Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.9.2019

Glauben und Vertrauen – ein Leben lang
Zum Tod von Elfriede Grünwald

von Peter Goerke

Fünf Schwestern hatte sie, ihr Vater war Dorfschullehrer in der Prignitz, ihre Familie bezeichneten sie als "Frauenfamilie". Die Mutter bestärkte sie immer wieder im Glauben und betete regelmäßig mit ihnen. Die Familie Grünwald war christlich geprägt. Es hat ein intensives Vertrauensverhältnis der Familienmitglieder untereinander bestanden, sie unterstützen, halfen und vertrauten sich gegenseitig.

Als sich für die Töchter die weiterführende Schulausbildung näherte, zog die Familie nach Berlin und fand in Mariendorf ein neues Zuhause. Nach Beendigung der Schulausbildung absolvierte Elfriede Grünwald eine Schneiderlehre und wurde während des Krieges nach Sachsen zum Nähen von Fallschirmen zwangsverpflichtet. Sie war verlobt, blieb aber – nachdem ihr Verlobter im Krieg gefallen war – unverheiratet.

Nach Beendigung des Krieges kam sie mit ihrer Freundin und einem Handwagen von dort zu Fuß nach Berlin und war bis zur Erreichung des Ruhestandes bei einer Konfektionsfirma tätig. Sie hat sich in dieser Zeit und auch später rührend, um ihre Neffen und Nichten gekümmert, für sie genäht, und sie stand für sie bereit, wenn es nötig war.

Zu unserer Gemeinde gehörte sie seit 1964. Sie nahm aktiv am gemeindlichen Leben teil, viele Jahre gemeinsam mit ihrer Schwester Frau Buntrock. Insbesondere war ihr die Teilnahme an den folgenden Gruppen wichtig: Bibelstunde, Gesprächskreis, Kurzandacht, Gedächtnistraining. Solange es ihre Kräfte zuließen, beteiligte sie sich auch an den Unternehmungen der Wandergruppe.

In mehreren dieser Gruppen habe ich Frau Grünwald unmittelbar erlebt und sie als eine für ihr hohes Alter aktive, fröhlich-humorvolle Frau kennengelernt. Sie hat die Gemeinschaft gesucht und sich darin wohlgefühlt. Sie war uns Vorbild und Orientierung im Glauben zu Gott und Vertrauen untereinander. So war es für sie auch selbstverständlich, die Gottesdienste der Gemeinde zu besuchen.

Nach mehreren Stürzen und Krankenhausaufenthalten in jüngster Zeit ließen ihre Kräfte deutlich nach, sie konnte aber doch immer wieder nach Hause entlassen werden. Zwei Tage vor ihrem 91. Geburtstag besuchte ich sie noch einmal. Es ergab sich – wie immer – ein humorträchtiges, aber auch intensives Gespräch. Über meine Zusage, sie häufiger mit einer Geschichte zu besuchen, wie sie es aus dem Gedächtnistraining kannte, freute sie sich. Am nächsten Tag, 21.9.2005, starb sie ganz plötzlich in ihrer Wohnung.

Sie hatte es schon länger festgelegt, daß ihre Beerdigung durch Frau Pfarrerin Peters-Streu erfolgen sollte. Dies geschah am 6. Oktober 2005 unter großer Beteiligung von Gemeindegliedern auf dem Friedhof Lange Straße.

Wir werden Frau Grünwald alle sehr vermissen!

Peter Goerke

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