrika hat noch einen weiten Weg vor sich, aber die Weltgebetstagsfrauen sind voller Zuversicht, dass Gott sie stärken und begleiten wird. So klagen sie zwar laut und offen angesichts der unabsehbaren Not, die AIDS über die Menschen bringt, aber sie verzagen nicht. Die mittlere Generation droht wegzusterben. Kinder sind auf sich selbst gestellt, wenn nicht Großmütter für sie sorgen können.

Ist die Vision des Propheten Ezechiel vom Totenfeld voll dürrer Knochen eine realistische Beschreibung afrikanischer und zum Teil auch weltweiter Gegenwart? Der Text steht in der Gebetsordnung als Herausforderung und auch als Zuspruch. Denn der Prophet wird aus dem Gräberfeld Menschen neu ins Leben rufen, wenn er nur Gott zutraut, dass er Leben schaffen kann und will. "Wir wissen, dass du, Gott, die Macht hast und unsere ganze Gesellschaft neu beleben kannst", heißt es. Nicht der Tod soll das Zeichen der neuen Zeit in Südafrika sein. Im Zeichen der Liebe Jesu Christi sind die Gespenster der alten Zeit, Apartheid und Nationalismus, entmachtet worden.

Renate Kirsch