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21.9.2017

Vom Druckhaus zum Antiquariat

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Wenn man die Albrechtstraße Richtung Bhf. Steglitz fährt oder spaziert, muss man schon genau hinschauen, um den Weg zum größten Bücherantiquariat in Berlin nicht zu übersehen.

Entlang der Häuserzeile gegenüber vom Autohaus Eduard Winter und direkt neben der Reifenfirma Rohrbeck sieht man ein Schild an der Häuserwand, das darauf hinweist.
Durch eine schmale Einfahrt führt der Weg zum Gelände, auf dem sich bis zum Jahr 2001 die alteingesessene Steglitzer Druckerei Hentrich befand.

1956 zog der Familienbetrieb in die Albrechtstraße. Gerhard Hentrich führte ein erfolgreiches Druckunternehmen, stets Vorreiter bei Investionen in neue Drucktechnologien und mit Druckaufträgen bedacht, die besondere Qualität verlangten.

Kunstkatologe und Programmgestaltung für die Berliner Bühnen waren Standardaufträge. Im Jahre 1981 gründete Gerhard Hentrich die "Edition Hentrich" und begann, zusätzlich zur Leitung seiner Druckerei, eine neue Tätigkeit als Verleger.

Mit "Steinerne Zeugen" begann der Verlag Bücher zu veröffentlichen, die "gegen das Vergessen und Verdrängen" und zur Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit bestimmt waren.


Verleger Gerhard Hentrich

Im Alter von 70 Jahren ging Gerhard Hentrich 1994 in den verdienten Ruhestand.

Die Druckerei und den Verlag übernahm Werner Buchwald. Vier Jahre später im Jahr 1997 meldete die Druckerei Insolvenz an. Erneute Versuche die Druckerei aufrecht zu erhalten schlugen fehl. Im Jahr 2000 gab es dann das endgültige Aus und fort an standen die Räume leer.


Antiquar Harald Hentrich in Teetz

Gerhard Hentrich, der es nicht so ernst mit dem Ruhestand nahm, gründete 1999 mit seinem Sohn Harald einen neuen Verlag, "Hentrich und Hentrich". Er residiert in dem Brandenburgischen Dorf Teetz, inmitten der idyllischen Landschaft der Prignitz, am Strand der Dosse. Dort ist der Verlag im Cultur Gasthof Teetz, einem fast 300 Jahre alten Gasthof, ansässig. Im gleichen Gebäude befindet sich seit dem Jahr 2000 auch Harald Hentrichs "Antiquariat Hennwack", das er vor 25 Jahren gegründet hat und das heute zu einem der größten Buchantiquariate Deutschlands gehört.

In den leerstehenden ehemaligen Druckereiräumen, die weiterhin im Besitz von Gerhard Hentrich sind, wurde dann im Februar 2005 eine Filiale Hennwack eröffnet und somit entstand das größte Antiquariat Berlins.

Die restaurierten Räume wurden im Charme der Fabrikkultur der fünfziger Jahre belassen. Heute laden Sitzecken die Kunden zur Vertiefung in einen der mehr als 100.000 angebotenen Bände. Es werden Lesungen und Konzerte veranstaltet, das angeschlossene Café lädt zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein. Das Haus stellt zugleich auch eine Dependance des Verlages Hentrich & Hentrich dar, dessen Bücher sich weiterhin mit der jüdisch-deutschen Geschichte befassen.

Reiner Kolodziej
Offsetrucker; Betriesbsrat in der Druckerei Hentrich von 1981-1997

Hennwack Antiquariat und Büchercafé
Albrechtstr. 111, 12167 Berlin
Mo - Fr 10-18 Uhr , Sa 10-14 Uhr
www.antiquariat-hennwack.de

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